Nächste Woche erscheint das erste Gutachten: Rekruten hätten nicht aufsteigen dürfen!
Von Fredy Gasser | Aktualisiert um 15:52 | 16.11.2009
Bevor an der Jungfrau sechs Rekruten in den Tod stürzten, verstiessen sie gegen den Risiko-Standard des Bergführerverbandes. So deuten Experten erste Erkenntnisse aus dem Gutachten.
Am 12 Juli stürzten sechs Rekruten beim Aufstieg zur Jungfrau (4158 m ü. M.) wegen eines Schneebretts etwa tausend Meter tief in den Tod.
Knapp 30 Seiten stark ist das erste Unfallgutachten des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos GR zum Jungfrau-Drama vom 12. Juli 2007. «Wir haben es termingerecht am Mittwoch abgeliefert», bestätigt SLF-Standortleiter Jakob Rhyner (49).
Die zentrale Frage, die das Gutachten beantworten muss – so Experten gegenüber SonntagsBlick –, ist jene nach der «kritischen Neuschneemenge», wie sie der Schweizerische Bergführerverband definiert. Im Jungfraugebiet waren zwei Tage vor dem Unfall mindestens 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee gefallen und die Temperaturen bis unter minus 10 Grad gesunken, bei mindestens mässigen Winden.
Damit war die Kritische Neuschneemenge erreicht, das heisst: «Zur Unfallzeit herrschte eindeutig erhebliche Lawinengefahr», so der international renommierte Lawinenexperte Werner Munter (66). Er sagt: Bei diesen Bedingungen sollten Berggänger Hänge meiden, die steiler als 40 Grad sind, weil sich jederzeit ein Schneebrett lösen kann – erst recht, wenn einer oder mehrere Alpinisten aufsteigen wie an jenem Unglückstag. Der Schlussaufstieg zur Jungfrau, bei dem sechs Rekruten der Andermatter Gebirgsspezialisten-RS abgestürzt sind, ist 40 bis 50 Grad steil. Die jungen Männer und ihre Bergführer hätten also gar nicht in den Hang steigen sollen.
Ob die Rekruten das tödliche Schneebrett selbst auslösten, beantwortet das Unfallgutachten nicht eindeutig. «Höchstwahrscheinlich» hätten sie es selber ausgelöst, sagt ein Experte.
Sind die sechs Soldaten also in den Tod geschickt worden? «Nein», sagt Bergführer Munter. «Aber sie haben den Risiko-Standard des Bergführerverbandes überschritten.» Der Standard besagt: Das Todesrisiko bei einer Bergtour sollte nicht grösser sein als im Strassenverkehr, also ein Toter auf 100 000.
Nächste Woche will Militärjustiz-Sprecher Martin Immenhauser über den weiteren Verlauf der Untersuchungen informieren.
Die zentrale Frage, die das Gutachten beantworten muss – so Experten gegenüber SonntagsBlick –, ist jene nach der «kritischen Neuschneemenge», wie sie der Schweizerische Bergführerverband definiert. Im Jungfraugebiet waren zwei Tage vor dem Unfall mindestens 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee gefallen und die Temperaturen bis unter minus 10 Grad gesunken, bei mindestens mässigen Winden.
Damit war die Kritische Neuschneemenge erreicht, das heisst: «Zur Unfallzeit herrschte eindeutig erhebliche Lawinengefahr», so der international renommierte Lawinenexperte Werner Munter (66). Er sagt: Bei diesen Bedingungen sollten Berggänger Hänge meiden, die steiler als 40 Grad sind, weil sich jederzeit ein Schneebrett lösen kann – erst recht, wenn einer oder mehrere Alpinisten aufsteigen wie an jenem Unglückstag. Der Schlussaufstieg zur Jungfrau, bei dem sechs Rekruten der Andermatter Gebirgsspezialisten-RS abgestürzt sind, ist 40 bis 50 Grad steil. Die jungen Männer und ihre Bergführer hätten also gar nicht in den Hang steigen sollen.
Ob die Rekruten das tödliche Schneebrett selbst auslösten, beantwortet das Unfallgutachten nicht eindeutig. «Höchstwahrscheinlich» hätten sie es selber ausgelöst, sagt ein Experte.
Sind die sechs Soldaten also in den Tod geschickt worden? «Nein», sagt Bergführer Munter. «Aber sie haben den Risiko-Standard des Bergführerverbandes überschritten.» Der Standard besagt: Das Todesrisiko bei einer Bergtour sollte nicht grösser sein als im Strassenverkehr, also ein Toter auf 100 000.
Nächste Woche will Militärjustiz-Sprecher Martin Immenhauser über den weiteren Verlauf der Untersuchungen informieren.
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