Loreen aus Schweden hat den «Eurovision Song Contest 2012» gewonnen. Die Siegerin hat durchaus ihren eigenen Kopf.
Die blaue Lichtershow, die wilden Capoeira-Einlagen, ihre sympathische Art. Loreen (28) verschwedet den ESC 2012 und gewinnt mit riesigem Vorsprung!
Die Sängerin mit marokkanischen Wurzeln ist überglücklich. In der Pressekonferenz nach ihrem Auftritt sagt sie: «Wow! Ich habe so viele Sachen, die ich Ihnen gerne sagen möchte. Allen von euch da draussen, allen Leuten, die an mich geglaubt haben. Da geht es nicht nur um mich, sondern um uns. Ich bin so dankbar.»
Mit dem Sieg ist Schweden seiner Favoritenrolle gerecht geworden. 372 Punkte hat es für den Popsong «Euphoria» gegeben. 18 Länder gaben ihr die Höchstwertung.
Loreen kam unter dem Namen Lorine Zineb Noka Talhaoui 1983 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Stockholm zur Welt. Sie begann ihre öffentliche Gesangskarriere 2004 in der Castingshow «Idol». Dort schied sie aber im Viertelfinale aus.
Bekannt wurde sie erst beim «Melodifestivalen», der schwedischen Vorentscheidung zum «Eurovision Song Contest». 2011 scheiterte sie dort zwar. Aber: Ihr Song «My Heart Is Refusing Me» war so beliebt, dass er es in die Top Ten der schwedischen Singlecharts schaffte.
In diesem Jahr lief es für die junge Frau noch besser: Mit «Euphoria» gewann sie beim «Melodifestivalen», die Single ist seit Wochen die Nummer eins in Schweden, und auch in Finnland und Norwegen ist der Song längst ein Hit.
Loreen ist aber nicht einfach nur Mainstream. Sie hat durchaus ihren eigenen Kopf, den sie auch durchsetzt. In der Probenwoche von Baku gab es fast einen Eklat, als bekannt wurde, dass sie sich mit Oppositionellen und Menschenrechtsgruppen in Baku getroffen hatte, so «Spiegel online». Sie habe das aber als Privatperson getan, entgegnete man in Schweden und wendete so einen Protest Aserbaidschans bei der European Broadcasting Union EBU ab.
Jetzt darf man sich erstmal auf ein schwedisches «ESC» freuen. (rlk)