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André Reithebuch zeigt das einzige Werk, das er in seinem Leben gelesen hat: Mr. Schweiz blättert in seinem Buch

320 Seiten, Fotos inklusive — mehr hat unser Mister nicht gelesen. Und mehr will er auch nicht.

Von Kaye Anthon | Aktualisiert um 15:23 | 04.06.2009
Es gibt Spannenderes als Bücher. Zum Beispiel Bücher mit vielen Bildern: André in der elterlichen Stube zuhinterst im Glarnerland.
Es gibt Spannenderes als Bücher. Zum Beispiel Bücher mit vielen Bildern: André in der elterlichen Stube zuhinterst im Glarnerland.
In André Reithebuchs (22) Büchergestell herrscht gähnende Leere. Immerhin steht da das einzige Buch, das der aktuelle Mister Schweiz in seinem Leben je gelesen hat: «Das Blockhaus am Denali», von Dieter Kreutzkamp. Auf 320 Seiten erzählt der deutsche Abenteurer von seinem Leben mit Frau und Tochter in einer Blockhütte in der Wildnis von Alaska.

Reithebuch findet es aber nicht schlimm, nur ein Buch gelesen zu haben: «Schliesslich gibts im Leben Spannenderes als Bücher.» Zeitungen und Heftchen wie das «Maxim» lese er hin und wieder schon.

Trotzdem verwundert es nicht, dass André Reithebuch lieber Motorrad fährt oder sich mit Freunden trifft, statt sich in ein Buch zu vertiefen: Er leidet an Lese- und Schreibschwäche, auch Illetrismus genannt.

An­dré hat zwar Lesen und Schreiben gelernt – aber nicht genug Übung darin. In der Schule waren seine Deutsch-Noten deswegen meist ungenügend – nur dank seiner mathematischen Fähigkeiten und der Begeisterung für Zeichnen und Sport musste er nie wiederholen.

«Ich mache eben sehr viele Flüchtigkeitsfehler und habe im Hochdeutschen Probleme mit den Satzstellungen», so der Mister. Deswegen schreibe er meist auf Schweizerdeutsch – da könne er schreiben wie er wolle.

BLICK bietet dem Mister gestern Hilfe an – in Form eines Kurses an der EB (Erwachsenen-Bildung) Zürich im Wert von 370 Franken. Perfekt darauf zugeschnitten, um seine Schwäche auszubügeln: ein Schreib-Kurs für Erwachsene. Rei­thebuch winkt ab: «Ich hab ja in der Rekrutenschule schon so einen Kurs besucht. Am Schluss sagte mir der Lehrer, ich solle besser ein paar Bücher lesen.»

Aber eigentlich möchte Reithebuch seine Schwäche auf jeden Fall ausbügeln. Trotzdem: Handicapiert sei er ihretwegen noch lange nicht – in seinem Alltag störe ihn seine Sprachschwäche nicht. Und eben: Falls er einen wichtigen Brief schreiben müsse, korrigiere ihn sein Mami.

In der Schweiz leiden rund 800 000 Menschen an Illetrismus. Einer davon ist der Mister Schweiz: Er steht zu seinem Problem – und wäre auch bereit, für den Schweizerischen Dachverband für Lesen und Schreiben als Botschafter zu arbeiten. «Aber nur, wenn man mich nicht als Analphabeten darstellen würde.» Schliesslich hat er schon ein Buch gelesen.

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Playmate Andrea Vetsch (23) liest Mr. Schweiz die Leviten

Playmate Andrea Vetsch (Thomas Buchwalder)
Playmate Andrea Vetsch (Thomas Buchwalder)

Blick: Lesen Sie gerne?
Andrea Vetsch:
Ja, ich lese unglaublich gerne und viel. Vor al­lem Romane, auch Autobiografien.

Wer ist ihr Lieblingsautor?
John Irving.

Wie halten Sie es mit Männern und Büchern?
Männer, die lesen, sind sexy. Ein Mann muss natürlich keine Kitsch­romane lesen. Übers Weltgeschehen muss er aber unbedingt Bescheid wissen, und zwar nicht nur aus dem TV.

Dann finden Sie lesende Männer anregend?
Ja, auf jeden Fall. Für mich ist es etwas vom Wichtigsten, dass ich mit einem Mann über Bücher oder Zeitungsartikel diskutieren kann. Ich habe auch immer nur Männer kennengelernt, die belesen sind.

Und wenn sich einer gar nicht fürs Lesen interessiert?
Dann finde ich das abtörnend.

Also muss auch ein Mister Schweiz ab und zu ein Buch lesen?
Ja, ich finde, auch ein Mister Schweiz sollte belesen sein. Natürlich muss er nicht jeden Tag drei Bücher verschlingen, aber er muss unbedingt wissen, was in der Schweiz und in der Welt geschieht.

Mister Schweiz André Reithebuch sagt, er habe keinen Bock aufs Lesen.
Wenn einer an einer Krankheit leidet, ist das natürlich etwas anderes. Ich habe gelesen, dass André an einer Lese- und Schreibschwäche leidet. Da finde ich es mutig und vorbildlich, dass er darüber spricht. Trotzdem ist ein Mister Schweiz ein Vorbild. Da ist es natürlich schade, wenn er vom Lesen nichts wissen will.

«Das Blockhaus am Denali» von Dieter Kreutzkamp, 320 Seiten, davon 25 Seiten Fotos. Die unbedingte — und einzige — Lese-Empfehlung unseres Mister Schweiz.
«Das Blockhaus am Denali» von Dieter Kreutzkamp, 320 Seiten, davon 25 Seiten Fotos. Die unbedingte — und einzige — Lese-Empfehlung unseres Mister Schweiz.
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