Wir kennen das Wort wegen der berühmten Maglia Rosa, dem Rosa Trikot aus dem Giro d’Italia. Maglia heisst Leibchen. Deshalb wusste wohl am letzten Mittwoch auch Pirmin Schwegler (1 Länderspiel), wie er nach dem Match den italienischen Captain Fabio Cannavaro (127 Länderspiele) um das blaue Leibchen fragen musste.
Im Ton des kleinen Kindes, das sein Idol kaum anzusprechen wagt, flüsterte der Schweizer: «Maglia, Maglia, Maglia.» Doch der Juve-Star ging wortlos am Jüngling vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.
Mehr Glück hatte Schweglers Teamkollege Johan Vonlanthen. Ihm soll der italienische Goalie Gianluigi Buffon das gebrauchte Trikot sogar in die Garderobe gebracht haben. Er habe Buffon halt, so Vonlanthen, schon vor dem Spiel um das Leibchen gefragt.
Vonlanthens Länderspiel-Mission verlief also erfolgreich. Und selbst Pirmin Schwegler kam zuletzt noch zu seinem Italien-Leibchen, Fabio Quagliarella zeigte Erbarmen mit dem piccolo Svizzero und willigte in den Tausch ein.
Was lernen wir als Laien von diesen Trikot-Tausch-Geschichten? Wenn ein ausgewachsener Nationalspieler gegen Italien antreten darf, dann mutiert er vom Profi zum Fan. Bekanntlich hat die Schweiz diesmal nicht verloren, aber wir dürfen getrost annehmen, dass unsere Kicker selbst bei einer hohen Niederlage glücklich gewesen wären.
Schliesslich waren sie am letzten Mittwoch nicht auf Torjagd, sondern auf Leibchen-Jagd. Gerüchten zufolge hätten einzelne Schweizer schon während des Spiels immer wieder nach Trikots und Autogrammkarten gefragt.
Inzwischen ist bekannt, dass Ottmar Hitzfeld seinen Vertrag als Nationaltrainer verlängert hat. Das ist wohl gut so, denn nun hat er ausreichend Zeit, mit seinen Schützlingen den Leibchentausch zu perfektionieren. Auf dass selbst Diven wie Cannavaro beim nächsten Mal nicht so leicht am Gegenspieler vorbei kommen.
Alle Kolumnen von Lenz (Teil 2)
BLICK-Kolumnist Pedro Lenz über die Trikot-Jagd nach dem Spiel Schweiz - Italien.
Kolumne vom 17. August
Kolumne vom 10. August - Schleifen, schinden und schlauchen
Pierre Littbarski, der Trainer des FC Vaduz, hat einen Spieler so lange über den Platz gehetzt, bis dieser ohnmächtig zusammengebrochen ist. Wir schreiben das Jahr 2009 und noch immer gibt es diese Sorte von Fussballtrainern: Schleifen, schinden, schikanieren bis der Kreislauf kollabiert und dann behaupten, der Spieler sei selber schuld, er habe zuwenig getrunken.
Im Fussball besteht, wie überall im Leben, ein Zusammenhang zwischen Arbeit und Leistung. Sag mir, wie du trainierst und ich sage dir, wie du spielst. Die Mannschaften von Johan Cruyff zum Beispiel setzten auf dem Platz die Schönheitsphilosophie des holländischen Künstlers um. «Ich will bloss Spieler, die den Ball sicher annehmen und schnell weiterspielen können», hat Cruyff jeweils gesagt. Alles andere ergebe sich von selbst. Er war ein Ästhet und entsprechend attraktiv spielten seine Mannschaften. Nur wer zur Schönheit erzogen wird, kann die Schönheit selber hervorbringen.
Schinder und Schleifer dagegen erziehen ihre Spieler zum blinden Gehorsam. Ein Fussballer, der im Training ständig laufen muss, wird zum Marathonläufer. Und genau so spielt er dann auch, wie ein Leichtathlet im Höhentraining: Roter Kopf, etwas Schaum um den Mund und keine Beziehung zum Ball. Ausserdem geht Spielern, die immer nur gehorchen müssen, jede Eigeninitiative ab. Das Kreativste, was sie hinkriegen, ist allenfalls eine Blutgrätsche oder ein Befreiungsschlag aufs Tribünendach.
