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Blick Online: Am 19. September erscheint eure neue CD «The Party Ain’t Over Yet». Ist Party feiern für Status Quo noch immer so wichtig wie früher?
Francis Rossi: «Wo denkst du hin? Wir sind jetzt bis kurz vor Weihnachten nonstop auf Tournee, Europa, Russland, Südafrika. Da bist du froh, wenn du Abends nach dem gemeinsamen Essen mit der Gruppe noch ein paar Drinks kippen kannst und danach froh bist, ins Bett zu kommen.»
Erzähl uns etwas über die neue CD. Ist es für euch nach so vielen Jahren eigentlich noch einfach, neue Songs zu schreiben?
«Manchmal, ja. Manchmal ist es aber auch recht anstrengend. Gestern Abend zum Beispiel hat mich die Muse geküsst; ich schrieb drei heisse Titel. Die kommen dann vielleicht auf die nächste CD. Ich habe so meine Songschreib-Perioden. Dieses Jahr fand sie im Februar statt. Dann weiss ich, dass ich mich aufs Komponieren konzentrieren muss. Einfach so aus dem Ärmel schütteln wie gestern kann ich die Songs heutzutage selten. Und: Mittlerweile schreiben alle in der Gruppe Songs. Von mir sind diesmal nur noch zwei drauf, geschrieben zusammen mit unserem alten Wegbegleiter Bob Young, der zum Glück wieder mit an Bord ist.»
Ist es schwierig mit der Song-Auswahl? Jeder will doch seine Titel auf der CD haben, damit er mehr Geld verdient. Ist die Auswahl ein demokratischer Prozess?
«Ja, ist es. Jeder stellt seine Songs vor, wir hören sie gemeinsam an, und meistens ist es schnell klar, welche am besten zu Status Quo passen.»
Wieviele der neuen Songs spielt ihr auf der Bühne?
«Höchstens zwei. Den Titelsong des Albums, der auch als Single ausgekoppelt wurde, und vielleicht noch «Belavista Man». Sonst können unsere Fans das Beste von uns erwarten, alles, was sie sicherlich mögen werden.»
Wer ist John David, der neben dem Titelsong noch zwei andere Lieder schrieb?
«Er spielte früher zusammen mit Dave Edmunds in der Band «Love Scultpure, die mit dem «Sabre Dance» einst einen grossen Hit hatten. Unsere gefallen seine Songs, die passen prima zu uns.»
Was macht ein Rockstar wie du, wenn er mal nicht auf Tournee ist?
«Am liebsten nichts. Wir arbeiten normalerweise so hart, dass wirklich Pause ist, wenn es mal einen Break gibt. In letzter Zeit hatten wir gerade mal zwei Wochen frei. Die Studio-Aufnahmen dauerten mit Unterbrüchen sechs Monate. In der Zeit muss man sich sehr konzentrieren.»
Wie sieht so ein Tagesablauf aus, wenn du zuhause bist?
«Am Morgen gehe ich ins Gym, am Nachmittag ist chillen angesagt. Ich lasse die Tage in solchen Phasen einfach vorbei gehen, schaue, was so ansteht. Manchmal arbeite ich etwas im Garten, das entspannt mich echt.»
Seid ihr auch privat oft zusammen?
«Nein, ja nicht. Wenn du die ganze Zeit auf ausgedehnten Tourneen quasi dauernd aufeinander hockst, brauchst du mal Abstand voneinander.»
Gibts auch mal eine Abwechslung?
«Zum Glück! Kürzlich waren wir in der Kult-TV-Serie «Coronation Street» als Schauspieler engagiert. Klar spielten wir uns selber, was anderes kann man von uns ja nicht erwarten. Der Regisseur sagte uns, was wir zu tun und zu sagen haben. Viele Dialoge mussten wir nicht auswendig lernen. Uns allen hat das viel Spass gemacht.»
Euer Publikum ist sehr gemischt, Fans eurer Generation und auch ganz junge Leute.
«Das ist super. Vor allem wenn du siehst, dass neben alten Quo-Fans auch Teenies und Eltern mit ihren erwachsenen oder kleinen Kindern in unsere Shows kommen. Heute braucht sich keiner mehr zu schämen, wenn er zu Status Quo geht. Ich weiss auch nicht, was unsere Anziehungskraft ausmacht. Ich möchte das auch nicht analysieren. Aber wir spüren auf der Bühne die Vibes des Publikums, dass ihnen unsere Musik gefällt. Das ist immer wieder ein super Gefühl für uns.»
Vor 20 Jahren seid ihr bei «Live Aid» aufgetreten. Bei «Live8» wart ihr nicht dabei. Warum?
«Wir hatten Konzerte in Irland. Man offerierte uns erst den 18-Uhr-Spot. Dann aber wollten U2 die Show mit Paul McCartney eröffnen. So mussten wir leider absagen.»
Hast du die DVD von «Live Aid» gesehen? Was war das für ein Gefühl, eure alten Kumpels Alan Lancaster und John Coghlan mit euch auf der Bühne zu sehen?
«Oh, die ganze Magie jenes Tages war gigantisch. Unser Auftritt war zwar kurz, aber es war ein herrliches Gefühl, dabei zu sein. Aufgeregt hat mich nur Madonna, die 400 Bodyguards brauchte, als sie mal zum Pissen gehen musste. Alan und John sind mir übrigens egal; wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihnen.»
Du bist italienischer Abstammung. Was ist an dir noch italienisch? Bist du vielleicht ein Macho?
(lacht) «Eher ein italienischer Wimpo. Ich bin zwar mit lauter Italienern aufgewachsen, spreche die Sprache aber leider trotzdem nicht mehr. Mit 56 ist es jetzt zu spät, nochmals mit dem Lernen anzufangen. Die Rossis sind eine Eiscreme-Dynastie. Meine Verwandten in Nordengland verkaufen immer noch Eis. Rossi-Eis ist in England ziemlich bekannt.»
Was hörst du heute am liebsten für Musik?
«Oh ist das eine gemeine Frage. Es gibt so viele neue Bands. Ich mag Muse, Foo Fighters, Keane, Coldplay, Clawfinger und Radiohead. Auf meinem iPod sind aber auch Pavarotti, Maria Callas, Connie Francis und Fleetwood Mac. Du siehst, ich bin alt.»
Was magst du an der Schweiz am meisten?
«Rösti, ganz klar. I fucking love rösti, esse in der Schweiz immer, so viel und so oft ich kann.»
Was ist Luxus für Dich?
«Coming home, heimkommen.»
Am Samstag im ausverkauften Zürcher Hallenstadion, am Sonntag in Huttwil BE: Status Quo rocken die Schweiz. 5 x 2 von euch können Rossi, Parfitt & Co. in Huttwil treffen, Tix inklusive.«Rock Sound Festival» heisst die Veranstaltung, bei der neben Quo die schwedischen Crossover-Stars Clawfinger und viele Schweizer Stars auftreten:27. August: Gotthard, Roots 66 feat. Polo Hofer, Shakra, Aextra, QL, In Extremo.28. August: Piero Esteriore, Vivian, Patrick Nuo, Clawfinger und eben Status Quo.Lust drauf, Status Quo zu treffen? Dann ab zum Wettbewerb
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Francis Rossi (2.v.l.) beehrt mit Status Quo demnächst die Schweiz. (ZVG)