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Kaiserwetter wenn der König der Boxer kommt. Der Helikopter wartet in Thun auf Vitali Klitschko, den amtierenden WBC-Weltmeister und dessen Herausforderer Kevin Johnson. Der Himmel ist stahlblau und die Oktobersonne kämpft erfolgreich gegen die ersten kalten Wintervorboten.
Klitschko strahlt mit der Sonne um die Wette. Bei seinem Kontrahenten Johnson, der eine Obama-Mütze tief ins sonnenbebrillte Gesicht gezogen hat, hält sich die Begeisterung noch in Grenzen. Doch das wird sich noch ändern. Die drei Helikopter heben um kurz nach elf Uhr ab. Ziel: die kleine Scheidegg, Flugzeit rund 12 Minuten. «Fantastisch. Ein Helikopterflug in der Schweiz ist das Beste, was einem passieren kann», sagt Klitschko.
Klitschko schnappt sich ein Alphorn
Bei der Landung erwartet die Alphorngruppe Jungfrau mit den typisch helvetischen Alphorn-Klängen die beiden Boxer. Perfekt passend zur Postkartenkulisse. Klitschko – stets auf Augenhöhe mit allen Menschen, die ihn erkennen und ein Erinnerungsfoto möchten – schnappt sich spontan ein Alphorn. Blitzlichtgewitter bei strahlendem Sonnenschein.
Nächste Attraktion: die Bahnfahrt auf das Jungfraujoch. Die spektakuläre Bahnstrecke nimmt Klitschko in ihren Bann. Gespannt hört er den Ausführungen des Direktors der Jungfraubahn zu. Der aktuell beste Schwergewichtsboxer der Welt ist fasziniert. «Das ist alles so interessant, das habe ich jetzt gar nicht erwartet.»
Von unserer Bergwelt fasziniert
Die Aussicht von der Station Eigerwand, das Eismeer kurz vor der Endstation und dann die ersten Schritte auf dem 800 Meter dicken Aletschgletscher. Klitschko fehlen die Worte. Faustschläge können den 2,02-Meter-Riesen nicht umhauen. Die atemberaubende Bergwelt der Jungfrauregion hingegen schon. Und jetzt – bei Minustemperaturen – taut auch Klitschkos cooler Herausforderer Kevin Johnson auf. «Amazing!» Dem Amerikaner bleibt auf 3454 Metern beinahe die Puste weg. Vitali Klitschko entdeckt auf dem Gletscher einen Pistenbully. «Kann ich damit eine Runde drehen?», fragt der Deutsch-Ukrainer.
Und ob er kann. Nach einer kurzen Einführung hat Klitschko auch diesen Riesen im Griff und pflügt ein paar Runden durch den Schnee. Das Mittagessen auf dem Joch haben sich Klitschko und Johnson verdient. Auf dem Rückflug mit dem spartanischen Helikopter übernimmt Johnson die Rolle des Spassmachers. «Welcome on Board of the Johnson-Airline. Please fasten your seat belts. Drinks will be served», witzelt er über den Bordfunk der ersten Maschine.
Klitschko landet mit der zweiten gegen 16 Uhr wieder in Thun. Müde, aber glücklich: «Was für ein Tag!» Ob er am 12. Dezember auch so strahlen kann?
Lesen Sie morgen Mittwoch im BLICK das grosse Klitschko-Interview!
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Johnson genehmigt sich im Jungfrau-Restaurant ein Süppchen – und hat gleichzeitigdie Musse zu telefonieren. (Toto Marti)