Wir leben in einer Krisenzeit. Manche Zeitgenossen meinen, je härter die Zeiten sind, desto härter müsse die Erziehung sein. Für einzelne Lebensbereiche mag das vielleicht zutreffen. Doch Fussball ist ein Spiel, das von Pfiffigkeit, Witz und Phantasie lebt. Wer das nicht akzeptieren will, möge Kampfhunde dressieren oder die Réduit-Show im Fernsehen anschauen. Nur Fussballtrainer sollte er nicht werden.
Der Autor
Kolumne vom 3. August 2009
Stellen Sie sich vor, in irgendeinem Gebiet würde der Grösste seines Fachs zurückkehren. Stellen Sie sich vor, Wayne Gretzky gäbe sein Comeback in der NHL oder Adolf Ogi käme zurück in den Bundesrat. Die Fans würden Kopf stehen. Die Medien würden mit Superlativen um sich werfen. Die Welt wäre aus dem Häuschen.
Jetzt ist genau das passiert. Der beste Autorennfahrer aller Zeiten, Michael Schumacher, siebenfacher Weltmeister, 91-facher Sieger in der Formel 1, ist zurück. Und wir gebrauchen für diese Meldung nicht einmal ein Ausrufezeichen. Selbst sein künftiger Rennstallkollege Kimi Räikkönen hat die Nachricht vollkommen cool aufgenommen. «Für mich macht es keinen Unterschied, wer auch immer das zweite Auto fährt», soll der Finne gesagt haben, nachdem er erfahren hatte, dass Schumacher wieder da ist.
Aber wie ist es möglich, dass der Star of Stars nach fast drei Jahren Unterbruch in einen Rennwagen steigt, und das Echo verhältnismässig mässig bleibt? Das muss mit dem Phänomen Sport zu tun haben. Bloss Sportbanausen glauben, im Sport gehe es um Leistung. Sport beinhaltet sehr viel mehr als Resultate. Sport ist Literatur für Nichtleser. Die Sportbühne ist das Stadttheater des kleinen Mannes. Was uns Sportfans interessiert, sind Dramen, Widersprüche und Emotionen. Doch ausgerechnet der begabteste aller Wagenlenker, der Ben Hur unserer Tage, ist literarisch unbrauchbar.
Abseits der Rennstrecke gibt es kaum etwas von Belang, das sich über ihn erzählen liesse. Ihm kann nichts Konkretes vorgeworfen werden. Schumacher ist höflich, er ist gebildet, anständig, mutig und vieles mehr. Wir haben keine Ahnung, was er ändern oder besser machen könnte. Kein Zweifel, er ist der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten. Er gibt eines der sensationellsten Comebacks der Neuzeit. Aber für eine Geschichte ist Michael Schumacher als Figur zu wenig interessant. Sorry Champion.
Kolumne vom 27. Juli 2009
Wir wollen uns nicht selber rühmen, aber an etwas darf heute erinnert werden. In dieser Kolumne waren am 16. März dieses Jahres folgende Sätze zu lesen: «Besser als ein Mini-Federer wären allerdings zwei. Ideal für die Sportnation wäre es deshalb, wenn Mirka gleich Zwillinge zur Welt brächte. (...) Ein dynamisches Zwillingspaar zu zeugen, sollte für Spitzensportler durchaus im Bereich des Möglichen liegen.» Bevor also die Öffentlichkeit etwas ahnen konnte, spürten wir an dieser Stelle bereits, wie sich das Doppelglück anbahnte.
Doch anders als die internationale Pressewelt, die sich in diesen Stunden und Tagen auf das Babyglück im Hause Federer stürzt, lassen wir die glückliche Kleinfamilie erst einmal in Ruhe ankommen. Nicht um Zwillinge soll es heute an dieser Stelle gehen, sondern um das Gespür im Zusammenhang mit dem Sport.
