30'076 Fans beim «Tatzen-Derby» Lob von Sämi für das Hockey-Spektakel

Top 3

1 Transferhammer in der NLA Luca Cunti zu Lugano!
2 Captain mit Hattrick Fribourg auf dem Sprung(er) in die Halbfinals
3 Nullnummer in der Champions League ZSC beisst auf Granit

NLA Schweiz

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 ZSC Lions 30 97:72 60
2 SC Bern 28 86:63 59
3 EV Zug 28 87:63 57
4 Lausanne HC 29 90:76 48
5 EHC Biel 30 90:84 44
6 EHC Kloten 28 93:90 41
7 HC Davos 29 86:84 41
8 HC Lugano 30 84:102 39
9 Genf-Servette HC 29 71:84 38
10 SCL Tigers 29 69:87 36
11 HC Fribourg-Gottéron 28 70:95 30
12 HC Ambri-Piotta 30 70:93 29

Eishockey

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BERN – 30076 Fans sahen das 5:2 des SC Bern über die SCL Tigers im Stade de Suisse unter freiem Himmel. Europarekord. Sportfestspiele mit einem Eishockeymatch wie ein Erotikfilm ohne Ton.

War es ein grosses Derby?
Die Frage ist von den Zuschauerrängen aus nicht schlüssig zu beantworten. Dieses nahezu lautlose «Tatzen-Derby» in einer so grossen Arena war irgendwie so wie ein Erotik-Stummfilm. Leidenschaft und Intensität waren nicht zu spüren und nicht zu hören. Die Stimmung eher ein Mix aus Fussball-WM und Waldweihnacht. Kein richtiges Hardcore-Eishockeyspiel also.

War es ein Spektakel?
Ja, das auf jeden Fall. Die gelungenste Verbindung von Spitzensport und Folklore seit dem Eidgenössischen Schwingfest in Luzern. Schon drei Stunden vor dem Anpfiff versammelten sich die Berner zu diesen Hockey-Festspielen, die als vielleicht nie mehr zu toppendes Highlight in die Schweizer Hockeygeschichte eingehen.

Oben in der Champions-Lounge ein Gedränge wie beim Cup-Final. Sportminister Samuel Schmid sprach von einem faszinierenden Anlass und mochte den organisierenden SCL Tigers den Gewinn (über eine halbe Million) gönnen. «Denn gute Ideen sollen honoriert werden.»

Das Lob machte er von ganzem Herzen. Schliesslich war es sein SVP-Parteifreund Hans Grunder, der rührige Präsident der SCL Tigers, der die Idee für dieses Spektakel hatte. Und damit als Emmentaler in der Stadt Bern an einem Tag im Sport mehr bewegt hat als SP-Stadtpräsident Alexander Tschäppät in seiner ganzen bisherigen zweijährigen Amtszeit.

Hat sich der Aufwand gelohnt?
Auf jeden Fall. Noch wichtiger als Geld: Die Langnauer haben sich mit diesem Derby als kreatives, dynamisches Unternehmen präsentiert. Sie waren dazu in der Lage, die Aufmerksamkeit des ganzen (Eishockey)-Landes zu erregen – mit 260 akkreditierten Reporterinnen und Reportern hatte das Medienspektakel Länderspiel-Dimensionen.

Mit rein sportlichen Mitteln schaffen sie das ja noch nicht. Treffend verhöhnten die SCB-Fans den Langnauer Halstuch-Weltrekord-Versuch (mit 1,4 km fehlten mehr als 11 Kilometer) mit dem Spruchband: «Ist euer Schal lang genug, um die Playoff-Tränen zu trocknen?» Wahrscheinlich nicht. Denn im März feiern die Langnauer zehn Jahre Playouts. Schweizer Rekord.

Sollte das Berner Derby also öfters im Stade de Suisse gespielt werden?
Nein. Jedes Jahr so viel Zirkus wäre des Guten zu viel. Aber warum nicht alle drei Jahre wie das Eidgenössische Schwingfest?

Publiziert am 14.01.2007 | Aktualisiert am 03.01.2012
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