Ausdrucken Weiterleiten
 

Drei Mal mehr Lohn

Von Benno Kälin | Aktualisiert um 23:15 | 22.09.2007

Die Mitglieder des SRG-Verwaltungsrats erhalten viel mehr Lohn – auf Kosten der Gebührenzahler.



Dem Aargauer SVP-Ständerat Maximilian Reimann (65) platzt der Kragen: «Eine Unverfrorenheit!» Und ein ehemaliger SRG-Kadermann sagt es noch deutlicher: «Das ist ein unanständiger Griff in die Gebührenkasse.»

Am 27. Juni beschloss der SRG-Zentralrat, die Honorare der SRG-Verwaltungsräte anzuheben. Neu erhält Präsident Jean-Bernhard Münch für den Teilzeitjob eine Jahresentschädigung von 180 000 Franken (plus 12 000 Spesenpauschale). Bisher waren es 133 000 Franken (plus 20 000 Spesen).

Die VR-Mitglieder Jean-François Roth, Duri Bezzola, Hans Fünfschilling, Trix Heberlein, Renzo Respini und Elisabeth Veya kassieren neu 40 000 statt 12 000 Franken – also mehr als das Dreifache! Dazu kommt: Neu gibt es nebem dem Grundhonorar zusätzlich 1000 statt 500 Franken pro Sitzung.

Die SRG hat die neuen Honorare nie kommuniziert. SRG-Sprecher Daniel Steiner bestätigt jetzt die Recherchen von SonntagsBlick. Er begründet die massive Lohnerhöhung mit dem «Kaderlohnreporting 2005» des Finanzdepartements. Dieses habe ergeben, dass die Entschädigungen im Vergleich zu den übrigen bundesnahen Unternehmen wie SBB, Post und Ruag sehr niedrig seien.

Absurd, findet Reimann: «Die anderen Betriebe tragen Risiken, bei der SRG fliesst das Geld von alleine, von Wettbewerb keine Spur.» Zudem, so Reimann, «ist die Verantwortung des SRG-Verwaltungsrats nicht höher als die eines Vereinsvorstands».

Den SRG-Verwaltungsräten ist die Sache offenbar peinlich. Hans Fünfschilling sagt bloss: «Kein Kommentar.» Pikant: Sämtliche SRG-Verwaltungsräte sitzen auch im SRG-Zentralrat – dem Gremium, das die Lohnerhöhungen durchwinkte.
ABO-SERVICE
Angebot