Unser sportliches Gespür beschränkt sich nämlich keinesfalls auf prominente Schwangerschaften. Wir haben auch ein feines Gespür für Eiskunstläufer. Und genau dieses Gespür liess uns bereits vor Monaten ahnen, dass der sensible Stéphane Lambiel rasch zurückkehren würde. Beinahe hatten wir den zarten Sympathieträger aus dem Wallis schon vergessen. Und dies wiederum muss Lambiel gespürt haben. Deswegen hat er sein Comeback genau jetzt bekanntgegeben, da die Sportjournalisten sommerferienbedingt froh um fast jede Neuigkeit sind. Die Nachricht von Lambiels Rückkehr ist nicht eine Wahnsinnsüberraschung. Trotzdem gibt sie weltweit zu reden. «Das Leben nimmt das Leben gibt. Michael Jackson musste gehen – dafür kehrt Stéphane Lambiel zurück!», titelt heute die berühmte „New York Times“ auf der Frontseite.
Nein, das ist natürlich nur ein kleiner Scherz. Und doch spüren wir, dass unser Eislaufprinz schon auf dem Sprung zum Zeitungskiosk ist, um zu nachzuprüfen, ob es nicht vielleicht doch stimmt.
Kolumne vom 20. Juli 2009 - Alle heim zu Mutti
In der Stadt Thun gibt es ein kleines Restaurant, mit grosser Anschrift. «Guet u gnue wie deheime», verspricht dort die Werbung. Wer diesen Satz liest, versteht die Aussage sofort: Zuhause ist alles gut und zuhause gibt es von allem genug. So wie zuhause möchten wir es immer haben.
Im erwähnten Thuner Restaurant können wir uns zuhause fühlen. An andern Orten dürfte es dagegen schwierig sein, einen ähnlich heimeligen Platz zu finden. Nehmen wir etwa Salzburg oder Dortmund. Das sind Städte, die uns Deutschschweizern kulturell sehr fremd vorkommen, mit all den Österreichern oder Deutschen, die dort leben.
Johan Vonlanthen und Alex Frei müssen das alles gespürt haben. Wohl ist Vonlanthen ein so genanntes Jahrhunderttalent und jüngster EM-Torschütze aller Zeiten. Natürlich ist Frei Rekordtorschütze der Nationalmannschaft und Publikumsliebling beim BVB Dortmund. Selbstverständlich hätten beide alle Voraussetzungen, in der weiten Fussballwelt zu glänzen. Aber nirgendwo ist es halt so gemütlich wie an Mamas Rockzipfel.
«Alle heim zu Mutti» scheint das gegenwärtige Motto helvetischer Spitzenkicker zu sein. Spieler wie Streller und Huggel hatten es vorgemacht. Margairaz oder Hakan Yakin setzten den Trend fort. Jetzt sind Vonlanthen und Frei zurück. Wenn das so weitergeht, ist die Axpo-Super-League der englischen Premier League bald ebenbürtig.
Wir erinnern uns, dass auch früher verdiente Auslandprofis in die Heimat zurückkehrten. Aber das waren Spieler, die ihren Zenit überschritten hatten. Neu ist, dass heute Spieler im besten Sportleralter an Heimweh nach der Mama leiden. Sie nennen es natürlich nicht so, nein, sie reden von Perspektive und sportlicher Herausforderung. Aber wenn man sie genauer ansieht, weiss man, was sie heim treibt: Sie suchen Nestwärme. Und Nestwärme gibt es daheim bei Mutti.
Kolumne vom 13. Juli 2009 - Alles was Recht ist
Noch vor einem Jahr brauchte man den Göttibuben nicht zu fragen, was er sich zum Geburtstag wünschte. Mit einem Leibchen von Seydou Doumbia lag man nie ganz falsch. Auch ein schöner Ball oder ein Paar Fussballschuhe hätten ihm sicher Freude gemacht.
In diesem Sommer aber, ist alles ganz anders. Horden von fussballbegeisterten Jungs wünschen sich zum Geburtstag Gesetzbücher, Richter-Talare oder Nachhilfestunden, damit sie bald Jus studieren können. «Was nützt es mir, wenn ich sauber dribbeln und flanken kann?», fragen die Kleinen auf dem Bolzplatz. «Was ich als Fussballstar der Zukunft brauche, sind gute juristische Kenntnisse.»
