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Fahrtempo anpassen Busse, obwohl ich nicht zu schnell unterwegs war?

Ich habe auf der Autobahn einen Selbstunfall verursacht. Ausser Blechschaden ist nichts passiert. Die Polizei will mich büssen, obwohl ich nicht zu schnell gefahren bin. Ist das zulässig?

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Manche Beamte machen es sich bei Unfällen zu leicht. Sie behaupten, der Lenker müsse zu schnell gefahren sein – sonst wäre ja nichts passiert.

So einfach ist es nicht. Die Behörden müssen dem Unfallfahrer nachweisen, dass er zu schnell gefahren ist. Doch hier beginnen oft die Definitionsprobleme. Denn in welcher Situation man wie schnell fahren darf, lässt sich nicht pauschal festlegen. Es kommt immer auf die konkrete Situation an.

Grundsätzlich gilt: Fahrzeugführerinnen und -führer dürfen sich nicht bloss auf die angegebenen Höchstgeschwindigkeiten verlassen. Das Strassenverkehrsgesetz hält fest, dass die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen ist, besonders den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen.

Der Bundesrat hat diese Norm konkretisiert: Lenker dürfen nur so schnell fahren, dass sie innerhalb der überblickbaren Strecke halten können. Sie müssen langsam fahren, wenn die Strasse verschneit, vereist, mit nassem Laub oder mit Splitt bedeckt ist.

Vor allem im Herbst und im Winter ist Vorsicht geboten. Wer bei Nebel, Regen oder Frost mit 80 km/h über eine unübersichtliche Landstrasse donnert, hat schlechte Karten in einem allfälligen Strafverfahren, man hätte vor einem Hindernis vermutlich kaum noch rechtzeitig bremsen können.

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Auch auf der Autobahn gilt: Man muss auf Sichtweite anhalten können. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass Fahrzeuglenker auf der Autobahn mit Hindernissen rechnen müssen, auch in der Nacht. Wer bei wenig Verkehr nachts mit 120 km/h unterwegs ist, fährt eigentlich zu schnell, denn das Abblendlicht leuchtet bei normalen Witterungsbedingungen nur eine Strecke von 50 Metern aus.

Ist die Sichtweite – zum Beispiel bei Nebel – kürzer als 50 Meter, sollte man erst recht langsam fahren. In einigen Ländern ist für diesen Fall sogar eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h vorgeschrieben.

Aber auch tagsüber gelten die Höchstgeschwindigkeiten nicht uneingeschränkt, sondern nur bei günstigen Verhältnissen. Wer bei starken Regenschauern mit 120 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn rast, handelt grobfahrlässig.

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Publiziert am 02.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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25 Kommentare
  • Andreas  Inderbitzin aus Brunnen
    03.01.2017
    Die Durchsetzungsinitiative wurde wegen fehlender Verhältnismässigkeit abgelehnt. ViaSicura kennt keinerlei Artikel betr. Verhältnismässigkeit. Eigentlich bräuchte es nicht mal mehr Gerichtsurteile. Die Richter können die Strafen nicht reduzieren, selbst wenn niemand gefährdet wurde. Sowas hat mit Gewaltentrennung und Verhältnismässigkeit nichts mehr zu tun. Staatswillkür pur, und die Schweizer akzeptieren dies auch noch.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    03.01.2017
    Autofahrer sind der Abzockerei Freiwild.

    Es ist Unglaublich wie bei einem Blechschaden die Abzockerei von den Politiker Gesetze Wirkung haben.

    Selber erlebt, es ist Unglaublich in der der Schweiz.

    Tausende Franken Busse und Ausweis Entzug wegen einem kleinen Blechschaden.









    PS: Kanton/Bund darf offiziell Abzocken.
    • Hans  Blattmann 03.01.2017
      Also grundsätzlich ist es mir lieber, wenn das Geld via Verursacher-Prinzip von den Bürgern geholt wird. Sicher besser als generelle Steuererhöhungen die alle bestrafen. Aber jeder einigermassen Weitsichtige hat heute eine (Verkehrs-) Rechtsschutzversicherung und kann so zu seinem Recht kommen. Am besten wäre natürlich, wenn endlich Dash-Cam Material verwendet werden dürfte.
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      03.01.2017
      @Blattmann
      Verursacher wovon genau? Sind Sie auch so ein ÖV-Profiteur? Jeder SBB Kunde zahlt gerade einen Drittel von seinen Kosten. Der Rest muss der Steuerzahler übernehmen. Verursacherprinzip hiesse, dass Ihnen die Billetpreise auf das dreifache erhöht würden. Als Autofahrer schieben wir Milliarden in die allgemeine Staatskasse und weitere Milliarden zum ÖV.
    • Hans  Blattmann 03.01.2017
      @Brechbühl
      Als Autofahrer profitieren Sie ja auch vom ÖV, oder was denken Sie was für einen Verkehrs-Kollaps wir hätten, wenn alle ÖV-Pendler auch noch mit dem Auto auf unseren Strassen unterwegs wären? Und dass der ÖV in der Schweiz etwas kostet liegt auch daran, dass die CH nicht nur aus geraden Strecken und lukrativen 100000er Städten besteht. Gruss ein eingefleischter Autofahrer
    • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
      03.01.2017
      Hans Blattmann, eine kleine Minderheit pendelt mit dem ÖV- Die profitieren nur, sonst nichts.
  • Ueli  Baltensperger aus Muhen
    03.01.2017
    Man muss einfach wissen der Staat nimmt überall dem Bürger die Kohle ab auch wenn es im Gesetz nicht verankert ist, überall sind Staatsfallen aufgebaut.
  • Martin  Matin 03.01.2017
    Autofahren fängt schon mit Eiskratzen von der Scheibe an. Danach das Blinken, wo viele nicht beherrschen . Und die Limiten einhalten, bei Baustellen, 50er und 30er Zonen. Wer dies alles nicht mitmachen will. Sollte eigentlich gar nicht Autofahren dürfen.
  • Roland  Mumenthaler aus Lima
    03.01.2017
    Bin ich froh nicht in der Schweiz zu leben, da muesste ich nochmal 10 Jahre studieren um alle Gesetze zu kennen.