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Im Mittelpunkt: Die Autorin Petra Joy.
ZÜRICH - Autorin Petra Joy erklärt heute Abend bei Aeschbi, wieso Frauen auf Schwulen-Sexfilme stehen.
Sie war Feministin, drehte einen Dok über Gewalt in Pornos. Jetzt macht die 48-Jährige selber Sexfilme – für Frauen. Bei Kurt Aeschbacher (63) spricht Petra Joy heute (SF 1, 22.20 Uhr) über die sexuelle Revolution in Pornos. «In meinen Filmen sind Frauen die Heldinnen – nicht die Männer», erklärt sie Blick am Abend. «Frauen wollen keine mit Silikon aufgestylten Darstellerinnen sehen. Und keine groben Männer.»
Die Befriedigung der Frau stehe im Mittelpunkt. Statt erzwungenem Fellatio zeige sie lieber knackige Männerkörper, Hände, Gesichter. «Männer, die nur rammeln, sind langweilig», so Joy. «Frauen stehen auch auf Sexszenen zwischen Männern.» In Pornos sehe man sonst nur Frauen, die miteinander Sex haben. «Als ob alle Frauen etwas bi wären, Männer grundsätzlich hetero. Das ist Quatsch!»
Was wollen Frauen in Pornos sehen?
Petra Joy: Das ist eine schwierige Frage, weil die weibliche Sexualität so viele Facetten hat. Frauen haben auch nicht alle den gleichen Geschmack. Grundsätzlich möchten sie, dass ihre Lust im Mittelpunkt steht. Sie wollen verwöhnt und befriedigt werden. Frauen wollen, dass sie die Heldinnen in den Filmen sind - nicht die Männer. Geklont wirkende und mit Silikon aufgestylte Darstellerinnen wollen sie nicht sehen. Auch nicht Männer, die grob mit ihnen umgehen.
Und was törnt sie an?
Schöne Männerkörper. Knackhintern, hübsche Gesichter und Hände. Sie wollen Männer, die wissen wie man Frauen oral befriedigt. Der Sex soll variationsreich und echt sein. Bei langweiligen Handlungen spulen auch Frauen vor.
Wie unterscheiden sich Ihre Filme von konventionellen?
Ich stelle die Lust und die Befriedigung der Frau in den Mittelpunkt. Meine Filme zeigen echte Fantasien von Darstellerinnen. Es sind ihre eigenen Wünsche, oft zeige ich meine eigenen Fantasien oder solche von Freundinnen. Für den Sex gibt es kein Drehbuch. Der Sex am Set ist spontan und die Orgasmen sind echt.
Wie schauen sich Frauen Pornos an - und wie Männer? Wo liegen die Unterschiede?
Hetero-Männer wollen die Frau als Objekt der Begierde sehen, Hetero-Frauen den Mann. In diesem Sinn hat die Sexulität der Frauen sehr viel mit jener von schwulen Männern gemeinsam. Deshalb schauen viele Frauen gerne Schwulen-Pornos an oder mögen Szenen mit bisexuellen Männern. Natürlich ist das ein Riesentabu.In Männer-Pornos sieht man ja immer nur Frauen, die miteinander Sex haben. So als ob alle alle Frauen grundsätzlich bisexuell wären und alle Männer grundsätzlich hetero. Das ist natürlich Quatsch.
Welche Stellungen zeigen Sie, welche nicht?
Ich filme gerne, wie sich Menschen küssen, sich ausziehen. Ich mag das Vorspiel, bis es dann härter zur Sache geht. Ich finde es spannend zu zeigen, wie und warum eine Frau feucht und ein Mann hart wird. Dafür verzichte ich auf dümmliche Dialoge. Ich zeige auch Ejakulationen - vor allem bei den bei Frauen sehr beliebten männlichen Solo-Masturbations-Szenen. Beim Orgasmus gehe ich mit der Kamera viel lieber auf die Gesichter als auf die Geschlechtsteile. Das finde ich spannender. Tabu sind für mich erzwungenes Fellatio mit Würgen - eine Sextechnik, die in Mainstream-Pornos leider immer mehr zunimmt. Auch harten Analsex kommt in meinen Filmen nicht vor.
Welche Vorstellung haben Frauen vom idealen Sexualpartner?
Das ist ganz individuell. Aber ich denke, es kommt nicht auf die Penislänge an, sondern darauf, ob jemand ein guter Liebhaber ist. Männer, die nur rammlen und nicht gut lecken können, sind langweilig. Nichts ist heisser als ein selbstbebewusster, gut gebauter Kerl, der für die Frau auch mal einen Strip hinlegt oder Lust hat, sich von ihr dominieren zu lassen.
Wohin läuft der Trend - eher zu billig produzierten Amateurvideos oder zu aufwendig gemachten Filmen mit Profi-Darstellern?
Es gibt zur Zeit zwei Trends: Immer billiger gemachte Pornos mit immer extremeren, oft leider auch gewalttätigen Inhalten. Daneben gibt es die alternative Pornoszene, die frische, freche und neue Inhalte kreativ umsetzt. Diese Szene wird vor allem von Frauen bestimmt. Ihre Pornos werden immer beliebter, weil die Menschen die Nase voll haben von Ramschpornos.
Die Pornoindustrie steckt in der Krise. Wie können Sie mit einem Nischenprodukt überleben?
Es ist sehr schwierig, meine Filme an den Mann und die Frau zu bringen, weil der Vertrieb von Pornos immer noch fest in Männerhand ist. Ziel ist es dort, mit billig produzierten 0815-Filmen maximalen Profit zu machen. Aber ich glaube fest daran, dass sich Qualität und Kreativität durchsetzen und freue mich, dass meine Filme bei einer grossen Erotikkette in der Schweiz aufgenommen wurden. Da der Vertrieb im Rest der Welt aber immer noch ein Problem ist, habe ich mir jetzt meinen eigenen Online-Streaming-Kanal aufgebaut - Cinema Joy, wo meine Filme jederzeit angeschaut werden können. Ein Problem ist auch, dass immer mehr Sexshops vom DVD-Angebot auf den Verkauf von Spielzeug umstellen, weil die Video-Verkäufe in den Keller gehen.
Was für einen Film möchten Sie unbedingt mal noch machen?
Ich würde gern noch den grossen Wurf wagen, einen erotischen Kinofilm mit echtem, aufregendem Sex, in dem Frauen und Männer ihre wildesten Fantasien ausleben. Gerne möchte ich noch mehr Szenen mit Männern drehen, die Sex miteinander haben. Auch möchte ich mal eine weibliche Ejakulation auf Film bannen können.
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