Leser fragen, Schriftsteller Thomas Meyer antwortet Wie weiter bei einem Burnout?

Ich habe ein Burnout. Wie werde ich wieder leistungsfähig?

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Es geht für Sie an dieser Stelle nicht darum, rasch wieder zu jener Dynamik zurückzukehren, der Sie Ihre Erschöpfungsdepression zu verdanken haben, sondern zu ergründen, wieso Sie in dieser bedenklichen Verfassung immer noch nicht an sich denken. Ein Burnout ist schliesslich nichts anderes als die laute Warnung Ihres Körpers – die leisen haben Sie ja offenbar alle überhört –, dass Sie sich seit längerem auf Abwegen befinden: Während Sie alles daran gesetzt haben, einem gloriosen Bild Ihrer selbst zu entsprechen, sind Ihre seelischen Bedürfnisse offenbar auf der Strecke geblieben.

Der Grund dafür ist, wie so oft, in der Angst zu finden, nicht liebenswert zu sein. Die wird nun vermutlich geradezu explodieren, da es Ihnen nicht mehr möglich ist, die imposanten Leistungen zu erbringen, mit denen Sie sie jahrelang kompensiert haben. Das ist ein grosser Segen, denn jetzt sind Sie gezwungen, innezuhalten und Antworten zu finden auf Fragen folgender Art: Was an Ihnen ist liebenswert, wenn nicht Ihr Erfolg? Was macht Ihnen Freude? Was brauchen Sie wirklich, um glücklich zu sein? Worauf haben Sie spontan Lust? Mit wem möchten Sie Ihre Zeit verbringen?

Sie werden vielleicht feststellen, dass Ihr bisheriger Tätigkeitsbereich keine brauchbaren Auskünfte liefert. Und Ihre private Situation wohl auch nicht. Die aktuelle Zäsur wird daher zu einer Kündigung führen oder zu einer Trennung oder zu beidem. Auch das ist nicht erfreulich, aber notwendig, denn wie Sie sehen, passt das, was bisher Ihr Leben ausgemacht hat, nicht mehr zu Ihnen. Und nachdem Sie nicht den Mumm zur Kurskorrektur hatten, hat nun eben Ihr Körper das Ruder übernommen. Danken Sie ihm dafür und schliessen Sie Freundschaft mit ihm und sich. Es ist höchste Zeit.

Zur Person

Der Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer beobachtet seine Mitmenschen seit nunmehr 41 Jahren. Das ist denen nicht immer recht. Haben auch Sie Fragen an ihn? magazin@sonntagsblick.ch, Betreff: «Meyer»

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Publiziert am 06.01.2017 | Aktualisiert am 06.01.2017
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7 Kommentare
  • Recht  Haber aus Zürich
    07.01.2017
    Es gibt mehr Burnout-Trittbrettfahrer als echte Burnout-Opfer. Fakt. Und das ist gegenüber den echten Betroffenen eine Frechheit.
  • Thomas  Hager aus Luzern
    06.01.2017
    Einen Schriftsteller zu fragen wie weiter mit einem Burnout ist in etwa so als ob man einen Coiffeur fragt wie flicke ich meinen Heizkessel.
    Seine Antworten können nur untauglich sein und hier sind Sie es.
    • Rosa  Rot 07.01.2017
      Stimme Ihnen nicht zu. Hatten sie auch schon mal ein Burnout? Als einziges hilft, wenn man seine Muster ändert. Alles andere ist eine Verzögerung und kann Jahre später zu einem weiteren Burnout führen
  • beat  sigrist aus Manila
    06.01.2017
    Ich brauchte 2 Jahre um aus diesem Loch raus zu kommen ohne fremde Hife.Heute bin ich wieder glücklich und sehr zufrieden mit meinem Leben und geniesse jeden Tag in vollen Zügen.
    • Rosa  Rot 07.01.2017
      Eher fahrlässig ohne professionelle Hilfe ein Burnout überwinden zu wollen. es sollten nicht bloss die Symptome sondern auch die Ursache bekämpft werden und letztere ist/sind einem selber oft noch nicht bewusst
  • jürg  frey aus teufen
    06.01.2017
    Wer nach einem Burnout zu lange weg ist, also in Behandlung hat es nicht nur schwer, sondern es ist fast unmöglich wieder einen Job zu kriegen. Erstens hat man ein Loch im Lebenslauf, die Sache darf man nicht verschweigen gegenüber einem neuen Arbeitgeber, wegen Rückfallgefahr, sprich Versicherungsdeckung und heute steht in jeder Stellenanzeige belastbar; also ich weiss wovon ich spreche, war 6 Monate in einer Tagesklinik; jetzt ist ende Feuer! Belastbar, ja das war mal so.
    • mathias  harnisch aus subingen
      07.01.2017
      ja kommen ja viele die deinen Job billiger machen, gute Besserung.