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Die Fakten nach rund 100 Tagen unter Philippe Gaydoul: Ralph Krueger ist abserviert. Arno Del Curto will nicht Nationaltrainer werden. Die Klubs beharren unsinnigerweise auf dem Vollzeit-Mandat und verzichten deswegen auf den besten Mann. Und Kruegers Nachfolger ist quasi schon als Lückenbüsser gebrandmarkt.
Das Schweizer Hockey steht vor einem Scherbenhaufen.
Warum konnte Arno nicht aus seinem Tal herabsteigen und über seinen Schatten springen? Er wolle dem Schweizer Hockey etwas zurückgeben, hat er gesagt. Aber dafür auf etwas verzichten, das wollte er nicht. Ist die Nationalmannschaft nur dann wichtig, wenn man sie kritisieren kann?
Und die Klubs? Durch die Teppichetagen der Vereine geistert eine zwanghafte Vorstellung: Del Curto will nur deshalb Nati-Trainer im Nebenamt werden, damit er ihnen die Spieler abspenstig machen kann. Dafür braucht Del Curto diesen Posten gar nicht; die Spieler wollen auch sonst nach Davos.
Der neue Verbandspräsident Philippe Gaydoul hat – kaum im Amt – schnurstracks betont, dass er den Engadiner bevorzugt. Eine schwache Verhandlungsposition.
Die Klubs haben sich gleich beide zur Brust genommen: Del Curtos Gegner in den Plüschsesseln haben ihre Position genutzt, um seine Anstellung zu verhindern. Gleichzeitig haben sie Gaydoul die Grenzen seines Machtbereichs aufgezeigt.
Der Evaluationsprozess beginnt nun wieder bei Null. Gesucht wird ein mehrheitsfähiger Diplomat ohne Ecken und Kanten. Einer, der den Klubs in den Kram passt. Ein Mann also, der nichts wagen wird, weil er keine Fehler machen darf.
Kurzum: Gesucht wird ein Platzhalter, eine Nummer zwei.
Wollte man zynisch sein, könnte man sagen: Behaltet doch Krueger!
Dino Kessler, BLICK-Eishockeychef.- BLICK-Sport