Berührender Dok-Film über Bernhard Russi Bei dieser Szene weinten 850'000 Zuschauer

TV-Checker Padrutt erlebte einen der bewegendsten TV-Abende der letzten Monate. Die Dokumentation über Ski-Idol Bernhard Russi (68) war eine Meisterleistung und ging ans Herz.

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Der Mann ist ein Phänomen. Unglaubliche 850'000 Zuschauer (49 Prozent Marktanteil) lockte Skilegende Bernhard Russi (68) gestern bei SRF vor den Fernseher – und das 44 Jahre nach seinem Olympiasieg im japanischen Sapporo.

Der Film von Michael Bühler war unglaublich dicht und emotional. Immer wieder rührte er zu Tränen. Noch selten hat man so bewegende Szenen bei SRF gesehen.

Vor allem Russis Besuch bei der behinderten Schwester Madeleine ging ans Herz. Als er acht Jahre alt war, blieb sie nach einer Operation schwer behindert, heute lebt sie in einem Pflegeheim. Wie er seine Schwester berührte, sie mit Schokolade fütterte, war kaum zu ertragen. Noch nie hat ein Sportler so tiefe Einblicke in sein Leben gegeben. Ein Leben, in dem sich die Perfektion des Körpers und die Behinderung auf tragische Weise begegnet sind. Man möchte Russi für diese Offenheit umarmen.

Nicht jeder hätte sich so filmen lassen

Man sah ihn weinen, als er vom Tod des Vaters erzählte. Bernhard sollte für ihn die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel gewinnen. Russi riskierte alles und stürzte. Sein Vater starb nur kurze Zeit später. Da weinte Russi selber vor der Kamera im Schweizer Fernsehen. Nicht jeder hätte sich so filmen lassen. Bewegend auch: Der Film erzählte, wie später seine erste Frau Michèle und sein jüngster Bruder Pius starben. Man wurde sich bewusst, wie im Leben Erfolg und Tragödie nahe beieinander sind. Fast so, als ob ihm das Schicksal etwas nehmen wollte.

Oft hätte man den Film gern angehalten. Ein bisschen gewartet, weil man es nicht aushielt, wäre lieber zum Kühlschrank gegangen, hätte ein kühles Bier geholt. Aber man schaffte es nicht. Man hätte gern noch mehr gesehen, doch so ein bewegtes Leben kann man gar nicht in eine Stunde packen.

Unglaublich fit

Alles nur traurig? Nein, der Film zeigte auch den smarten, sportlichen Russi, der noch unglaublich fit ist. Wir sahen den Weltmeister als agilen Pistenbauer in Südkorea und beim Klettern. Oft wurde einem fast schwindlig: Wie schafft das ein 68-Jähriger alles noch? Am schönsten waren aber die Bilder mit seiner Familie. Das Ende des Films war so versöhnlich, einfach schön. 

Vor allem machte diese Doku etwas klar: Die Beliebtheit eines Sportlers ist nicht die Summe aus Leistungen. Am Ende ist es das Lächeln auf den Lippen, die Leichtigkeit, die ewige Jugendlichkeit, die Russi so beliebt machen. Es war ein Fernsehabend, der noch lange in Erinnerung bleibt.

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
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