Modrow 104: Modrow sieht fern
Peter Exinger | Aktualisiert um 23:14 | 27.05.2006
In Modrows Welt bewegt sich eine Menge: Blätter, Wolken und neuerdings sogar Katzen. Wahnsinn!

(Susanne Völlm)
Unsere Katze liebt das Fernsehen. Nicht, dass Sie jetzt denken, unser Wohnzimmerpanter würde sich irgendwelche absurden Reality-Shows reinziehen. Oder uns kätzischen Beistand leisten, während sich Gaby mit mir durch die Kultursendungen zappt. Das auch nicht.
Nein, Modrow sieht fern, wann SIE will. Und zwar einen Sender, den sie überall empfangen kann: Katz-TV. Es läuft hinter jeder Glasscheibe, hat ein sehr spannendes Programm und wird grundsätzlich live übertragen.
Brav sitzt Modrow dann wie eine Dekorationskatze hinter der Balkontüre und guckt, was auf der Terrasse gegeben wird: Die Blätter der Tomatenpflanzen bewegen sich im Wind, die Blätter der Peperoncinipflanze ebenfalls. Modrow spitzt die Ohren, es ist nichts zu hören. Drüben taucht eine Wolke hinter der Föhre auf, die Blätter der Tomantenpflanze bewegen sich immer noch im Wind, Modrow spitzt die Ohren in eine andere Richtung, horcht gebannt, die Wolke hinter der Föhre wird grösser, Modrow zuckt mit dem Schwanz, ein Zittern geht durch ihren kleinen Körper, ein Vögelchen fliegt vorbei, die kleinen Blätter der Peperoncinipflanze und nun auch die des Zucchettigewächses bewegen sich im Wind, Modrow spitzt die Ohren, die Blätter der Tomatenpflanze …
So eine Session kann halbe Stunden dauern, manchmal sogar ganze. Denn Modrow hat bei uns die Qual der Wahl. Es gibt so viele Fernsehapparate! Bei manchen Programmen schaut sie täglich vorbei. In andere zappt sie nur lustlos und für wenige Augenblicke hinein.
Dem Katz-TV im Gästezimmer brachte Modrow bislang wenig Begeisterung entgegen. Das änderte sich jedoch vergangene Woche von einer Sekunde auf die andere. Da konnte Modrow nämlich den Auftritt einer stolzen Siamkatze (neu eingezogen auf der Terrasse unserer Nachbarn) bestaunen. Gespitzte Ohren, gespannte Aufmerksamkeit bei ohrenbetäubender Mucksmäuschenstille. Stundenlang!
Seitdem sendet Katz-TV im Gästezimmer rund um die Uhr. Und Modrow verpasst nur selten eine Sendung. Die Siam-Nachbarin ist ja auch ein Prachtvieh, muss man sagen. «Sollten wir uns mal näher ansehen. Vielleicht lässt sie sich streicheln.»
Aber meine Katze schaut mich nur mitleidig an.
Nein, Modrow sieht fern, wann SIE will. Und zwar einen Sender, den sie überall empfangen kann: Katz-TV. Es läuft hinter jeder Glasscheibe, hat ein sehr spannendes Programm und wird grundsätzlich live übertragen.
Brav sitzt Modrow dann wie eine Dekorationskatze hinter der Balkontüre und guckt, was auf der Terrasse gegeben wird: Die Blätter der Tomatenpflanzen bewegen sich im Wind, die Blätter der Peperoncinipflanze ebenfalls. Modrow spitzt die Ohren, es ist nichts zu hören. Drüben taucht eine Wolke hinter der Föhre auf, die Blätter der Tomantenpflanze bewegen sich immer noch im Wind, Modrow spitzt die Ohren in eine andere Richtung, horcht gebannt, die Wolke hinter der Föhre wird grösser, Modrow zuckt mit dem Schwanz, ein Zittern geht durch ihren kleinen Körper, ein Vögelchen fliegt vorbei, die kleinen Blätter der Peperoncinipflanze und nun auch die des Zucchettigewächses bewegen sich im Wind, Modrow spitzt die Ohren, die Blätter der Tomatenpflanze …
So eine Session kann halbe Stunden dauern, manchmal sogar ganze. Denn Modrow hat bei uns die Qual der Wahl. Es gibt so viele Fernsehapparate! Bei manchen Programmen schaut sie täglich vorbei. In andere zappt sie nur lustlos und für wenige Augenblicke hinein.
Dem Katz-TV im Gästezimmer brachte Modrow bislang wenig Begeisterung entgegen. Das änderte sich jedoch vergangene Woche von einer Sekunde auf die andere. Da konnte Modrow nämlich den Auftritt einer stolzen Siamkatze (neu eingezogen auf der Terrasse unserer Nachbarn) bestaunen. Gespitzte Ohren, gespannte Aufmerksamkeit bei ohrenbetäubender Mucksmäuschenstille. Stundenlang!
Seitdem sendet Katz-TV im Gästezimmer rund um die Uhr. Und Modrow verpasst nur selten eine Sendung. Die Siam-Nachbarin ist ja auch ein Prachtvieh, muss man sagen. «Sollten wir uns mal näher ansehen. Vielleicht lässt sie sich streicheln.»
Aber meine Katze schaut mich nur mitleidig an.
Brief an Modrow
Liebe Modrow
Ich bin eine verwaiste Katzenmutter. Ich warte immer auf den SonntagsBlick, und zuerst blättere ich nach Dir. Du siehst aus wie meine Saschy, die ich 17 3/4 Jahre als Mitbewohnerin hatte. Ich wohne schon seit über zwei Jahren in einer anderen Wohnung, aber oft begegnen wir uns für Sekunden. Von euch, besonders von schwarzen Katzen, geht etwas Geheimnisvolles aus, aber nichts Teuflisches, wie viele Menschen behaupten – alles dummes Zeug! Katzen sind wunderschön, Du besonders Modrow, Du sitzt auch im richtigen Licht.
Liebe Grüsse
Wally Heinzelmann, Basel
Marktplatz
Modrow
Blick.ch










