Analphabetismus: Reithebuch bricht Tabu-Thema
ZÜRICH – Der amtierende Mister Schweiz André Reithebuch hat Mühe mit Lesen und Schreiben. Dennoch will die Mister-Schweiz-Organisation die künftigen Mister-Kandidaten nicht zum Schreibtest bitten.
Von Aurelian Baldinger | Aktualisiert um 13:38 | 02.06.2009
Das Anmeldeformular für die Mister Schweiz Wahl hat André Reithebuchs Mutter ausgefüllt. Denn der 22-Jährige ist funktionaler Analphabet, beziehungsweise Illetrist. «Ich stehe zu meiner Schwäche», gibt der amtierende schönste Schweizer auf «TeleZüri» offen zu.
«Für uns ist das kein Problem. André kann ja lesen und schreiben. Es bereitet ihm bloss ein wenig Mühe», sagt Mister-Schweiz-Organisator Urs Brülisauer gegenüber «Blick.ch». Bereits im Vorfeld der Wahl seien ihm die Schwierigkeiten beim jungen Glarner aufgefallen. Es sei aber am Casting kein Grund, jemanden als Kandidaten abzulehnen: «Es gibt dort keinen Schreibtest», so Brülisauer.
«Sicherheit in Sprache und Schrift» ist also keine Anforderung im Job-Profil für einen Mister Schweiz – genauso wenig wie eine zweite Landessprache. «Das wäre zwar ganz klar wünschenswert, aber letztendlich muss die Jury entscheiden, was für einen Mister sie wollen.»
Als funktionaler Analphabet steht André Reithebuch in der Schweiz alles andere als alleine da: Rund sieben Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 500´000 Schweizerinnen und Schweizer haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Mit seinem Geständnis hat der Mister Schweiz dazu beigetragen, das Thema zu enttabuisieren. Wird er nun zum Botschafter für Analphabetismus? «Das ist denkbar», bestätigt Brülisauer. Allerdings hätten bis anhin noch keine Gespräche mit entsprechenden Vereinen oder Organisatoren stattgefunden.
«Für uns ist das kein Problem. André kann ja lesen und schreiben. Es bereitet ihm bloss ein wenig Mühe», sagt Mister-Schweiz-Organisator Urs Brülisauer gegenüber «Blick.ch». Bereits im Vorfeld der Wahl seien ihm die Schwierigkeiten beim jungen Glarner aufgefallen. Es sei aber am Casting kein Grund, jemanden als Kandidaten abzulehnen: «Es gibt dort keinen Schreibtest», so Brülisauer.
«Sicherheit in Sprache und Schrift» ist also keine Anforderung im Job-Profil für einen Mister Schweiz – genauso wenig wie eine zweite Landessprache. «Das wäre zwar ganz klar wünschenswert, aber letztendlich muss die Jury entscheiden, was für einen Mister sie wollen.»
Als funktionaler Analphabet steht André Reithebuch in der Schweiz alles andere als alleine da: Rund sieben Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 500´000 Schweizerinnen und Schweizer haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Mit seinem Geständnis hat der Mister Schweiz dazu beigetragen, das Thema zu enttabuisieren. Wird er nun zum Botschafter für Analphabetismus? «Das ist denkbar», bestätigt Brülisauer. Allerdings hätten bis anhin noch keine Gespräche mit entsprechenden Vereinen oder Organisatoren stattgefunden.
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Das sagen Blick.ch-Leser
- wolfgang goehte, zürich - 10:55 | 03.06.2009
- » DAS ist nicht eine krumme Nase haben oder schiefe Zähne! Mister Schweiz, welcher die Schweizer-Bürger repräsentieren sollte, kann weder richtig lesen noch schreiben!!! Wer das bagatelisiert versteht sieht das Problem nicht! Sollte denn nicht Mister Schweiz auch ein bisschen ein Vorbild sein?
- Sabine Vorburger, Altstätten - 08:50 | 03.06.2009
- » Es ist wirklich langsam fraglich, über was wir Schweizer uns definieren!!!!! Das ist dich doch absolut nicht peinlich oder fraglich! Wer den IQ höher stellt als den EQ, über den kann ich nur den Kopf schütteln. Hauptsache die Medien haben wieder ein gefundenes Fressen und gewisse Schweizer können lästern. War doch schon immer so!
- michel koeb, montady france - 16:45 | 02.06.2009
- » Kein Bammel liebe Schweizer. Geht es weiter so mit der Jugend, wird einer in Zukunft der lesen und schreiben kann, direkt zu CEO einer Firma gewählt. Resultat einer katastrophalen Erziehungspolitik! Lieber Karriere als zuhause die Kinder erziehen meine Damen. Was bringt überhaupt einen Mister Schweiz diesem Lande? NICHTS!
- Martin Studhalter, Ennetbürgen - 16:17 | 02.06.2009
- » Ein "Mister Schweiz" der nicht mal richtig lesen und schreiben kann ist peinlich...
- Ulrich Scheidegger, Hasle-Rüegsau - 15:33 | 02.06.2009
- » Die Natur schenkt uns vielerlei Talente -aber nicht allen alle. Lese -und Schreibschwächen sind vielverbreitet - und sind keine Schanden. Wenn sich Schönheit noch in einer Person mit Ehrlichkeit paart, ist dies eine der schönsten Tugend. Beim suchen nach irgendwas wird man immer fündig!
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