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Nach dem Duett «Alles scho mal ghört» (2001) mit Bligg gibt es von Emel endlich Frisches zu hören. Morgen erscheint ihr neues Album «Komm in mein Leben».
Fetzige Gitarren, fette Bässe und Emels unverkennbare Soul-Stimme – das soll uns vom Hocker reissen.
Ein Song allerdings tanzt aus der Reihe: «Salla». Da gesellen sich Zither-Klänge zu westlichen Dance-Rhythmen. Den Refrain singt Emel auf Türkisch. Stolz sagt sie: «Ein eindeutiger Frauensong. Er handelt von der Tanz- und Lebensfreude orientalischer Frauen und der damit verbundenen Erotik.» Das macht Lust auf die anstehenden Live-Auftritte.
Wird sich womöglich gar Emels Mutter Adile persönlich zu ihr auf die Bühne gesellen? Schliesslich ist Mamas Stimme im Hintergrund des Titels zu hören. Ausserdem bedeutet «Salla» so viel wie «Shake It».
«Meine Mutter muss man nicht zweimal darum bitten, auf dem Tisch zu tanzen», erzählt Emel lachend. Dann wird ihre Stimme betrübt. So glücklich Emel über ihre neue Platte auch ist – die CD-Taufe wird sie ohne ihre Eltern feiern müssen. Diese sind nach vierzig Jahren in der Schweiz in die Türkei zurückgekehrt. Und das Prozedere für die Einreise ist so umständlich, dass ihre Eltern kaum mehr ihre Kinder besuchen können.
Für Emel völlig unverständlich: «Die Schweizer Botschaft verlangt die Zustellung von Kontoauszug, einer Einladung, Papieren und Lohnausweis. Das Visum müssen meine Eltern persönlich in Istanbul entgegennehmen.» So schaffte es die Mutter kürzlich nicht einmal rechtzeitig an die Beerdigung ihrer besten Freundin.
Die Eltern werden also weder an der offiziellen Albumtaufe am 23. November im Papiersaal Sihlcity noch an der privaten Feier von nächster Woche im familiären Rahmen teilnehmen können.
Doch ist noch nicht aller Tage Abend. Es besteht Hoffnung. Denn genau das bedeutet «Emel» auf Arabisch.
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Emel 1997 mit Mama Adile und Papa Ziya in Lupfig AG. (RDB)