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Die neuste und vielleicht für lange Zeit letzte grosse Hoffnung der Amerikaner heisst Eddie Chambers. Er muss in die Rolle des Erlösers schlüpfen. Den Klitschko-Alptraum der Amis beenden und die WM-Krone in die Heimat zurückbringen, wo in den goldenen Box-Zeiten die Schwergewichtsweltmeister mindestens so berühmt waren wie die US-Präsidenten. Der letzte US-Boxer, der die langjährige Klitschko-Domination brechen sollte, war Kevin Johnson. Der scheiterte am 12. Dezember in Bern gegen WBC-Champion Vitali kläglich.
Nun darf «Fast Eddie» Chambers (28) ran. Er fordert morgen Abend in der Esprit Arena in Düsseldorf Wladimir Klitschko (33) heraus. Es geht um die WM-Gürtel der Verbände WBO, IBF und IBO. 50000 Zuschauer werden im Fussballstadion, in dem sonst die Fortuna spielt, erwartet. Schon das Motto der Veranstaltung verspricht Grosses. «Rumble am Rhein». Eine Anspielung auf den «Rumble in the Jungle», den legendären Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman 1974 in Kinshasa.
Also wieder ein grosses Open-Air-Boxspektakel in Deutschland. Am 20. Juni 2009 siegte Wladimir auf Schalke vor 61000 Zuschauern gegen Ruslan Chagaev. Der Name Klitschko zieht die Massen an.
Wladimir Klitschko und Eddie Chambers kennen sich bereits. Vor vier Jahren trafen die beiden im Sparring aufeinander. Ein Erlebnis, das beim Amerikaner Eindruck hinterliess. «Wladimir ist nicht der Waschlappen, für den ihn viele in den USA halten. Er ist ein harter Kerl.»
Für Chambers ist es die Chance seines Lebens. Der Boxsport hat ihn aus der Hölle geholt. Er wuchs in Pittsburgh in ärmsten Verhältnissen auf. In einem Haus ohne Heizung. Jetzt will er in den Boxhimmel. «Ich werde die Welt schocken!» Chambers Motivation ist riesig, seine Chancen gering. 13 Zentimeter fehlen ihm im Vergleich zu Wladimir (1.98 m). Er muss sich auf seine enormen Nehmerfähigkeiten verlassen. Und auf seine Schnelligkeit, die ihm den Übernamen «Fast Eddie» gab. «Ich habe mir diese Chance erarbeitet. Ich werde sie mir nicht entgehen lassen.»
Die Stimmung vor dem Kampf ist freundschaftlich. Provokationen, wie wir sie noch von David Haye im Ohr haben, fehlen. Vielleicht weil die Sache zu klar ist. George Foreman, der von Ali im «Rumble in the Jungle» als Weltmeister entthront wurde, prophezeit: «Klitschko wird Chambers erdrücken.»