Wer in den Tagen vor dem Wiederbeginn der Fussballmeisterschaft den Sportteil der Zeitungen gelesen hat, wird den Kindern Recht geben. Die Spielberechtigung von Hakan Yakin? Juristenfutter. Die Transfers des FC Sion? Juristenfutter. Die umstrittenen Schnellverfahren gegen randalierende Fans? Juristenfutter.
Wer heute Cristiano Ronaldo tief in die Augen schaut oder den Degen Zwillingen beim Interview zuhört, begreift sofort, dass Schulbildung und Fussballtalent nicht zwingend miteinander zu tun haben. Aber das beginnt sich zu ändern. Ohne vertiefte Kenntnisse in Rechtswissenschaft, geht es künftig nicht mehr. Das gilt auch für die Fans. Wer nicht schon sowieso wie ein wie ein erfolgreicher Jus-Student frisiert und gekleidet ist, tut in dieser Saison gut daran, seinen Anwalt mit ans Spiel zu bringen. Kein Zuschauer kann heute noch sicher sein, dass er nicht direkt von der Tribüne auf die Anklagebank gezerrt wird.
Früher waren Fussball und Juristerei zwei verschiedene Paar Schuhe. Seit aber die Fussballclubs im Vertragsdickicht ins Offsite laufen und die Strafrichter ihr Tätigkeitsfeld auf die Stehrampen verlegt haben, gilt die leicht abgewandelte Fussballweisheit: «Nach dem Urteil ist vor dem Urteil.»
Kolumne von 5. Juli
Menschen, die unerlaubte Substanzen einnehmen, gibt es überall. Während jedoch manche zu ihrem Problem stehen und uns im Bahnhof um Münz angehen, tun andere so, als seien sie Sportsmänner. Anders gesagt: Viele Junkies leben auf der Strasse, andere verdienen auf der Strasse Millionen. Mit denen, die auf der Strasse leben, haben wir allenfalls Mitleid. Die Radrennfahrer dagegen sollen wir bewundern. Nur wissen wir nicht, ob wir sie für ihre Leistungen bewundern sollen oder für die Fähigkeit, ihren Drogenkonsum zu vertuschen.
Einmal habe ich einen ehemaligen Radprofi gefragt, ob eigentlich alle Radprofis Doping nehmen. «Nein», hat er geantwortet, «vor Jahren gab es einen, über den kursierte im Fahrerlager das Gerücht, er nehme nichts. Wenn er jeweils den Frühstücksraum betrat, wurde hinter seinem Rücken getuschelt, er sei vollkommen sauber.» Wir wollen den Namen des betreffenden Fahrers nicht ausplaudern. Er hat schon genug darunter gelitten, dass er von seinen Kollegen belächelt wurde. Aber eines können wir mit Sicherheit sagen: Der Fahrer, von dem unser Informant sagt, er sei eventuell sauber gewesen, heisst nicht Lance Armstrong.
Armstrong ist wieder da. Armstrong ist der Einzige, der sieben Mal die Tour de France gewonnen hat. Armstrong hat den Krebs besiegt. Armstrong betreibt eine erfolgreiche Stiftung. Armstrong hat Bestseller geschrieben. Armstrong mag ein beeindruckender Mensch und ein grossartiger Radrennfahrer sein. Aber wenn wir hier behaupten würden, er habe auch schon unerlaubte Substanzen eingeworfen, würde er uns verklagen.
Das ist der Unterschied zwischen Armstrong und dem Junkie am Bahnhof. Der Junkie am Bahnhof weiss, was Sache ist und verlangt einen Stutz oder zwei. Armstrong sagt, er wisse von nichts und verlangt meinen Respekt. Dem Junkie gebe ich einen Zweifränkler. Armstrong kriegt gar nichts.
Kolumne vom 29. Juni 2009 - Roger wie Jacko?
Die Betroffenheit über den tragischen Tod von Michael Jackson ist riesengross. Der King of Pop war sehr viel mehr als ein Popstar. Er war, unter anderem, auch ein Trendsetter des guten Geschmacks. Es ist unmöglich abzusehen, wer in der Musikwelt seine Rolle übernehmen soll.
