Grosse Swisscom- und Blick-Serie zu Virtual Reality So sieht Ihr Job in Zukunft aus

Virtual, Augmented und Mixed Reality sind in aller Munde. Was ist es genau - und wie verändert es unser berufliche Zukunft? Die Swisscom-Experten John Rice und Stéphane Mingot geben Auskunft.

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Spüre ich die neuen Technologien in meinem Alltag bereits?
John Rice: Klar! Ein Beispiel: Als ich kürzlich in Amsterdam war, änderte sich mein Newsfeed. Er erkannte mich als Besucher. Was für mich wichtig ist, wird ständig angepasst - abhängig davon, wo ich bin und was ich mache. Kontextuelle Information heisst das Stichwort.
Stéphane Mingot: Denken Sie an all unsere Google-Abfragen. Künftig werden die von uns gewünschten Informationen geliefert, basierend auf dem, was wir gerade tun - ohne dass wir exakt danach fragen.

Virtual, Augmented, Mixed Reality ... Was sind genau die Unterschiede?
JR:
Bei Virtual Reality ist wird meine Umgebung komplett ausgeblendet, ich tauche in eine virtuelle Welt ein, die ich auf einem Bildschirm in einer geschlossenen Brille sehen. Augmented Reality hingegen reichert meine Umgebung mit zusätzlichen Informationen an.
SM: Etwa wenn bei einem Fussballspiel am TV die Entfernung zum Tor eingeblendet wird oder im Auto Infos des Navi auf dem Head-up-Display erscheinen…
JR: ... und bei Mixed Reality setzt sich beispielsweise eine Person als Hologramm an den realen Tisch vor mir. Augmented und Mixed Reality machen das Unsichtbare sichtbar.

 

Wie verändert das unsere Berufe?
JR:
Nehmen wir zum Beispiel die Baubranche: Ein Büezer erhält den Hinweis, dass in einer Röhre der Druck steigt. Während er hineinschaut, erhält er Live-Informationen, was zu tun ist. Das macht die Arbeit sicherer und effizienter. Der Architekt sieht das Gebäude in der Landschaft, bevor es gebaut wird. Auf einer Brille werden ihm alle relevanten Informationen angezeigt - ist die geplante Höhe an dieser Stelle umsetzbar - und natürlich kann sich der Auftraggeber gleich auf einen virtuellen Rundgang begeben.
SM: Oder in der Medizin: Ein Patient liegt mit Verdacht auf einen Herzinfarkt im Ambulanz-Auto. Die Informationen des Herzmonitors erscheinen in der Brille des Sanitäters und werden zusammen mit Kamerabildern ans Spital übermittelt, wo sich ein Spezialist live einschaltet und den Sanitäter bei der Behandlung unterstützen kann.

Erleben Sie Virtual Reality

Technik, die Leben rettet.
SM: Ja, und das Leben vereinfacht. Wenn Sie mit der Heizung Probleme haben, muss kein Techniker mehr zu Ihnen nach Hause kommen. Er gibt genaue Anweisungen, die Sie dann auf Ihrer Brille eingeblendet sehen.

Gehen so nicht Jobs verloren?
SM: Einige werden wegfallen, dafür entstehen viele Neue. Viele werden angereichert. Soziale und beratende Kompetenzen werden wichtiger, also im Prinzip genau die menschlichen Fähigkeiten. Und die meisten Berufe erhalten eine neue Dimension, werden interessanter. Ein Techniker kann eine Maschine reparieren, die er vorher noch nie gesehen hat.
JR: Wir sollten die Digitalisierung als Chance begreifen, nicht als Risiko.

