Francine Jordi & Florian Ast Unsere Liebe ist ein Risiko für unsere Karriere

  • Publiziert: 18.09.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Interview: Dominik Hug

Neue Liebe, neue CD. Rocker Florian Ast (36) und Schlagerschätzchen Francine Jordi (34) über ihre turbulenten letzten Monate.

Drei Monate sind Sie nun ein Paar. Wie fühlen Sie sich heute?
Florian Ast: Wir sind sehr glücklich. Aber zurzeit auch ein bisschen angespannt, weil wir nicht wissen, wie unsere neue CD bei den Leuten ankommen wird.
Francine Jordi: Es geht uns wirklich gut. Was nicht selbstverständlich ist nach diesen turbulenten letzten Monaten.

Warum ist es nicht selbstverständlich?
F. J.: Bei uns ging ja alles sehr schnell. Und das unter nicht ganz einfachen Umständen, da jeder Schritt von der Öffentlichkeit verfolgt wird. Innerhalb von nur zwei Monaten sind wir nun zusammengezogen.
F. A.: Stimmt. Wir kennen uns eigentlich noch immer nicht richtig. Bei uns ist auch noch alles platonisch (lacht). Bin gespannt, was da auf mich zukommt.

Wie lebt es sich zu zweit?
F. A.: Bin ich froh, dass Francine eine so tolle Handwerkerin ist! Gerade gestern hat sie ganz allein im Schlafzimmer einen Schrank aufgebaut – mit meiner Bohrmaschine!
F. J.: Ich bin halt vielfältig verwendbar.
F. A.: Wir kennen uns seit zehn Jahren. Aber obwohl wir uns in all der Zeit nur selten begegnet sind, waren wir uns schon immer sehr vertraut. Und diese Vertrautheit hat sich jetzt noch vertieft. Wir hatten noch kein einziges Mal Streit.

Wie reagieren die Leute auf Sie als Paar?
F. J.: Es ist lustig, es heisst immer, oh, da kommen jetzt Flöru und Francine. So, als würden wir schon zu deren Familie gehören.

Wäre es besser gewesen, wenn Sie Ihre Beziehung nicht so früh publik gemacht hätten?
F. A.: Ich weiss es nicht. Ich weiss nur eins: Wir wollten niemandem etwas vorlügen, sondern gleich von Anfang an ehrlich sein.
F. J.: Das war natürlich auch ein Risiko. Wir mussten uns von einem Tag auf den andern entscheiden, ob wir den Weg zusammen gehen. Und dann waren wir plötzlich für alle schon fast wieder wie verheiratet. Das hat uns jedoch auch sehr zusammengeschweisst.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren Ex-Partnern?
F. A.: Ja. Aber es ist keine einfache Situation, die Gefühle müssen sich zuerst setzen. Zehn Jahre kann man nicht einfach so vergessen, sie werden immer ein Teil von meinem Leben sein.
F. J.: Tony und ich waren ja nicht nur einfach zwei Jahre verheiratet. Unsere Liebe dauerte neun unvergessliche Jahre.

Denken Sie an Scheidung?
F. A.: Eine Scheidung ist nicht das Dringlichste. Ich weiss auch gar nicht, wie das geht, ich habe mich ja noch nie scheiden lassen.
F. J.: Auch für mich ist eine Scheidung nicht das Allerwichtigste im Moment.

Einige unterstellten Ihnen, Sie hätten Ihre Ehen für die neu erwachte Leidenschaft leichtfertig hingeschmissen.
F. A.: Unsinn, wir haben uns diesen Schritt sehr wohl überlegt und ihn nicht zu leicht genommen! Heiraten ist eine Erfindung der Kirche. Also einer Institution, die der Gesellschaft zur Erhaltung dient und deren Nachkommen sichert.
F. J.: Wir konnten unsere Herzen nicht länger belügen. Wir standen vor der Wahl: ehrlich zu sein – oder eben scheinheilig. Wir entschieden uns für das Erste. Im vollen Bewusstsein, welche Risiken dieser Schritt birgt.

Welche Risiken meinen Sie da?
F. A.: Es braucht sehr viel Mut für das, was wir getan haben. Plötzlich nicht mehr zu wissen, wo man am Abend schläft. Wir haben wochenlang in Hotels gelebt, weil wir zu Hause nicht mehr sein konnten.
F. J.: Unsere Liebe ist ja auch ein Risiko für unsere Karriere. Viele meiner Fans stammen aus einer anderen Generation und verstehen den Entscheid nicht, mein Leben mit Tony aufgegeben und ein neues Leben mit Florian angefangen zu haben. Hätte ich an meine Karriere gedacht, hätte ich wohl still sein sollen.
F. A.: Eine Ehe opfert man ja nicht aus Spass oder aus einer Laune heraus. Das ist nicht so, als wenn man einfach das Hemd wechseln würde. Das wäre ja auch absurd! Nein, wir haben uns wirklich stark auseinandergesetzt mit den Konsequenzen, die ein solcher Bruch mit sich bringt.

Glauben Sie noch an die ewige Liebe?
F. J.: Ja. Es ist das Ziel jeder Liebe, dass sie bis zum Ende des Lebens dauert. Sonst würde man ja keine Beziehung eingehen. Aber eine Garantie kann niemand geben. Leider.
F. A.: Mir imponiert es sehr, wenn ein Paar jahrzehntelang zusammen ist und es immer noch schön hat. Aber das funktioniert halt eben wirklich nicht bei allen. Als ich geheiratet habe, dachte ich, es sei für immer. Und wollte das ja auch.
F. J.: Niemand weiss, was die Zukunft bringt. Und ob man stürmische Zeiten, die jede Partnerschaft durchmacht, heil überlebt.
F. A.: Es gibt ja auch viele Paare, die nicht mehr glücklich sind, sich aber nicht getrauen, einen neuen Weg einzuschlagen. Wegen der Familie, der Nachbarn ...

Können Sie sich vorstellen, nochmals zu heiraten?
F. J.: Darüber haben wir uns wirklich noch keine Gedanken gemacht. Wir haben es wunderschön zusammen, müssen aber auch nichts überstürzen.
F. A.: Um Himmels willen, nein! Wir gehen ja Ende Jahr auch noch zusammen auf Tournee. Wer weiss, wie wir uns danach gesinnt sind (lacht)? Nein, ich bin voller Zuversicht.

Ihre Träume?
F. A.: Mal eine Woche Ferien mit Francine am Meer zu verbringen. Von mir aus auch auf Mallorca. Aber darauf müssen wir wohl bis nächstes Jahr warten.
Sie singen zusammen, leben zusammen. Können Sie Arbeit und Privatleben noch trennen?
F. J.: Ja, zum Glück. Wenn wir sagen, nun ist Feierabend, versuchen wir schon, die Musik ruhen zu lassen und dafür den Grill anzuheizen. Obwohl Flöru im Kopf eigentlich immer Musik hat. Ich aber zum Glück ja auch.

Die erste Duett-CD von Ast und Jordi erscheint am 30. September.

Top 3

1 «Der ESC schweisst uns zusammen» Sinplus-Bassistin Lisa hat sich in Baku...bullet
2 Kurt Felix tot Am Ende war der Krebs stärker als die Liebebullet
3 Todesfall Abschiedsfeier von Kurt Felix in St. Gallenbullet

People & TV