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Verschlossen, bürokratisch und zu wenig kritikfähig. Das sagen die Kritiker über SF-Chefredaktor Ueli Haldimann. Und er verwechsle oft seine persönliche «gerechte Sache» mit den publizistischen Grundsätzen. Zudem ist er wegen eines Beitrages mit der versteckten Kamera rechtskräftig verurteilt. Eine weitere Verurteilung droht (siehe Box rechts).
Dennoch könnte der SF-Chefredaktor schon in Kürze Ingrid Deltenres Nachfolger sein. Dann nämlich, wenn das Gleiche passiert wie beim Radio: Dort hat der Verwaltungsrat der SRG Deutschschweiz dem Regionalrat vorgeschlagen, den Stellvertreter des Radiodirektors, Iso Rechsteiner, im Juni als dessen Nachfolger zu wählen.
BLICK weiss, dass sich der siebenköpfige Verwaltungsrat schon am Mittwoch – an einem geheimen Ort – trifft, um über Deltenres Nachfolge zu befinden. Viktor Baumeler, Präsident der SRG Deutschschweiz, zu BLICK: «Es ist schon möglich, dass wir dann dem Regionalrat bereits einen Entscheid vorlegen können.» Der 24-köpfige Regionalrat wird am 18. Juni die Wahl treffen.
Viele Politiker in Bern befürchten jetzt, dass Haldimann bereits gesetzt ist – vorerst als Interimslösung. «Die Besetzung dieser Stelle ist wichtig», sagt FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli. «Die Person muss mit wenigen Mitteln gutes Fernsehen machen. Auch eine Interimslösung muss deshalb sorgfältig ausgewählt werden. Die FDP will keinen Schnellschuss.» Ein Problem auch: Wenn Haldimann keine grossen Fehler macht, könnte er schon ab 2011 zum ersten Super-Direktor über Radio und Fernsehen gewählt werden.
Für SVP-Präsident Toni Brunner läuft deshalb alles zu schnell. Haldimann sei «nicht die beste Lösung», sagt er. Es gehe um einen wichtigen Posten bei einem gebührenfinanzierten Sender. «Auch andere Kandidaten müssen genügend Zeit haben, sich zu bewerben. Es gibt keinen Grund für ein überstürztes Handeln. Und wir wollen keine Mauscheleien.» Auch Christophe Darbellay, Präsident der CVP, sieht es ähnlich: «Die Person muss unabhängig sein. Wir brauchen eine exzellente Lösung – keine schnelle.»