Zweiter SRF-Dok zum Thema: Der Reinfall Carlos

SRF zeigte einen zweiten Film zum jugendlichen Intensivtäter Carlos. Schade.

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Letzten August strahlt das SRF den Dok «Der Jugendanwalt» über Hansueli Gürber und dessen «Klienten» Carlos aus. Was folgte, ist bekannt: Schlagzeilen-Hagel, Frühpensionierung Gürbers, peinliche Auftritte von Justizdirektor Graf, die Verhaftung von Carlos, Randale in der Zelle und schliesslich die erzwungene Beendigung des Sondersettings.

Carlos ist also ein freier Mann, er wütet heute auf Facebook. Da hat er sich auch zum zweiten Dok über jugendliche Straftäter geäussert: «Der karrieregeile Manipulator Bäni vom SRF will wieder einmal vom Namen Carlos profitieren und Falsches behaupten.»

Mit Bäni ist Hanspeter Bäni gemeint, der die beiden Filme verantwortet. Tatsächlich stellt sich die Frage, warum das SRF nach dem kontroversen ersten Teil jetzt nachlegen musste.

«In der emotionalen öffentlichen Debatte um den Einzelfall sind wesentliche Fragen offen geblieben», rechtfertigt Marius Born, SRF-Bereichsleiter Dokumentarfilm und Reportage den heute Donnerstag ausgestrahlten Dok «Zwischen Recht und Gerechtigkeit». «Es geht um Grundsatzfragen im Umgang mit jungen Straftätern, etwa um einen Vergleich von Erfolgschancen und Kosten unterschiedlicher Massnahmen. Wir haben den Schweizer Weg, der in sich ja vielgestaltig ist, mit ausländischen Modellen verglichen.»

Also zeigt der Film Boot-Camp-Drill in den USA, ein russisches Jugendheim, präsentiert mit dem Baselbieter Gianluca B. ein positives Beispiel und mit Ivan G. einen zweiten Carlos. Nur: Vor- und Nachteile sowie Kosten der einzelnen Modelle wurden im Zusammenhang mit Carlos flächendeckend abgehandelt. Und die wirklich relevante Frage kann auch der zweite Carlos-Dok nicht beantworten: Wie schafft man es, schwer renitente jugendliche Straftäter wieder in die Gesellschaft einzugliedern?

Denn diese Frage ist schlicht und einfach zu komplex – auch für zwei Filme. Die ganze Hilflosigkeit drückt sich im Zitat von Gürber aus: «Er muss sich ändern wollen, sonst wird es kompliziert.»

Und so wird man das Gefühl nicht los, dass sich das SRF für den - sehr guten - ersten Dok-Film über Carlos rechtfertigen will. Aber wieso? Der Film brachte ein wichtiges Thema auf den Tisch. Dass der Fall Carlos zum Reinfall wurde, ist die Schuld von überfordertern Eltern, Behörden sowie Politikern – und nicht die eines Doks. Aber der neue Film heilt sicher keine Wunden - ganz im Gegenteil.

Publiziert am 02.10.2014 | Aktualisiert am 03.10.2014
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Fall Carlos: Hitzige Debatte im Zürcher Kantonsrat

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6 Kommentare
  • Tento  Hidoni , via Facebook 03.10.2014
    Das Opfer hätte eine solche Massnahme verdient, nicht der Täter! In diesem Fall brachte es sowieso nichts, wie gestern auch der Dokumentarfilmbeitrag des SRF über jugendliche Straftäter klar zutage führte. Auch der ehemalige Leiter der Jugendstaatsanwaltschaft ZH brachte dies im Interview klar zum Ausdruck. Ausserdem zeigte sich, dass Jugendliche Straftäter in speziell für sie organisierten Wohnheimen gut resozialisiert werden können. Also warum dieser Aufwand, dann noch für Straftäter?
  • Orlando  Rossini aus Hedingen
    02.10.2014
    Wo liegt das Problem? SRF hat mit seiner ersten Carlos-Doku den Sozialwahnsinn erstens publik gemacht und zweitens eine wertvolle, politische Diskussion ausgelöst. Heute kennen wir die KESB und ihre unnützen Sozialkosten, wir kennen das gescheiterte Erziehungs-Schiff und wir wissen, dass Gemeinden wegen exorbitanten Asyl-Sozialkosten ihre Steuern erhöhen müssen. Wir wissen auch, dass viele Kantone wegen hohen Sozialkosten rote Zahlen schreiben und Steuern erhöhen. Carlos sei Dank.
  • Markus  Bossard aus Safenwil
    02.10.2014
    Der Film zeigt auch dass die jugendlichen Straftäter mit unsinnig viel Geld verwöhnt werden und die Opfer wie immer leer ausgehen. Ich nehme an dass die Opfer die Arzt- und Behandlungskosten selber bezahlen müssen
    • Marcel  Zbinden aus Aarberg
      02.10.2014
      Und ich gehe davon aus, dass das Opfer die Arzt- und Behandlungskosten nicht selber bezahlen musste und zudem noch eine Genugtuung erhalten hat. Dies ist üblich und sollte das Mindeste sein, was ihm der kostenlos zur Verfügung gestellte Anwalt herausgeholt hat und wohl dann bei der Opferhilfe erhältlich gemacht hat. Opfer werden überhaupt nicht im Stich gelassen, wie so oft gern von vielen Alleskritikern behauptet wird!
    • Peter  Müller aus Uster
      03.10.2014
      Der Film hat dies doch beantwortet: den Opfern wurde alles bezahlt, sie erhalten vom Staat zusätzlich noch eine Genugtungssumme. Und Geld von den Tätern. Im Falle von Carlos 20`000.- Sie haben wohl nur das gehört, was sie hören wollten.
  • Roman  Bachmair aus Naters
    02.10.2014
    Die Konzeptlosigkeit unserer Justiz in so einem Falle ist ja nun gegeben, die Politik ist hier gewiss gefordert! Was den jungen Herrn anbelangt, es ändert sich nichts mehr, wenn man ihn in den Medien herum reicht und schlecht macht. Hoffen wir für ihn, dass er mit seinem Leben auf einen guten Kurs einschwenkt. Von der Politik aber bleibt wie schon erwähnt zu erwarten, dass einmal grundlegend und vor allem Landesweit gehandelt wird.