Fremdschämen mit Nora Illi bei «Anne Will» Gruselstunde nach dem Sonntagskrimi

Langsam haben wir die Schnauze voll: Der Skandal-Auftritt der verschleierten Nora Illi (32) nach dem IS-«Tatort» gestern bei «Anne Will» machte klar: Deutsche Talkshows holen nur noch Schweizer Krawallmacher in ihre Sendungen. Am besten schaltet man ab.

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Und wieder hat sie ins Schwarze getroffen: Die provokativen Thesen der Zürcher Ex-Punkerin, die über den Buddhismus zum Islam fand, sorgen heute für Schlagzeilen in Deutschland.

«Zuschauer geschockt über muslimische Frauenbeauftragte», titelt heute «Bild». Mit Sätzen wie «Mich fasziniert am Islam seine Vielfalt! Im Islam hat die Frau ganz viele Rechte und Möglichkeiten, sich auszuleben!», sorgt die Zürcherin gestern in der ARD-Talkshow «Anne Will» für rote Köpfe.

Es geht nur noch um Quoten

Armes Fernsehen: Es geht nur noch darum, Quoten zu bolzen. Diese Sendungen erinnern immer mehr an die früheren gescripteten Reality-Quasselshows am Nachmittag, in welchen Dumpfbacken und Asoziale Quatsch nach Drehbuch verbreiteten.

Zwar haben wir in der Schweiz einen Haufen kluger Köpfe. Aber holt man sie nach einem tristen «Tatort» ins Fernsehen? Wenn man diskutieren will, wie eine Mutter ihre Tochter an den IS verliert? Nein, man zerrt eine Frau in die Show, die allein nur schon äusserlich provoziert. Ein bisschen schocken nach dem «Tatort» – das haut hin. Motto: Gruselstunde nach dem Sonntagskrimi.

Man will Reibungsfläche statt Diskurs

Machen wir es besser? Nein – auch hier weiss man: Mit skurrilen Phrasendreschern bolzt man Quote. Kürzlich holte die «Arena» Alexander Gauland, den stellvertretenden Parteichef der umstrittenen deutschen Alternative für Deutschland (AfD), in den Ring.

Auch als Paar in deutschen Medien begehrt: Qaasim und Nora Illi bei einem Ausflug in den Bergen. play
Auch als Paar in Deutschland begehrt: Qaasim und Nora Illi bei einem Ausflug in den Bergen. ARD/Maischberger

Der Trend ist klar: Die Redaktionen haben offensichtlich Listen mit schillernden Exponenten, die man untereinander austauscht. Man will Reibungsfläche statt Diskurs. Das nächste Mal wird wohl wieder Roger Köppel bei «Anne Will» schlafwandlerisch die Vorteile der direkten Demokratie und die Gefahren der Zuwanderung erklären.

Ein Imageproblem für die Schweiz

Der frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski erklärte das Prinzip solcher Sendungen in einer Kolumne: Das Casting derartiger Shows verlaufe gemäss dem Prinzip von «The Good, the Bad and the Ugly» (der Gute, der Böse und der Hässliche), dem Titel eines legendären Spaghetti-Western von Sergio Leone.

Es gehe nicht um Ernsthaftigkeit. Wichtiger sei, dass der Moderator alles im Griff habe und das Klamaukniveau mithilfe der zusätzlichen Redaktionsstimme im Ohr subtil steuern könne.

Das Kalkül ist klar: Man will Spektakel statt neuen Erkenntnissen. Schlimm ist aber vor allem, dass uns diese Art von deutschen Talkshows ein Imageproblem beschert. Man glaubt, die Schweiz sei ein Volk von Infantilen, Querschlägern und Hardlinern. Was können wir tun? Nach dem «Tatort» solche Shows erschiessen und ins Bett gehen.

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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28 Kommentare
  • Marcus  Champ 07.11.2016
    Also ich verstehe das Problem nicht; ich fand den Auftritt von Frau Illi erfrischend (selbst-)entlarvend; besser ging es ja fast nicht; ein Schuss ins eigene Knie sozusagen. Jedenfalls besser, öffentlich so einen Standpunkt zu vertreten als in hinter verschlossenen Gemäuern und dann zu infiltrieren. So kann sich jeder selbst ein Urteil bilden...auch unser Staatsapparat :-)
  • Schaya  Gasser aus Basel
    07.11.2016
    Muslime sind schon lange ein Bestandteil unserer Gesellschaft und es geht nicht um die Frage ob sich Muslime integrieren dürfen, sollen, können um akzeptiert zu werden.
    Es geht vor allem um die was mit dem Fanatischen Teil dieser Kultur geschehen soll denn der hat mit diesem Teil der Muslimischen Gesellschaft wovon ich rede genauso wenig am Hut wie die Inquisition im Mittelalter der Christlichen Kultur...
  • Rolf  Wittwer 07.11.2016
    Die gebührenpflichtigen öffentlich Rechtlichen in D müssen strikt auf der von Merkel (bzw. dem entspr. "Rat") politischen Linie senden. Daher sind die meisten immer häufiger ermüdenden sog. "Talkshows" regelmässig mit einer als Skandal zu bezeichnenden einseitigen Parteilichkeit besetzt, inkl. den bestellten "Claqeuren" im Publikum.
    In den Printmedien sind viele berechtigte entspr. negative Kommentare zu finden, die jedoch niemals irgendwelche Auswirkungen od. Konsequenzen zeitigen! Demokratie?
  • Roland  Wyler 07.11.2016
    Ich denke das sind die letzten Zuckungen der Sendung Anne Will. Einschaltquote im Keller. Frage der Zeit wann das Ende naht. Aber leider schleicht sich Frau Illy anderweitig ein. Übrigens, das gilt auch für Maischberger, illner, Arena und ähnliche Sendungen. Freue mich wenn der Manipulativen Schrott verschwunden ist.
    • Chäpp  Zingg aus Rheintal
      07.11.2016
      Ganz genau, auf den Punkt gebracht. Ich persönlich erachte das Schweizer Fernsehen als tendenziös. Zum Beispiel Sendungen wie die Arena, die Rundschau usw. Aber was die deutschen Sender mit Illner, Maischberger, Will, Hart aber fair, usw. bieten, ist hanebüchen und manipulativ an Offensichtlichkeit nicht mehr zu überbieten. Gut, bei den Deutschen mag das krampfhaft-nett-sein-Wollen der Politiker und Journis historisch begründet sein.
  • Rolf   Binder aus Manila Paranaque
    07.11.2016
    Nun befindet sich der des Öfteren von Deutschen Talkern eingeladene Roger Köppel in illusterer Schweizer Gesellschaft. Nora Illi war ein absoluter Kracher. Als nächstes werden wohl Irina Beller und Vera Dillier das Schweizer Image in Deutschen Talksendungen fortsetzend aufpolieren. Ich sah die Sendung zusammen mit Auslandsschweizern in Far East. Irgendwie erinnert uns der fantastische Auftritt von Nora Illi doch sehr stark an die Sketches von Monty Python. We were very amused...