Editorial «Arbeitslose über fünfzig – keiner will sie»

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Editorial «Diese Zeiten sind vorbei»
2 Editorial «Den Polizisten gebührt für ihren Einsatz Dank»
3 Editorial «Jeden Tag fängt eine neue Zukunft an»

Editorial

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden
  play

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Im Mai berichtete SonntagsBlick zum ersten Mal über Mauro Breitschmid (56). Der Zürcher ist seit acht Jahren arbeitslos.

Er lebt von 2100 Franken Sozialhilfe im Monat. Breitschmid will arbeiten, doch er findet keinen Job – obwohl er etwa 400 Bewerbungen geschrieben hat. Jetzt wartet er auf die Rente, verdammt zur Untätigkeit, ohne Perspektive. Neun lange Jahre sind es bis dahin.

Wie Breitschmid geht es vielen, die im Alter von 50 Jahren und darüber arbeitslos werden.

Die Statistik zeigt: Je älter der Arbeitslose, desto länger dauert es, bis er einen Job findet. Personalvermittler denken erst gar nicht daran, Arbeitslose über fünfzig zu vermitteln. Sie gelten als zu teuer. Keiner will sie.

Für den Einzelnen ist das eine Katastrophe. Und für die Gesellschaft eine gewaltige Bürde. Die Fakten sollten die Wirtschaft zum Umdenken bewegen: Wir leben länger, die Renten schrumpfen. Es führt kein Weg daran vorbei, dass Arbeitnehmer länger arbeiten – und Ältere wieder Arbeit finden.

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik haben das erkannt. Doch jahrelang blieb es bei Lippenbekenntnissen. Jetzt fordert die SP einen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer. Das hilft zwar nur denen, die noch einen Job haben. Aber es ist ein Anfang.

Ebenso wichtig ist es, dass die Arbeitgeber wieder Ältere einstellen. Die CEOs grosser Schweizer Unternehmen reden heute nicht mehr allein von Frauenförderung, sondern von Diversity. Damit meinen sie eine gesunde Mischung. Von Männern und Frauen, von In- und Ausländern, vor allem: von Jung und Alt.

Die Maxime ist richtig. Jetzt müssen die CEOs nur noch danach handeln.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen
Katia Murmann

PPS. Nicht vergessen: Diskutieren Sie unsere Themen auch diesen Sonntag auf Twitter, unter dem Hashtag #SonntagsBlick

Publiziert am 27.11.2016 | Aktualisiert am 26.11.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden