Fux' 6-mal Sex «Ist Sperma gesund?»

Am Jahresende ziehen viele Bilanz – auch Caroline Fux. Die BLICK-Sexberaterin hat die sechs Kolumnen zusammengestellt, die 2015 am meisten für Aufsehen gesorgt haben – und verrät, was ihr dabei durch den Kopf gegangen ist.

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Meine Freundin (28) schluckt mein Sperma leidenschaftlich gerne. Sie sagt, das sei sogar gesund. Stimmt das? Ich (32) weiss, dass es schon verschiedentlich Berichte darüber gegeben hat. Wurde dies erforscht? Pascal

Lieber Pascal

Geht es um die gesundheitlich positiven Eigenschaften von Sperma, wird eigentlich immer die gleiche Studie aus dem Jahr 2002 zitiert: Darin fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Präsenz von Sperma in der Vagina der Frau und tieferen Depressionswerten. Aus den Ergebnissen hat man abgeleitet, dass die im Sperma enthaltenen Stoffe, darunter verschiedene Hormone, eine antidepressive Wirkung haben könnten. 

Obwohl die Studie sorgfältig gemacht wurde und hohen wissenschaftlichen Standards genügt, müssen sich die Forscher auch Kritik gefallen lassen: In die Resultate flossen kaum psychosoziale Aspekte ein, die einen Einfluss auf das Resultat gehabt haben könnten. Beispielsweise wurde nicht geprüft, ob die Frauen, die kein Kondom benutzten, Sex als intimer und befriedigender erlebten. Solche oder ähnliche Gefühle könnten ebenfalls als Depressionsschutz gewirkt haben. 

Diese Kritik widerlegt nicht, dass Sperma durchaus überraschend positive Effekte haben kann. Der im Ejakulat enthaltene Hormoncocktail hat durchaus das Potential für positive Effekte. Es zeigt einfach, dass für einen endgültigen Beleg noch weitere Forschung nötig wäre und dass es mehr als eine einzelne, dreizehn Jahre alte Studie braucht, um etwas als gesichert zu betrachten.

Schlussendlich stellt sich so oder so die Frage: Was kümmert es euch? Deine Freundin steht auf dein Sperma, und du klingst nicht wirklich danach, als ob du ein Problem hättest, sie damit zu versorgen. Natürlich sind Neugierde und Wissensdurst feine Dinge, aber manchmal ist es im Leben wichtiger, dass man Positives geniesst, ohne dem letzten Schnipsel auf den Grund gehen zu wollen.

Denn ein Wermutstropfen hat die hier besprochene Studie noch: In der Untersuchung wurde nur der vaginale Kontakt mit Sperma geprüft. Ob Ejakulat auch positiv wirkt, wenn es geschluckt wird, war kein Thema.

Die BLICK-Sexberaterin Caroline Fux ist Psychologin und Co-Autorin der Bücher «Was Paare stark macht» und «Guter Sex – ein Ratgeber, der Lust macht». Geri Born

«Das Thema liegt bei Männern auf der Hand»

Sperma fasziniert. Und zwar vor allem Männer. Das entspannte Verhältnis zum eigenen Sperma lässt sich damit erklären, dass Männer ausgiebig Gelegenheit haben, sich mit dieser Körperflüssigkeit auseinanderzusetzen. Immerhin liegt sie als Teil einer erfolgreichen Solosexualität bei ihnen in sehr regelmässigen Abständen quasi auf der Hand. Oder mindestens im Taschentuch. Entsprechend ist es logisch, dass ihnen Veränderungen auffallen oder sie sich wundern oder ärgern, wenn die Menge ihrer Meinung nach nicht ausreichend ist.

Fragesteller Pascal schreibt in seinem Mail von seiner spermabegeisterten Freundin. Allein diese Bemerkung dürfte zu einem Teil des Erfolges dieser spezifischen Kolumne beigetragen haben. In der Realität ist die «spermageile Schlampe» aber eher eine Figur der Pornoindustrie, wenn es auch sehr wohl Frauen gibt, die die Auseinandersetzung mit dieser Körperflüssigkeit mögen. Meistens bleibt es dabei aber bei einer Fantasie und der Reiz liegt eher in der Symbolik als im effektiven Kontakt. Setzen Männer nämlich dazu an, die in den Pornos gezeigten Spermaspiele mit ihren Partnerinnen nachzustellen, ist die Begeisterung bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen mässig.

Im Laufe der Jahre wurde Sperma schon etliche positiven Effekte zugesprochen, von der antidepressiven Wirkung bis hin zum kosmetischen Wunder. Die Beweislage ist diesbezüglich allerdings eher dünn. Grundsätzlich gilt: Eine lustvolle Sexualität tut dem Menschen gut. Egal, um was sie sich dreht. Hauptsache, ein Paar findet einen Weg, die eigenen Wünsche auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

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Publiziert am 01.01.2016 | Aktualisiert am 01.01.2016
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