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Plattgemacht Abderhalden gebodigt

  • Publiziert: 06.07.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Marcel W. Perren
play Schmerzverzerrt König Jörg Abderhalden blieb mit ausgerenkter Schulter im Sägemehl liegen und musste ins Spital gebracht werden. (Keystone/Eddy Risch)

Das war wohl die bisher schmerzhafteste Niederlage in der Karriere des Überschwingers.

Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden (28) renkte sich gestern Morgen am
Appenzeller Kantonalen in Herisau gegen Bruno Gisler die Schulter aus!

Das tat richtig weh: der Solothurner Gisler walzte den Zwilchhosen-König aus dem Toggenburg im ersten Gang mit einem mächtigen Gammen regelrecht Platt.
Nach den beiden Pleiten gegen Stefan Fausch (am Bündner-Glarner und am NOS) war das gleichbedeutend mit der dritten Schlappe in dieser Saison.

Was aber viel schlimmer war: der zweifache Familienvater blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht im Sägemehl liegen, bis er ins Spital gebracht wurde.
Dort gelang es dem Arzt, die königliche Schulter wieder einzurenken. In dieser Woche wird der Toggenburger ein MRI anfertigen lassen, welches aufzeigen wird, ob eine Operation nötig ist oder nicht. Die Schwingerhochburg Nordostschweiz musste gestern aber noch einen anderen Tiefschlag in Kauf nehmen: Urban Götte, Abderhaldens Kumpel vom Schwingklub Wattwil, fiel mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss am linken Knie aus.

Trotzdem hatte am Schluss ein Wattwiler «Muskeltier» die Nase vorne: Nöldi Forrer (30) feierte gestern seinen zweiten Saisonsieg. Der Schwingerkönig von 2001
bodigte im Schlussgang Martin Glaus mit einem Übersprung.

Der bärenstarke Käsermeister und Lastwagenfahrer vermochte im vierten Gang den Abderhalden-Killer Gisler mit einem Gestellten in Schach zu halten, die restlichen fünf Gänge konnte er souverän zu seinen Gunsten entscheiden.

Nöldi: «Es ist zwar schön, dass ich gewonnen habe. Mit diesem Sieg habe ich erneut aufgezeigt, dass mein Fahrplan in Richtung Saisonhöhepunkt Kilchberg-Schwinget stimmt. Aber natürlich ist meine Freude getrübt, weil sich zwei meiner Kollegen verletzt
haben.» Dafür hat Forrer abseits vom Sägemehlring nur Grund zur Freude: Mit dem Bau eines eigenen Hauses in seinem Heimatort Stein erfüllt sich Nöldi gerade einen Bubentraum.

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