Eurovision Song Contest Vanilla Ninja sind im Final!

  • Aktualisiert am 09.01.2012

KIEW – Endlich! Nach der Riesenschlappe von Pierro Esteriore im letzten Jahr ist die Schweiz beim Eurovision Song Contest diesmal unter den zehn Besten.

Die Chancen auf einen Sieg «unserer» estnischen Söldnerinnen mit dem Song «Cool Vibes» im Finale am Samstag bleiben damit gewahrt. Laut dem britischen Wettbüro William Hill stehen sie 11:1 und die Schweiz damit an fünfter Stelle hinter Griechenland, Norwegen und Ungarn. Griechenland ist gesetzt, die übrigen drei haben sich wie die Schweiz qualifiziert.

Vanilla Ninja – vier junge Damen zwischen 16 und 21 Jahren – haben CDs in 14 Ländern veröffentlicht und allein in Deutschland mehr als eine halbe Million Scheiben verkauft. Ihr einziger Schweizer Bezug ist ihr – des Chartbetrugs überführter – Produzent, der Deutsche David Brandes, der in Basel geboren ist. Die vier Girlies sollen nach eigenen Aussagen aber schon ganz passabel Käsefondue kochen können.

Die Schweiz war seit 1996 nie besser als auf Rang 20 klassiert. Letztes Jahr bildete «MusicStar» Piero Esteriore mit Null Punkten das Schlusslicht in den erstmals durchgeführten Halbfinals, 2002 war Francine Jordi zweitletzte, 2000 Jane Bogaert viertletzte, 1998 Gunvor mit einer Nullnummer wiederum ganz hinten. Dazwischen sass die Schweiz auf der Strafbank.

1988 hatte ebenfalls eine Söldnerin, die Kanadierin Céline Dion, für die Schweiz die Trällerolympiade gewonnen. Es war der zweite Sieg nach 1956, als Lys Assia in Lugano mit «Refrain» den allerersten Song Contest gewann.

Insgesamt nahmen 25 Staaten an dem Halbfinale teil. Unter den zehn, die sich am Donnerstagabend per Televotum der Zuschauer für die Endrunde qualifizierten, gehören neben der Schweiz noch Ungarn, Rumänien, Norwegen, der Neuling Moldawien, Israel, Dänemark, Mazedonien, Kroatien und Lettland. Die Schweiz hat im Finale die Startnummer 22, tritt also als drittletztes Land an.

Am Samstagabend werden mit den zehn am Donnerstag qualifizierten insgesamt 24 Staaten um den Sieg beim 50. Eurovision Song Contest kämpfen. Bei den 14 Ländern, die ohne Halbfinale direkt in die Endausscheidung einziehen, handelt es sich um die vier grössten Beitragszahler der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Spanien, den Vorjahressieger und Gastgeber Ukraine sowie die neun Nächstplatzierten von 2004, Serbien-Montenegro, Griechenland, Türkei, Zypern, Schweden, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Russland und Malta.

Die weiteren Qualifikations-Sieger

Moldawien: Die Grossmutter, die ordentlich auf die Pauke haut, hat das grauenhafte Englisch wohl wett gemacht.Lettland: Die beiden Boys wollen die Welt verändern, produzierten gestern aber praktisch nur Disharmonie. Trotzdem hat es gereicht.Israel: Tausendmal gehört. Aber ein «Singender Ausschnitt» – auch im Rücken – kann einfach entzücken.Norwegen: Glamrock, wie er im 80er-Jahre-Buche steht. Das Ganze steht so schräg in der Eurovision-Landschaft , dass ein vorzeitiges Ausscheiden fast schon traurig gewesen wäre.Rumänien: Hurra, noch ein Lied für die Discos auf Ibiza!Ungarn: Die Men und Women in Black haben sich mit Riverdance à la Ungarn durchgesetzt.Mazedonien: Schrecklicher Sänger, kombiniert mit sündigen Tänzerinnen. Sandra Studers Kommentar: «Sexy, sexy. Zum Glück wird das von Martin Vucic wieder ausgeglichen.» Kroatien: Langeweile zahlt sich manchmal trotz allem aus.Dänemark: Der «Sohn von Herbert Grönemeyer und Dieter Bohlen» (O-Ton Sandra Studer) darf am Samstag nochmals ran.
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