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(Heinz Stucki)
Es ist jeweils einer der Höhepunkte von «Benissimo»: Beni Thurnheer (62) nimmt den roten Hörer in die Hand, startet sein «Telefon ins Bundeshaus». Und dann gibts viel zu lachen. Denn Walter Andreas Müller («WAM», 66) parodiert in der «Bundesrats-WG» die Schweizer Magistraten – schräg, witzig, unübertroffen.
Doch jetzt bekam WAM selber ein Telefon – von Produzent und Regisseur Max Sieber (68). Und darüber konnte er gar nicht lachen: «Er teilte mir mit, dass die Polit-Parodien am 21. Januar zum letzten Mal in ‹Benissimo› zu sehen seien», sagt er geschockt.
Spargründe seien ausschlaggebend gewesen, habe ihm der Chef der Sendung kurz und bündig erklärt. Gleichzeitig habe Sieber die «grandiose parodistische Leistung» gelobt. «Das habe ich wiederum nicht verstanden», klagt WAM. «Warum lässt man dann die unsäglichen ‹Benissimo›-Witze im Programm? Dort gäbe doch viel zu sparen!»
Was den Schauspieler auch sauer macht: Auch die beliebten Spezialsendungen unter dem Titel «Birgits und WAMs Classe Politique» werden gekippt – darin wird jeweils das Beste aus «Benissimo» gezeigt. «Man hätte uns wenigstens einladen können, um zu besprechen, wie man unsere Parodien günstiger produzieren könnte», klagt Müller. «Aber man hat hinter unserrem Rücken entschieden.» Und er meint auch: «Die ‹Benissimo›-Sketches werden mit einer ganzen Reihe von Schauspielern – manchmal sogar im Ausland – gedreht. Birgit und ich sind ja nur zu zweit, das kann ja nicht so teuer sein.»
«Benissmo»-Chef Max Sieber will sich zu den kritisierten Witzen nicht äussern. Er sagt nur: «Wenn man sparen muss, dann bringt es nichts, wenn man einzelne Rubriken billiger produziert. Oft muss man sich von etwas trennen, auch wenn es schmerzt.»
Qualitätsgründe hätten aber keine Rolle gespielt. «Wir müssen auch in anderen Bereichen bei ‹Benissimo› sparen», so Sieber.
Besonders hart: Am 18. Januar läuft nach 28 Jahren auch WAMs Radiosendung «Zweierleier» aus.
Auch Birgit Steinegger (63) ist traurig über das doppelte Aus: «WAM und ich haben uns wunderbar ergänzt», sagt sie wehmütig. «Ich hoffe, es gibt doch noch ab und zu die Möglichkeit für gemeinsame Auftritte beim Schweizer Radio und Fernsehen.» Sie selber hat Glück. Heute Abend gibt es wieder einmal «Total Birgit» zu sehen.