LANGNAU IM EMMENTAL -
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Von Genf abgeschoben, in Langnau wie ein Held gefeiert. Doch der Druck auf den Schultern von Benjamin Conz (18) lastet schwer.
Von der Provinz (Pruntrut) in die zweitgrösste Stadt der Schweiz (Genf). Benjamin Conz wagte diesen Sprung schon mit 15 Jahren. Er zog aus, um ein Grosser der Szene zu werden.
Bei den Junioren von Ajoie hatte alles begonnen. Sein älterer Bruder Florian, der nun für Servette stürmt, motivierte ihn für den Hockeysport. Im Goal landete der Stürmer aber eher zufällig. «Die Masken der Torhüter haben mich stets fasziniert. Als sich die Chance eines Wechsels bot, packte ich zu.»
Es war der Anfang einer Karriere, die lange nur in eine Richtung ging – nach oben. Bei Servette verdrängte der nur 1,79 m grosse Goalie schon in seiner ersten NLA-Saison Routinier Gianluca Mona.
Vertrag in Genf bis 2013
Aber Chris McSorley ist halt immer für eine Überraschunggut. Zu Beginn der Saison 2009/10 setzte er dem Jungtalent mit Tobias Stephan einen neuen Goalie vor die Nase. «Im ersten Moment war das doch sehr frustrierend», gesteht Conz, «zumal mein Vertrag in Genf ja noch bis 2013 läuft.»
Dem Tiefschlag folgte mit der Abschiebung nach Langnau das nächste Hoch. In seiner Rückblende bezeichnet Benjamin Conz diesen Wechsel sogar als Glücksfall. «In einer schwächer besetzten Mannschaft kann ich meine Fähigkeiten als Goalie doch viel besser unter Beweis stellen.»
Bester Goalie des U20-WM-Turniers
Untermauert hat der Musikund Filet-Freak («Die beste Adresse ist das Le Zodiac/Sport’s Café in Lausanne») seine Tauglichkeit auch international. An der U20-WM 2010 in Buffalo hexte er die Schweiz in den Halbfinal und wurde zum besten Goalie des Turniers gewählt.
Auf Benjamin Conz ruhen nun die Hoffnungen aller Tigers-Fans. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als die erstmalige Playoff-Teilnahme seit dem Aufstieg vor 12 Jahren.
Team-Check
Trainer
Auf Christian Weber folgt NLA-Trainer-Grünschnabel John Fust (38). Der kanadische «Kojak» (Glatzkopf) soll Unmögliches möglich machen und sein Team erstmals in die Playoffs führen. Die Chancen dazu stehen schlecht. Es fehlt vorne wie hinten an spielerischer Substanz und Routine. Der Ligaerhalt ist das höchste aller Gefühle.
Transfers
Ein Wunder, dass im 8,5-Mio-Budget überhaupt vier Söldner unterkamen. Die Kanadier Mike Iggulden und Pascal Pelletier müssen sich aber erst an die Schweizer Mentalität herantasten. Ihre «Wasserträger» kommen entweder aus der NLB (Lindemann, Lardi, Genazzi) oder aus der Juniorenabteilung. Für vorerst zwei Monate kehrt Daniel Steiner zurück
Sorge
Der Goalie, die Ausländer, gute Kollektivarbeit und eine defensivere Spielweise sollen es richten. Von Simon Moser wird erwartet, dass er in eine Leaderrolle schlüpfen kann und den Sprung ins Nationalteam schafft. Was aber, wenn dieses Puzzle nicht aufgeht? Dann isst man im Tal der heulenden Winde hartes Brot.
Hoffnung
Sie stirbt bekanntlich zuletzt. Abwehrstratege Jörg Reber glaubt, das Rezept für den Erfolg zu kennen: «Langnau muss wieder eine Heimmacht werden. Noch vor wenigen Jahren fürchtete sich jeder Gegner vor den Reisen an die Ilfis. Wenn wir das mit Hilfe unserer fantastischen Fans umsetzen können, ist viel möglich.»
BLICK-Tipp
1.
2. ZSC Lions
3. Servette
4.
5. Davos
6. Kloten
7. Lugano
8.
9. Lakers
10. Biel
11. SCL Tigers
12. Ambri
Am kommenden Dienstag: EV Zug
Kader SCL Tigers
Goalies
Conz Benjamin (Alter: 18)
Schmid Marc (18)
Verteidiger
Flückiger Stefan (24)
Lardi Federico (25)
Lindemann Kim (27)
Lüthi Simon (23)
Marolf Mike (19)
Moser Christian (26)
Murphy Curtis (Ka, 34)
Reber Jörg (36)
Schilt Sebastian (23)
Stürmer
Brooks Brendan (Ka, 31)
Bucher Tobias (21)
Camenzind Andreas (28)
Genazzi Joel (22)
Gerber Adrian (27)
Haas Lukas (22)
Helfenstein Sven (28)
Iggulden Mike (Ka, 27)
Lemm Aurelio (22)
Marolf Pascal (19)
Moggi Claudio (27)
Moggi Sandro (27)
Moser Simon (21)
Pelletier Pascal (Ka, 27)
Rexha Alban (17)
Schild Roman (24)
Steiner Daniel (30)
Trainer
John Fust (38)