Was jedoch die modische Ausstrahlung betrifft, steht sein Nachfolger schon bereit. Der neue Trendsetter, der Michael Jackson des Stils, heisst Roger Federer.
Wir wollen in unseren Prognosen zurückhaltend bleiben, denn wir sind uns bewusst, dass die sportinteressierte Öffentlichkeit ziemlich sensibel reagiert, wenn es um den wahren und einzigen Roger Federer geht. Das ist richtig so.
Trotzdem wagen wir zu behaupten, dass Roger die Lücke ausfüllen wird, die Michael hinterlassen hat.
Noch hüten wir uns, Roger Federer zu einer Nasenverkleinerung oder zum Tragen von Gesichtsmasken aufzufordern.
Vorderhand genügt es, wenn er seinen eingeschlagenen Modeweg konsequent fortsetzt. Die goldbestickte Jacke mit dem aufgestellten Kragen ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Im kommenden Jahr könnten dann allenfalls perlenbesetzte Handschuhe dazu kommen.
Ideal wäre es, wenn Federer tänzerisch noch ein wenig zulegen könnte. Bekanntlich haben Millionen von jungen Menschen auf der ganzen Welt versucht, Michael Jacksons legendären Moonwalk nachzuahmen. Einem Bewegungswunder wie Roger Federer dürfte es nicht schwerfallen, seinen bereits recht elastischen Gang ein wenig auszufeilen. So könnte ein Roger-Roll den Moonwalk bald vergessen machen und sich auf den Tanzflächen rund um den Globus durchsetzen.
Eines ist unbestritten: Michael Jackson war einzigartig. Aber Roger Federer ist es auch. Deshalb braucht man kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass auf die Ära des King of Pop nun die Ära des King of Plopp folgt. Lange lebe der König!
Kolumne vom 22. Juni 2009 - Sepp und die Vuvuzela
Vuvuzela heisst die südafrikanische Tröte, die manchen europäischen Fussballer offensichtlich so nervt. Eine Vuvuzela sieht aus wie eine zu dünn geratene Spielzeugtrompete und tönt ungefähr so: «Tuuu». Das geht ja noch, werden jetzt die meinen, die nicht bedenken, wie Zehntausende von zeitgleich trötenden Vuvuzelas tönen. Xabi Alonso jedenfalls, hat am Rande des Confed-Cups ein Verbot der Vuvuzela gefordert.
Es ist ein Zufall, dass Vuvuzela ausgerechnet auf Varela reimt. Für einmal ist Varela völlig unschuldig. Das Tuuu-Tuuu-Tuuu der Vuvuzela darf ihm nicht auch noch angelastet werden. Er hat genug damit zu beissen, dass er immer noch nicht sicher weiss, wo er in der kommenden Saison spielt.
Einer der bereits weiss, wo er in einem Jahr spielen möchte, ist unser Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. Er reiste schon mal nach Südafrika, um sein Gehör an diese viel zitierte Vuvuzela zu gewöhnen. Eine Kuhglocke, meinte Hitzfeld, sei lauter als eine Vuvuzela. Klar, wo der Denker von Lörrach recht hat, hat er recht. Trotzdem gibt es durchaus auch Trainer, die der Tröte weniger aufgeschlossen gegenüber stehen. So der Niederländer Bert van Marwijk, der ähnlich wie Xabi Alonso für ein Vuvuzela-Verbot plädiert.
Zum Glück für die Tröte, hat sich FIFA-Boss Sepp Blatter sehr rasch und energisch in die Vuvuzela-Debatte eingeschaltet. «Ich weiss nicht, ob wir diesen Sound stoppen können. Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen.» In Anlehnung an diese bemerkenswerte Aussage Blatters, sind wir versucht etwas ähnlich Poetisches über den Präsidenten selbst zu verfassen: «Wir wissen nicht, ob wir diese Intelligenz stoppen können. Blatter ist laut, er ist voll Energie, Rhythmus, Freunde, Beziehungen. Das ist Blatter, wir müssen dies so annehmen.» Tuuu-Tuuu-Tuuu!













