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Packten das Schweizer Publikum nicht: Ulrike Folkerts beobachtet ihren Kollegen Andreas Hoppe (l.) und Ralph Herforth.
Unter dem Titel «Zurück am Tatort» hatte SF in einer grossen Werbekampagne den Wiedereinstieg in die Kult-Krimireihe gefeiert. Doch der erste «Tatort» im Schweizer Fernsehen nach neun Jahren schoss am Ziel vorbei: Nur 385 000 Zuschauer (19,6 Prozent Marktanteil) wollten den Krimi «Tödliche Ermittlungen» mit Ulrike Folkerts (49) alias Lena Odenthal sehen.
Woran lag es? Im Ludwigshafener «Tatort», in dem die deutsche Kommissarin gegen ihren früheren Ausbilder ermittelt und den in Deutschland fast zehn Millionen Menschen sahen, fehlte jeder Schweizer Bezug – bei Geschichte, Regie und Schauspielern.
«Das bestätigt, dass die Schweizer am Sonntagabend ein Schweizer Programm sehen wollen, das für sie gemacht ist», stellt Erfolgsproduzent P.C. Fueter (69) fest. «Darum ist die Absetzung von ‹Lüthi und Blanc› vor vier Jahren nach wie vor unverständlich.» Die Serie habe sogar am Schluss noch über 30 Prozent Marktanteil erzielt.
SF trotzdem zuversichtlich
Warum hat das Schweizer Fernsehen ARD und ORF nicht darauf gedrängt, zum Wiedereinstieg wenigstens den letzten «Bodensee-Tatort» mit Stefan Gubser (53) auszustrahlen, bevor dieser ab April in Luzern ermittelt? «Die Programmierung der Krimiserie beginnt sehr früh», sagt SF-Sprecher Marco Meroni (38). «Der 16. Januar war der erste Termin, den wir bekamen.»
An ein missglücktes Comeback des «Tatorts» will man beim SF aber nicht glauben. «Jede Neuprogrammierung braucht Zeit, bis sie von den Zuschauern angenommen wird», so Meroni. «Wir sind zuversichtlich, dass wir spätestens ab dem Schweizer ‹Tatort› wieder die gewohnt erfolgreichen Sonntagabend-Zahlen erreichen.»