Tagesschau-Paar Stauber im Studio – Inhauser in der Hölle Haitis

  • Publiziert: 21.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Peter Padrutt

ZÜRICH – Seit eineinhalb Jahren sind die «Tagesschau»-Moderatoren Katja Stauber (47) und Florian Inhauser (42) glücklich verheiratet. Jetzt schweisst sie das Drama von Haiti noch enger zusammen.

Seit über einer Woche berichtet Florian Inhauser als SF-Sonderkorrespondent über Tod und Verzweiflung. Jetzt erlebten 862000 Zuschauer die bewegendste Schaltung von Katja Stauber zu ihrem Mann am TV mit. Inhauser meldete sich aus dem Universitätsspital von Port-au-Prince, wo derzeit unfassbare Zustände herrschen. Menschen mit schwersten Verletzungen warten darauf, von viel zu wenigen Ärzten operiert zu werden. Katja Stauber bemüht sich, professionell sachlich zu bleiben, spricht ihren Gatten sogar distanziert per «Sie» an: «Wie haben Sie das alles erlebt?», fragt sie ruhig. Er antwortet sachlich: «Da fallen mir nur Worte ein wie ‹grauenhaft, entsetzlich› – einfach schlimm.»

Was muss in diesem Moment wohl in Katja Stauber vorgehen? Gegenüber Blick.ch gibt sich die News-Lady tapfer: «Natürlich fühle ich mit, wir stehen auch viel in Kontakt zueinander», sagt sie. Sie sei immer informiert, wo er gerade sei, wie es ihm gehe. «Aber Angst habe ich nicht um ihn. Florian ist ein besonnener und äusserst erfahrener Sonderkorrespondent, der seine Intelligenz, grosse Erfahrung und seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, ich bin mir sicher, dass er keine unnötigen Risiken eingeht.»

Doch man macht sich Sorgen am Leutschenbach: Florian Inhauser sei auf Haiti an seine Grenzen gestossen. Und er ist auf sich alleine gestellt. Ganz anders ist es bei den Helfern des EDA: Pressesprecher Georg Farago: «Im Team unserer Helfer ist auch ein Psychologe dabei, an den sich jederzeit alle wenden können.»

Derzeit ist Florian Inhauser auf dem Flug zurück in die Schweiz – in seinem Kopf die Schreckensbilder. Heute Abend wird er in der SF-Spendensendung für Haiti (SF 1, 20.05 Uhr) auftreten, wenn er es schafft. «Wir werden ihm psychologische Hilfe anbieten, wenn er das braucht», sagt «Tagesschau»-Chef Thomas Schäppi. «Aber er ist dafür geschult, mit solchen Bildern umgehen zu können.»

Florian Inhauser, der in Haiti den bisher besten Job seiner Karriere machte, kann sich ein paar Tage zu Hause ausruhen. Vielleicht helfen ihm die Gespräche mit seiner Frau Katja, die schlimmen Bilder zu verarbeiten.

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