Die Klitschko-Regentschaft im Schwergewicht geht weiter. Witali hat auch im Alter von 41 Jahren noch eine Eisenfaust, haut Herausforderer Manuel Charr blutig. Nun deutet vieles auf einen letzten Kampf gegen David Haye hin.
Der deutsch-libanesische Herausforderer Manuel Charr führt vor dem Kampf gegen Witali Klitschko eine ziemlich grosse Klappe. «Ich rieche Angst und das ist gut so. Ich werde den Titel nach Deutschland holen», sagt der 27-Jährige vor dem WM-Fight der WBC beim Wiegen.
Im Ring in der Moskauer Olimpiski Arena ist davon aber herzlich wenig zu sehen. Altmeister Witali (41) verteidigt seinen Titel souverän. «Dr. Eisenfaust» bestimmt von Anfang an das Geschehen. Ende der zweiten Runde schickt er seinen Gegner ein erstes Mal auf die Bretter.
In der vierten Runde haut die Eisenfaust dann zu, Charr strömt das Blut aus dem Auge richtiggehend übers Gesicht. Der Kölner fightet verzweifelt, doch dann wird der Kampf abgebrochen. Die Wunde beim Kölner blutet zu heftig. Klitschko siegt durch technischen K.o.
Charr kann es nicht fassen, will unbedingt weiterkämpfen und wütet im Ring. «Ich wollte in der zweiten Hälfte aufdrehen, dann hätte ich dich gekriegt», schreit er Klitschko zu.
Doch dazu kommt es nicht. Es bleiben alle vier Schwergewichts-Titel in ukrainischer Hand, genauer in Klitschko-Hand. Denn die anderen drei Gürtel besitzt Witalis Bruder Wladimir.
Ein Highlight des Abends kommt schon im Vorprogramm. Witalis Ehefrau Natalia hält ihm vor dem Kampf ein Ständchen, singt im Ring «Power of Love», der 80er-Hit von Jennifer Rush.
Wie oft Witali noch in den Ring steigt, ist unklar. Vieles deutet aber darauf hin, dass seine Karriere mit einem Highlight zu Ende geht. Der Engländer David Haye hat sich wiederholt für einen Kampf gegen einen der Klitschkos ins Gespräch gebracht und Witali wird seine Boxlaufbahn mit einem Knüller beenden wollen. Dafür kommt fast nur Haye infrage, der vor gut einem Jahr Wladimir unterlag.
Für die Zukunft ausserhalb des Rings hat Witali bereits konkrete Pläne. Er will in die ukrainische Politik. Bei den in einem Monat stattfindenden Parlamentswahlen tritt er als Vorsitzender der Partei UDAR an. (sme/ivr)
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