Fit oder fett An welche Diät-Tipps soll man sich halten?

Jede Woche liest man einen neuen Diät-Tipp, der dem letzten widerspricht. Woran kann man sich noch halten?

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Was soll ich denn überhaupt noch essen? Wer Diät-Tipps liest und ernst nimmt, muss verzweifeln: Rotes Fleisch verkürzt das Leben, Fruktose ist Gift, gesättigte Fette verstopfen die Arterien, schwarze Schokolade macht schlank, in Brot und Teigwaren steckt das heimtückische Gluten und mehr. 

Der Grund für diese Verwirrung liegt zunächst einmal daran, dass die Verdauung enorm komplex ist. Eine vereinfachte Skizze des Glukose-Stoffwechsels etwa zeigt 33 chemische Reaktionen mit einem guten Dutzend End- und Zwischenprodukten oder Metaboliten. Zudem macht es einen Unterschied, ob wir das erste oder das dreissigste Gramm Fruktose verdauen und welche anderen Nährstoffe auch gerade noch warten.

Zudem geht es bei Diäten nicht darum, was in den nächsten Minuten, sondern was in den nächsten Jahren passiert. Etwa, wenn wir jeden Tag 150 Gramm Zucker vertilgen in Form von Cola, Glace und Muffins. In der Klinik kann man Leute höchstens drei Wochen lang unter Verschluss halten. In der Zeit entsteht kein Diabetes. Man kann höchstens gewisse Indikatoren im Blut messen und daraus theoretisch ein Risiko errechnen.

Epidemiologische Studien auswerten ist Glückssache

Doch die meisten Warnungen – etwa vor rotem Fleisch – entstehen durch sogenannte epidemiologische Studien. Die gehen so: Man stellt 55 000 Menschen im Alter zwischen 50 und 71 Jahren 124 Fragen zu Ernährung, Alter, Geschlecht und Risikofaktoren wie Rauchen. Dann verfolgt man zehn Jahre lang, woran diese Leute sterben – oder wie lange sie leben.

An diesem Zahlenfriedhof überprüfen dann Forscher aus der ganzen Welt ihre Lieblingsthese, etwa, dass die Herz-Kreislaufsterblichkeit mit steigendem Fleischkonsum zunimmt.

Forscher haben gerne klare Ergebnisse und Journalisten lieben Schlagzeilen wie «Fleischesser sterben früher». Diese Zeile konnte die «Washington Post» rechtfertigen, indem sie in ihrer Auswertung nicht berücksichtigte, dass Fleischesser mehr rauchen und zu Beginn der Studie älter und damit sterblicher waren.

Mit entsprechend korrigierten Zahlen hätte man das Gegenteil «beweisen» können, doch auch hier wäre die errechnete Wirkung weit innerhalb des Fehlerbereichs geblieben: Fragebögen werden falsch ausgefüllt, Essgewohnheiten ändern sich, usw.

Beschwerden können mit Ernährungsfehlern zusammenhangen

Warnungen vor einzelnen Nahrungsmitteln kann man vergessen, vor allem, wenn man sich insgesamt gesund fühlt. Hat man aber Beschwerden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese mit Ernährungsfehlern zusammenhängen. Und dazu gibt es dann doch einige gut abgesicherte Erkenntnisse. In aller Kürze:

A. Zu viel Fruktose und Glukose in Süssgetränken, Riegeln, Müesli usw. überfordern Leber und Bauchspeicheldrüse. Folge: hoher Blutzucker, Insulinresistenz, Übergewicht usw. Da können auch Brot, Teigware und Reis schädlich sein.

B. Zu viele mehrfach ungesättigte Omega-6- und -9-Fette (z. B. Sonnenblumenöl) und zu wenig Omega-3-Fette in Meerfischen, Bio-Eiern etc. fördern Entzündungen. In diesen Fällen sollte man den Anteil an tierischen Fetten wie Butter oder Oliven- und Kokosnussöl erhöhen und Eiweisse nicht vernachlässigen. Gilt vor allem für ältere Semester.

C. Gut kauen. Zeit zum Verdauen lassen. Nachweislich gesund: Intermittierendes Fasten. Mindestens 14 Stunden zwischen Nacht und Morgenessen. Zum Durchhalten: Kokosnussfett und Butter in den Morgenkaffee oder -Tee.

Publiziert am 05.06.2015 | Aktualisiert am 05.06.2015
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Ausgewogen Wer sich insgesamt gesund fühlt, muss auf kein Nahrungsmittel verzichten.

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Nachschlag: Wenn der Darm im Eimer ist

Nein, Eier sind nicht ungesund und Erdbeeren auch nicht. Dennoch gibt es Menschen, die auf diese Nahrungsmittel mit Ausschlägen oder Blähungen reagieren. Meist ist dann die Darmflora gestört. Ein Hauptverdächtiger ist die Fruktose. Rund 70 Prozent aller Menschen mit Darmstörungen leiden auch unter einer Unverträglichkeit an Fruktose und Fruktanen. Diese kommen vor

allem im Brot und in Teigwaren vor, jene in Tafelzucker und Süssgetränken. Darauf sollte man eine Woche lang weitgehend verzichten. Tritt eine Besserung ein, hat man den «Täter» erwischt. Wenn nicht, muss man weiter forschen – oder den Arzt fragen.

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2 Kommentare
  • Madame  Piano, Börn 05.06.2015
    Wieso stammt dieser Bericht nicht von Frau Müller ? Ach ja, sie hält sich an Kalendersprüche! Und Knollennase Fux, das möchtegernmodeldieesnieschaffenwird, hat hier nichts verloren.
  • Morgan  Schwab , via Facebook 05.06.2015
    Und warum keine Ernährung wie in der Steinzeit ? Damit hätten wir sehr viele Probleme mit einem Schlag gelöst.. : Nicht vergessen : Süssstoffe sind unnötig.. und kommen woher genau ? Aus der Tiermast.. !