Krebs-Cliffhanger bei SRF-«Hüttengeschichten» Wie geht es Sarah heute?

Man war bedrückt, hilflos: Letzten Freitag wurde in «Hüttengeschichten» die Geschichte der Mutter dreier Kinder erzählt, die sich einer Chemotherapie unterziehen muss. Ihr Schicksal wirft die Frage auf, wie man in einer schon lange abgedrehten Fortsetzungsserie mit einem so schwierigen Thema umgeht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Berührender Dok-Film über Bernhard Russi Bei dieser Szene weinten...
2 TV-Checker Padrutt über die neue «Bestatter»-Folge Der Plot versteckt...

TV

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Es waren Bilder, die ans Herz gingen: Drei kleine Kinder spielen im wohl höchst gelegenen Sandkasten der Schweiz – vor der Konkordiahütte auf fast 3000 Metern über Meer. Und wir sehen eine junge Mutter, die gegen den Krebs kämpft. Man hat als Zuschauer nur eine Hoffnung: dass sie gesund wird. Sie muss einfach. Die Kleinen brauchen sie noch lange.

Krebs-Cliffhanger bei SRF-«Hüttengeschichten»: Wie gehts Sarah heute? play
 

In ruhigen, einfühlsamen Bildern wurde die Geschichte von Sarah Sager erzählt, die viel zu jung schwer erkrankt ist. Zusammen mit Ehemann Christoph führt sie die grösste aller SAC-Hütten, die bis zu 155 Gästen Platz bietet. Die Frau, die am einsamsten Flecken der Schweiz lebt, wirkt aufgestellt, voller Lebensdrang. Sie ist nicht allein. Wir sehen, wie sie die Wanderer auf dem Gletscher beobachtet. Farbige Tupfer. Sarah ist bleich, nachdenklich. Man fragt sich dauernd: Wie geht es ihr heute? Was fühlt sie, wenn sie sich selber krank am TV sieht? Und was denken Freunde, Verwandte? Die Serie ist ja längst abgedreht.

Wir erfahren, dass Sarah an Eierstockkrebs erkrankt ist. Kurz vor Drehbeginn musste sie notfallmässig hinunter ins Tal. Sie wurde im Spital in Thun BE behandelt. Eine plötzliche Infektion im Bauch machte ihr zu schaffen. Wir sehen die Kinder am Bettrand. Unbefangen, sorglos. Sarah hat offenbar eine gute Prognose. Die Krankheit befindet sich in einem frühen Stadium. Zum Glück.

Doch Sarah wirkt dünn, ihr Gesicht ist fahl. Man sieht in ihren Augen, dass sie sich Sorgen macht um ihre Familie. Sie sei dem Rat der Ärzte sofort gefolgt, schnell mit der neunwöchigen Chemotherapie zu beginnen. «Damit sollte ich eine gute Prognose haben», sagt sie. «Es wird zwar ein kurzer Sommer werden, aber damit habe ich gute Chancen auf viele Sommer hier oben.» Alles werde gut kommen.

Am Schluss der Episode sagte ihr Mann Christoph: «Sie hat Selbstzweifel, ist psychisch recht am Boden zerstört.» Ein Satz, der als eine Art trauriger Cliffhanger diente, damit wir Zuschauer heute wieder einschalten. Dann erfahren wir mehr. 

Es gibt hoffnungsvolle Nachrichten: In der neuen Folge sehen wir offenbar, dass Sarah die Chemotherapie gut erträgt und Fortschritte macht. Das war zu erwarten. SRF hätte die Geschichte der jungen Hüttenwartin sonst kaum gesendet. Und es ist damit zu rechnen, dass ihr Zustand nach Abschluss der Dreharbeiten stabil blieb.

Warum ist man trotzdem aufgewühlt? Es hätte mir geholfen – nicht als TV-Kritiker, sondern als betroffenem Zuschauer –, wenn ich in der letzten Folge ein paar Hinweise darauf bekommen hätte, wie es mit Sarah weitergeht. Mit einem Off-Kommentar, der vielleicht gelautet hätte: «In der nächsten Folge erfahren Sie, wie Sarah die Chemotherapie erstaunlich gut verkraftet.»  Irgendein Hinweis, einfach irgendetwas. Damit man nicht mit Sorgen schlafen geht.

In «Happy Day» werden oft auch traurige Geschichten erzählt. Aber sie werden am Ende aufgelöst. Nach den Tränen kann man lachen. Man wird erlöst und muss nicht eine Woche warten. Im Laufe dieser Staffel von «Hüttengeschichten» erfahren wir als Fortsetzungsgeschichte, was mit Sarah passiert. Ich weiss nicht, ob das geht. Ich möchte ihr Leiden (und ihre allfällige Besserung) nicht in Häppchen sehen. 

Auch heute Abend nicht. Ich hoffe nur: Es geht ihr gut. Und die Kinder spielen nächsten Frühling wieder im Sandkasten. Mit dem Mami natürlich.

Publiziert am 25.11.2016 | Aktualisiert am 02.01.2017
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden