Arno Del Curto: «Ich kann Davos nicht verlassen»

Nach intensiven Verhandlungen sind Swiss Ice Hockey und Arno Del Curto übereingekommen, dass der Bündner kein Engagement als Nationaltrainer eingehen wird.

  • Publiziert: 23.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Dino Kessler

Die Verhandlungen zwischen Del Curto und Swiss Ice Hockey haben in den letzten Tagen die Öffentlichkeit elektrisiert.

Den Stein hatte HCD-Präsident Caviezel am letzten Samstag ins Rollen gebracht, als er von einem Ultimatum sprach, das der Verband seinem Trainer auferlegt hatte. Am Montag hatten sich Verbandspräsident Philippe Gaydoul und Del Curto getroffen, ohne eine Vereinbarung zu erzielen.

Heute scheiterten die letzten Versuche für eine Einigung, weil kein gemeinsamer Nenner gefunden wurde. Swiss Hockey musste aufgrund der starken Position der NLA-Klubs darauf beharren, den Posten nur im Vollamt zu vergeben. Zur Diskussion stand bis zuletzt eine Alternativlösung, die Del Curto eine Saison im Doppelmandat ermöglicht hätte. Der Engadiner schloss aber ein späteres Engagement als Vollzeit-Trainer der Nationalmannschaft grundsätzlich aus.

Swiss-Ice-Hockey-Präsident Philippe Gaydoul: «Arno Del Curto war ein sehr spannender Kandidat für das Amt als Nationaltrainer. Leider deckten sich seine Ansichten mit den unsrigen nicht vollends. So sind wir gemeinsam zum Schluss gekommen, dass Arno Del Curto für den von Swiss Ice Hockey definierten Job nicht in Frage kommt.»

Suche beginnt bei Null

Die Suche nach einem Nachfolger für Ralph Krueger beginnt jetzt quasi bei Null. Dabei ist eines klar: Der neue Nati-Trainer wird eine Notlösung sein, weil man den Wunschkandidaten nicht bekommen hat. Zu möglichen Kandidaten will sich Swiss Hockey im Moment nicht äussern. Es war jedoch zu erfahren, dass ZSC-Trainer Sean Simpson keine Chancen auf den Posten hat.

Kampf gegen Windmühlen

Arno Del Curto: «Ich kann im Moment nicht auf den Posten als Klubtrainer verzichten, dafür bin ich nicht bereit. Die tägliche Arbeit mit den Spielern erhält mich vital, gibt mir den Antrieb. Aber ich hätte gerne im Nebenamt begonnen, dann hätte man sehen können, was daraus wird. Vielleicht hätte ich nach zwei Jahren gesagt: Gut, jetzt ist die Zeit reif für das Vollamt. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich überzeugt, dass es auch im Nebenamt sehr gut machbar wäre, andere, grosse Länder zeigen das ja vor. Mein Antrieb war einfach, dem Schweizer Hockey etwas zurückzugeben. Wir hatten ein Konzept, mit dem man unseren Sport hätte vorantreiben können.»

Eine grosse Enttäuschung sei der Entschluss nicht, sagt Del Curto kurz nach dem Entscheid zu Blick: «Ich habe von Anfang an gewusst, dass es schwierig wird, weil die Klubs andere Vorstellungen hatten. Aber ich muss sagen, dass sich Philippe Gaydoul und Peter Lüthi jederzeit professionell und hochanständig verhalten haben. Mit diesen Leuten hätte ich sehr gut zusammenarbeiten können. Aber der Gegenwind kam aus einer anderen Richtung, und da kämpft man dann gegen Windmühlen.»

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