SF muss Giacobbo-Film entschärfen Viktors echtes Spätprogramm

Sex-Orgien, Vergewaltigungen und Hinrichtungen — finanziert mit unseren Gebühren! Der neue Giacobbo-Streifen sorgt überall für grosse rote Ohren.

  • Publiziert: 19.01.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Nicole Freudiger und Gabriel Brönnimann

Late Night Show, messerscharfer Humor und anzügliche Sprüche – das kennen wir von Viktor Giacobbo (56). Jetzt setzt der Talker noch eins drauf und schauspielert im versautesten Film seit Bestehen der Schweizer Filmförderung. Sex, Dildos, Sado-Maso, nacktes Fleisch und bösartigster Humor – das alles gibts in «Räuberinnen».

Finanziert wird die 2,4-Millionen-Porno-Satire durch die Filmförderung des Bundes und von SF – sprich mit unseren Gebührengeldern. Doch zu sehen kriegen wir am TV nur die zensurierte Version. Angeblich würde der Film sonst gegen die Konzession verstossen, sagte SF dem «Klein-Report».

Produzent Samir (53) zu BLICK: «Wir haben nie erwartet, dass der Film nach dem Sandmännchen gezeigt wird. Persönlich finde ich, dass der Film zwar deftig ist, aber nicht zensuriert werden sollte.»

Noch deutlichere Worte spricht Schauspieler Patrick Frey (57), der neben Giacobbo einen verblödeten Vergewaltiger spielt. «Das ist ja absurd! Im Fernsehen gibt es doch noch viel Obszöneres!»

Was SF genau rausschneiden will, steht sowieso in den Sternen. Denn laut Frey besteht der Film ausschliesslich aus deftigen Szenen! «Viktor durfte an Busen kneten, ich nur etwas am Hals rumschlecken», erzählt er.

Viel Busen gibt es tatsächlich zu sehen. Hinzu kommen Sex-Orgien und Frauen, die sich auf Dildo-Stühlen selbst kasteien.

Noch vor der Uraufführung sehen einige rot. Roger Crotti, Managing Director von Disney, ereifert sich im «Sonntag»: «Der Schweizer Film ist in der Krise und der Bund finanziert solche Streifen!»

Produzent Samir zitiert als Antwort Tucholsky: «Was darf Satire? Alles!»

Kann sein. Sicher ist wohl auch: Diese Diskussion hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.

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