Mietkaution – die Kosten vor dem Zins Diese Schäden werden davon bezahlt

Wohnen kostet schon vor der Schlüsselübergabe, denn Mieter müssen vor dem Einzug eine Kaution hinterlegen. Was mit der Sicherheitsleistung berappt wird und was nicht.

Nach der Miete ist vor der Miete: Der Vormieter bekommt seine Kaution bald zurück, der Nachmieter muss sie bereits bezahlt haben.  play

Nach der Miete ist vor der Miete: Der Vormieter bekommt seine Kaution bald zurück, der Nachmieter muss sie bereits bezahlt haben. 

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Wer seine Traumwohnung haben möchte, muss bisweilen tief in die Tasche greifen. Nicht erst für den monatlichen Mietzins, meist schon vorher. Viele Vermieter verlangen eine Kaution, ein sogenanntes Mietzinsdepot. Da geht es schnell um mehrere Tausend Franken.

Trotz überhitzten Wohnungsmarkts müssen sich Mieter punkto Mietkaution aber nicht alles gefallen lassen. «Ist sie nicht im Miet-vertrag festgelegt, muss sie nicht bezahlt werden», sagt Ruedi Spöndlin, Rechtsberater beim Mieterverband Deutschschweiz. Hält der Vertrag ein Depot fest, darf es nicht höher als drei Monatsmieten sein. Und es muss auf den Namen des Mieters auf ein Sperrkonto einbezahlt werden. Es bleibt also sein Vermögen.

Die Kaution dient als Sicherheit für alle Ansprüche aus dem Mietverhältnis – also für Miete, Nebenkosten und Schäden am Mietobjekt. «Als Mieter ist man jedoch nur für übermässige Abnutzung verantwortlich», sagt Spöndlin.

Wasserschäden auf dem Parkett muss der Mieter bezahlen

Die normale Abnutzung einer Wohnung geht zulasten des Vermieters, für übermässige Abnutzung müssen Mieter beim Auszug zumindest teilweise aufkommen. Als normale Abnutzung gelten beispielsweise Schatten an den Wänden von Möbeln und Bildern. Als übermässige Abnutzung werden etwa Wasserschäden auf Parkettböden eingestuft.

Der Mieterverband stellt auf seiner Internetseite eine Lebensdauertabelle bereit. So kann man prüfen, ob die Abnutzung normal oder übermässig ist. Einigen sich Vermieter und Mieter nicht darüber, können sie sich an die kantonale Schlichtungsbehörde wenden.

Meistens ist die Bezahlung der Kaution bis zum Mietbeginn fällig. «Fehlt sie, kann der Vermieter die Schlüsselübergabe verweigern», sagt Ruedi Spöndlin. Unzulässig ist es hingegen, wenn der Hauseigentümer während eines laufenden Mietverhältnisses plötzlich neu ein Depot einfordert oder eine Erhöhung desselben verlangt. «Das wäre eine Vertragsänderung, und diese kann vor der Schlichtungsstelle angefochten werden», sagt Spöndlin. Das Gleiche gilt bei ­einem Verwaltungs- oder Besitzerwechsel.

Geld zurück: spätestens nach einem Jahr

Beim Auszug aus der Wohnung sollte der Vermieter das Sperrkonto innert eines Monats freigegeben, sofern keine Ansprüche mehr offen sind – laut Spöndlin «eine ungeschriebene Regel». Viele Vermieter warten aber damit, bis die endgültige Nebenkostenabrechnung gekommen ist. Das kann mehrere Monate dauern.

«In diesem Fall darf aber nur jener Betrag zurückbehalten werden, der den zu erwartenden Nebenkosten entspricht», so der Mietrechts-experte. Und wenn der Vermieter die Kaution nicht innert eines Jahres freigibt, muss die Bank das Geld an den ehemaligen Mieter überweisen – ohne Zustimmung des Vermieters.

Mehr Infos zum Thema Mietzinsdepot finden Sie unter: www.mieterverband.ch

Publiziert am 26.06.2015 | Aktualisiert am 26.06.2015
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Versicherung als Notlösung

Wem das Geld für das Mietzinsdepot fehlt, kann eine Mietkautionsversicherung abschliessen. Sie kostet während der ganzen Mietdauer eine jährliche Prämie. Wer mehrere Jahre in der­selben Wohnung lebt, fährt aber mit dem Depot besser, da das Geld nach dem Auszug zurückerstattet wird. Ausserdem übernimmt die Versicherung keine Kosten im Schadensfall. Auslagen für übermässige Abnutzung muss der Mieter selber zahlen.

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3 Kommentare
  • Hans  Hurni 26.06.2015
    Als gewinnorientierter Immobilienbesitzer, stehen mir die Haare zu berge, ob der Abnutzung. Sollen die unsachgemässen und abgebrannten Mieter doch zelten gehen.
  • Romeo  Giampa , via Facebook 26.06.2015
    Folgendes ist noch wichtig für alle Mieter : Bei Mietkautionsversicherungen wie Swiss Caution usw.. Immer vorher abklären ob ihr Vermieter mit solchen Versicherungen überhaupt zusammenarbeiten. Die meisten eben nicht. Dann hat man 231. vorgeschossen und dann fängt das Theater an diese wieder zurückzubekommen.
  • Iris  Schipke , via Facebook 26.06.2015
    Ja das ist wieder klar,wer eine Wohnung will,darf sofort das Depot bereit legen,,,wenn es um Geldrückgabe geht,darf es ohne weiteres 1 Jahr dauern.Diesen Passus sollte man endlich einmal streichen,dass ist einfach Haarsträubend ungerecht!