Leitartikel zur Liga-Versammlung Der Cup darf nicht sterben

Der Schweizer Eishockey-Cup: Grundsätzlich stehen alle 24 NL-Klubs hinter dem Wettbewerb. Aktuell läuft das dritte und letzte Vertragsjahr. Wie gehts danach weiter?

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Heute treffen sich die Vertreter der 24 Klubs zur Nationalliga-Versammlung. Dabei steht auch der Cup auf der Traktandenliste. Der Wettbewerb war vor drei Jahren auf Initiative der Sportvermarktungs-Agentur InfrontRingier mit Unterstützung der mächtigen Klub-Bosse Marc Lüthi (Bern) und Peter Zahner (ZSC Lions) wiederbelebt worden. Vorerst für drei Jahre. Nun läuft das dritte und letzte Vertragsjahr.

Doch in den letzten Wochen brauen sich über dem Cup dunkle Wolken zusammen. Als die Klub-Bosse erfahren, dass InfrontRingier die Übertragungsrechte für den Fall, dass der Cup weitergeführt wird, an Teleclub vergeben hat, schlagen sie Alarm.

Der Hintergrund: Auf dem Schweizer TV-Markt tobt derzeit ein harter Kampf. Auf der einen Seite steht die Swisscom mit Teleclub, auf der anderen die UPC (ex Cablecom). Und mitten im Seilziehen um die TV- und Telekommunikations-Kunden steht der Sport.

Während die Fussball-Rechte bei Swisscom/Teleclub bleiben, nutzte der Hockey-Verband die Marktlage, um zur UPC zu wechseln. Und den Erlös für die TV-Rechte zu verdreifachen: Für die nächsten fünf Saisons – und 35,4 Millionen Franken jährlich.

Der Verkauf der Cup-TV-Rechte an den grossen Konkurrenten des neuen Partners UPC sorgt bei den Mächtigen des Schweizer Eishockeys wie Lüthi und Zahner für Verstimmung. 

Sie fühlen sich übergangen. Und obwohl zum Beispiel im Mutterland des Fussball-Cups, England, die verschiedenen Wettbewerbe auch auf unterschiedlichen Sendern gezeigt werden, machen sie sich Sorgen, das Verhältnis zur UPC könnte Schaden nehmen.

Deshalb besteht die Gefahr, dass dem Cup der Hahn abgedreht wird – obschon grundsätzlich alle 24 NL-Klubs hinter dem Wettbewerb stehen, wie eine Umfrage von BLICK zeigt.

Es wäre ein Jammer, würde der Cup aus politischen Gründen und wegen verletzter Egos begraben.

Weil sich der Cup als hervorragendes Mittel entpuppt, in der Eishockey-Provinz für diesen Sport zu werben. In Thun, Chur oder Wetzikon zum Beispiel wurden wunderbare Hockey-Feste gefeiert. Noch Jahre später wird man sich dort an die Gastspiele von Bern, den ZSC Lions mit Auston Matthews oder Davos erinnern.

Gratis-Werbung ist das für einen Sport, der aufgrund des erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwands keinen leichten Stand hat, wenn es darum geht, neue Spieler zu rekrutieren.

Will das Schweizer Hockey vorankommen, muss auch an der Basis investiert werden. Ein Vergleich: Finnland hat rund 2,5 Millionen weniger Einwohner als die Schweiz – dafür aber knapp dreimal so viele registrierte Hockey-Spieler. 

Der Cup darf nicht sterben! Die Klubs sollten sich zügig für die Weiterführung entscheiden. Und dann darüber nachdenken, wie man den Wettbewerb noch attraktiver machen kann.

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016

7 Kommentare
  • Anna  Rusch 17.11.2016
    Cup ist toll, die Swiss Regio League hingegen ist eine verfrühte Idee! Mind.1-2 Jahre zu früh! Zudem haben die Verantwortlichen Vereine nicht bedacht, dass da wohl viele Spieler nicht mitmachen werden und können! Diese Idee wird zum jetzigen Zeitpunkt als Rohrkrepierer durch die Decke gehen und sollte schnellst möglichst bis auf weiteres, auf Eis gelegt werden!
  • Thomas  Huber 16.11.2016
    Es geht um nichts. Viel wichtiger wäre die Durchlässigkeit zwischen NLA und NLB. Es braucht grosse Reformen.

    NLA: 10 Vereine
    NLB: 10 Vereine (ohne Farmteams)

    Playoutverlierfer steigt ab. NLB-Meister steigt auf.
  • Concolor  Shalako 16.11.2016
    Der Hockey Schweizer Cup hat Tradition, und trotzdem ist die Frage offen, ob eine Zukunft Sinn macht. Denn zu viele Mannschaften und Zuschauer nehmen den Wettbewerb nicht ernst. Mein Vorschlag...Den CH Cup weiterführen aber nur im Amateurbereich also bis zur 1. Liga.
  • daniel  weidmann 16.11.2016
    wenn es ein richtiger Cup wäre! hätte ich kein Problem! das heisst alle in einen topf und dann auslosen! aber dieser Modus mit der Aufteilung in Regionen! ist ja ein Witz! und in meinen augen kein Cup!! oder hat der verband ein Problem damit wenn in der ersten runde!! Beispiel! zsc-bern und evz -Davos gezogen würde??? darum mit diesem Modus brauchen wir keinen Cup!!!
  • Patrick  Müller aus steffisburg
    16.11.2016
    Der Cup kann man ersatzlos aus dem Kalender Streichen wenn man zurückschaut wie Davos diesen Cup nicht ernst nimmt, in denn letzten 2 Jahre oder dieses Jahr der grosse SCB dann könnte man auf diesen Cup verzichten. Und wieso sollte es immer Teleclub sein der die Spiele zeigt? und noch verschiedene Tarife hat zwischen den Anbieter von Swisscom und UPC.