«Star Wars» in 360 Grad Wie würde die Schlacht um den Todesstern heute aussehen?

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Noch lässt Hollywood auf sich warten. Es wird wohl aber nicht mehr lange dauern, bis wir im Kino einen Film in 360 Grad bestaunen können. Allerdings steht die Filmindustrie hier vor einer grossen Herausforderung. «Nach einer gewissen Zeit ist der durchschnittliche Zuschauer müde, alles in seiner Blase zu entdecken und verhält sich wieder so, als würde er auf eine Leinwand blicken. Da kommen die alten Gewohnheitsmuster wieder durch», erklärt Lorenz Troll (28), Regisseur des ersten Schweizer 360-Grad-Kurzfilms «Gegen die Regeln». «Was da hilft, ist die Handlung im Raum zu verlagern und zu bewegen. Aber ob man das 90 Minuten mitmacht, ist sicherlich eine Frage, die auch Hollywood bisher bremst, ganze Blockbuster in 360 Grad zu produzieren.»

Lorenz Troll, Regisseur des ersten Schweizer 360-Grad-Kurzfilms «Gegen die Regeln». play
Lorenz Troll, Regisseur des ersten Schweizer 360-Grad-Kurzfilms «Gegen die Regeln».

Vor allem Action-Streifen wie «Star Wars» würden heute laut Troll zu einem ganz neuen Filmerlebnis werden. «In der Schlacht um den Todesstern hätte ich gerne den Point of view von R2D2 auf dem Rücken des X Wing Fighter. Wobei das in den Games zu ‹Star Wars› bereits vor Virtual Reality möglich war. Ich würde aber gleich bei der Szene bleiben und könnte mir sehr gut vorstellen, wie mir in 360 Grad alles Mögliche um die Ohren fliegt, Kollisionen in letzter Sekunde verhindert werden oder Verfolger abgeschüttelt werden. Ich denke, wo viel passiert, bis hin zur Unübersichtlichkeit, werden neue Emotionen geweckt, die auf einer Leinwand schwieriger zu erzeugen sind.»

«Was passiert, wenn ich in dieser Rolle zuschlage?»

Bei «Fight Club» mit Brad Pitt in der Hauptrolle wäre man bei einem 360°-Filmerlebnis als Zuschauer besonders gefordert. play
Bei «Fight Club» mit Brad Pitt in der Hauptrolle wäre man bei einem 360°-Filmerlebnis als Zuschauer besonders gefordert. AFP

Ein anderer Klassiker, den Troll gerne in 360 Grad sehen würde, ist «Fight Club». «Wir sind im Keller, im Kreis dieser wütenden Männerrunde. Was wäre, wenn ich plötzlich herausgefordert werde? In einer 360-Grad-Umgebung würden mich alle Beteiligten anschauen und verlangen zu kämpfen. Sie würden mich in dieser fiktiven Erzählung gar anfeuern.» Bei «Fight Club» sei es besonders gut nachvollziehbar, wie man vom passiven Zuschauer in eine aktive Rolle schlüpft. «Von aussen sieht das alles sehr unterhaltsam aus, aber was passiert, wenn ich dann in dieser Rolle zuschlage oder selbst getroffen werde? In eine Rolle zu schlüpfen, kann Fragen aufwerfen, die ich meinem eigenen Verhalten stelle.»

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Auch das Science-Fiction-Drama «Another Earth» würde ihn faszinieren. «Es geht darum, dass plötzlich eine identische Erde am Firmament auftaucht. Die Protagonistin des Films hat eine grosse Schuld auf sich genommen, die sie verfolgt. Sie hilft im Haushalt des Vaters, dessen Familie durch sie bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Der Film ist sehr leise, und ich kann mir sehr gut die Rolle als Beobachter in dieser surrealen und bedrückenden Welt vorstellen.»

Ein ganzes Filmset muss verschwinden

Die Idee von 360-Grad-Videos ist es, den Zuschauer unmittelbar in das Geschehen hineinzuversetzen. «Dabei wird mir nicht alles präsentiert, so wie wir es von klassischen Filmen gewohnt sind. Ich bin gezwungen, die Szene zu entdecken, mich zu bewegen, eine aktive Rolle einzunehmen», erläutert Troll. Die Crew steht bei den Dreharbeiten vor einer grossen Herausforderung. «Man steht vor der Aufgabe, ein ganzes Filmset verschwinden zu lassen. Wenn ich eine 360-Grad-Umgebung habe, löst sich das vor und hinter der Kamera völlig auf.»

Ihr 360-Grad-Kurzfilm «Gegen die Regeln» stellte die Studierenden von «Cast/Audiovisuelle Medien» an der Zürcher Hochschule der Künste vor völlig neue Herausforderungen: «Wir mussten das ganze Equipment, das zu einem Filmset gehört, verschwinden lassen. Das Licht muss versteckt werden, die Mikrofone werden unsichtbar gemacht, die Crew ist hinter toten Winkeln oder ausserhalb der Szenerie. Man kann das Geschehen zwar schon auf Tablets verfolgen, die ein Livebild rausgeben, aber das ist schwieriger zu beurteilen. Die Schauspieler haben uns gesagt, es fühle sich eher wie Theater an als ein Filmset.»

Publiziert am 17.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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