Die neue Doku-Serie mit Behinderten «Üsi Badi» ist eröffnet

  • Publiziert: 06.07.2010, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Flavia Schlittler und Samuel Bürgler

Hunderttausende sahen gestern am TV, wie sich Menschen mit geistiger Behinderung auf ihren Job in der Badi vorbereiten.

Dominique (18) ist ganz aufgeregt. Sie sitzt im Bus Richtung Strandbad Bruggerhorn in St. Margrethen SG. «Es ist schönes Wetter, und ich schwimme wie ein Fisch», strahlt sie und lässt sich gleich mit Remo (43) auf ein «weltmeisterliches» Schwimmen ein, wie er es nennt.

Dominique und Remo sind zwei der sechs Projektteilnehmer von «Üsi Badi», der neuen, siebenteiligen Doku-Serie von SF, die gestern Abend um neun Uhr Premiere hatte. Der gemeinsame Nenner der drei Frauen und drei Männer ist eine geistige Behinderung.

Dominique ist sich dessen bewusst. «Ich habe das Down-Syndrom. Ich fühle mich, wie ich bin», sagt die Zürcherin. Sie hat chilenische Wurzeln und will Schauspielerin werden.

Für «Üsi Badi» leben die sechs mit zwei Betreuern in Wohnwagen auf dem Campingplatz, der zum Strandbad gehört. Für sie alle eine ungewohnte, einmalige Situation.

Niklaus (43) ist der Denker und Träumer im Team. Er malt gerne Bilder von Sternenblumen, Autos und Fischen. Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen putzt er sich lieber intensiv die Zähne, als mit Remo, seinem Wohnwagenpartner, in eine Bar zu gehen. «Ich will einfach keine Karies», sagt er. Auch Remo ist ein Träumer. Der Single-Mann schwärmt von Pamela Anderson. In seinem Portemonnaie trägt er zwei Verlobungsringe mit sich herum. «Ich liebe Frauen sehr. Sie sind so herzig.»

Auch Isabella (31) weiss, für wen ihr Herz schlägt: DJ Bobo. Für das Badi-Projekt hofft sie, den Job der Glaceverkäuferin zu kriegen. Und sie will aufpassen, dass die «Windelträger», wie sie die Kleinen nennt, nicht ins Wasser fallen.

Laura (27) und Toni (48) wurden gestern noch nicht in persönlichen Porträts vorgestellt, scheinen sich aber wie die anderen vier wohlzufühlen in der Badi. Gespannt sind sie alle, welchen Job und welche Ämtli ihnen zugeteilt werden. Toni ist zum Glück nicht wasserscheu und «hart im Nehmen», wie er über sich selbst sagt.

Das ist auch gut so, denn nächsten Montag, ab 21 Uhr, erleben sie ihren Badi-Job bei starkem Regen.

play Dominique ist mit ihren 18 Jahren die Jüngste im Team. Sie will Schauspielerin werden. (SF/Heinz Stucki)

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