Der Romand Stéphane Mingot (45) ist Head of Development & Integration bei Swisscom und setzt Augmented Reality für Kundenlösungen ein. Er glaubt: «Augmented Reality wird die Art, wie wir mit Menschen und Objekten interagieren, in vergleichbarem Ausmass revolutionieren wie damals die Smartphones.» play
Der Romand Stéphane Mingot (45) ist Head of Development & Integration bei Swisscom und setzt Augmented Reality für Kundenlösungen ein. Er glaubt: «Augmented Reality wird die Art, wie wir mit Menschen und Objekten interagieren, in vergleichbarem Ausmass revolutionieren wie damals die Smartphones.» Christian Aeberhard

Ist die Schweiz dafür gerüstet?
JR:
Gerade die Schweiz! Wir sind gut ausgebildet, haben mit Hochschulen wie der ETH und der EPFL Leader im technologischen Bereich. Die Startup-Szene wächst. Aber als kleines Land müssen wir uns natürlich differenzieren und spezialisieren, um gegen Grossmächte zu bestehen.
SM: Für eine Exportnation ist die Entwicklung sehr interessant. Wenn kein Techniker zu Ihnen nach Hause kommen muss, gilt dasselbe natürlich in der Industrie. Kostenintensive Reparaturen können mittels Augmented Reality quasi von hier aus ausgeführt werden, auch wenn die Maschine in Neuseeland steht. Wer das Know-how hat, profitiert. Die Schweizer Industrie hat immer auf neue Technologien gesetzt, um erfolgreich zu sein. Das wird auch dieses Mal der Fall sein.
JR: Das Gute ist: Bei uns sind auch kleinere Unternehmen sehr an der Technik interessiert. Und die neue Technik ermöglicht eine neue Dimension der Kollaboration. Die Welt wächst zusammen, es spielt keine Rolle, wer gerade wo ist.

Muss ich in Zukunft dann überhaupt noch ins Büro?
JR:
Klar kann ich im Zug oder sogar in der Badi arbeiten, aber das Büro bleibt wichtig. Es geht dabei um Zugehörigkeitsgefühl, soziale Kontakte und die Infrastruktur. Vielleicht werden wir einfach nicht mehr so oft im Büro sitzen. Es wird primär zur Begegnungszone, was auch neue Anforderungen an die Unternehmens-Kultur und die Führungskräfte stellt. Hier sind die die Personalabteilungen gefordert.

Sie haben vorher kontextuelle Information erwähnt. Können Sie das etwas ausführen?
JR:
Googeln Sie im Zug auf dem Handy nach einem Film, erhalten Sie eine Kritik. Suchen Sie jedoch vor dem Kino, erhalten Sie das aktuelle Kinoprogramm. Per Augmented Reality kaufen Sie gleich ein Ticket per Fingerschnippen.

Der Amerikaner John Rice (48) entwickelt als Innovation Director neue Lösungen für die Zusammenarbeit von Geschäftskunden. Augmented und Virtual Reality sorgen für eine vielseitigere und besser vernetzte Welt. play
Der Amerikaner John Rice (48) entwickelt als Innovation Director neue Lösungen für die Zusammenarbeit von Geschäftskunden. Augmented und Virtual Reality sorgen für eine vielseitigere und besser vernetzte Welt.

Ich gebe so ständig Daten von mir preis.
SM:
Sie tun es, weil Sie dafür etwas erhalten - alles wird einfacher. Aber es stimmt natürlich. Man muss abwägen, welche Informationen man teilen will.
JR: In gewissen Bankräumen sind beispielsweise keine elektronischen Geräte erlaubt. Aber es geht auch um Vertrauen. Ich persönlich vertraue Google - aber passe trotzdem auf, welche Daten ich ihnen gebe.

Muss ich eigentlich in Zukunft immer so eine, sagen wir mal sperrige, Brille tragen?
JR: Nein. Die Google Glasses waren ein Prototyp, die Snapchat Spectacles sind schon viel chicer. Aber es wird auf die Anforderungen ankommen. Die sind im Operationssaal natürlich anders als im Alltag.
SM: Letztlich wird es wohl ganz ohne Brille gehen, es läuft auf eine natürlichere Interaktion zwischen Maschine und Mensch hinaus - sei es mit Gesten oder mit der Stimme. Aber erst mal sind die Designer gefragt.

Swisscom und Blick berichten in einer 9-teiligen Serie über einen der grossen technologischen Trends: Virtual Reality. Der nächste Artikel erscheint am 18.November.

Publiziert am 10.11.2016 | Aktualisiert am 11.11.2016
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