SRF-Apokalypse «Blackout» verlangte viel Durchhaltewillen Gut gemeint, falsch getimt

SRF schwimmt gegen den Strom: Statt leichte Kost präsentierte das Schweizer Fernsehen am gemütlichen Berchtoldstag neun Stunden lang Apokalypse. War der Thementag «Blackout» wenigstens elektrisierend? Das meint TV-Checker Peter Padrutt.

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Das Filet im Teig war kaum verdaut, da servierte SRF gestern mit dem Thementag «Blackout» schwere Kost: Während neun Stunden zelebrierte man am gemütlichen Berchtoldstag die Apokalypse. Andere Sender brachten die Komödie «The Big Bang Theory» oder «Das doppelte Lottchen» – bei SRF gab es das grosse Lichterlöschen.

War das Schreckensszenario elektrisierend? Der siebenteilige Film dokumentierte eindrücklich die Folgen eines gigantischen Stromausfalls. Fleissig hat SRF alles zusammengetragen, was passiert: Krisenstäbe versuchen das Chaos zu ordnen, Spitäler laufen am Limit, Menschen beginnen zu hungern. Nur: Der zweite Neujahrstag war nicht der richtige Sendetermin dazu. «Blackout» war von SRF gut gemeint, aber falsch getimt.

Man hätte gerne den Stecker gezogen

Nach dem Muster von Katastrophen-Blockbustern wurde die Geschichte an einer Familie aufgezogen. Die schwangere Ehefrau stirbt am Ende nach der Geburt. Das Drama nimmt kein Ende. Man hätte gern den Stecker gezogen.

Aus verschiedenen Perspektiven wurden dann die Folgen des Schreckensszenarios aufgezeichnet. Gespielt wurde oft auf Sparflamme. Vor allem die Geschichte um den Strafgefangenen, dem die Sicherungen durchbrannten, hätte man sich sparen können. Am Schluss wurde auch noch viel fabuliert: Eine Staatsanwältin lässt Stromverteiler verhaften. Viel Spekulation, viel Schwarzmalerei. 

Unterbrochen wurde der Film von Expertenrunden. Man lernte alles über Hackerangriffe, Notstromaggregate und Notvorräte. Da versiegte der Strom des Dramas. Spätestens hier hoffte man auf einen Stromausfall.

Fischlins Auftritt seines Lebens

Zum Monsieur 100'000 Volt wie Gilbert Bécaud mutierte «Tagesschau»-Mann Franz Fischlin. Er hatte den Auftritt seines Lebens. Er machte «Blackout» oft so glaubwürdig, dass man wie in Orson Welles' Hörspiel «Krieg der Welten» vergass, dass alles erfunden war.

Gestern Abend gab es  auf dem SWR die Show «Witzigkeit kennt keine Grenzen» mit Hape Kerkeling zu sehen. Dort kugelte man sich wie ein elektrischer Lachsack.

Publiziert am 03.01.2017 | Aktualisiert am 03.01.2017
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34 Kommentare
  • Albin  Pfister aus Malvaglia
    03.01.2017
    Hier wurde wieder einmal mit Mediensteuer-Gelder ein absoluter Unsinn produziert. Da gilt: Strom sparen durch abschalten!
  • Robert  Haas aus Dietikon
    03.01.2017
    Das beste an dieser Sendung wäre gewesen man hätte sie nicht gemacht.Es konnte nur Spekuliert werden. Die meisten gebrauchten Wörter waren. Hätte/könnte müsste/ usw. hatte nache einer viertelstunde genug von diesem Märchen/ Hätte müsste sollten machen. Frage wwieviel hat diese DOK gekostet. PS: Bin eigentlich ein Fan von SRF.Aber das war wieder Futter für die Billag Gegner.
  • urs  kesselring 03.01.2017
    JA war sehr interessant, aber das man nur den Zivilschutz sieht, macht mir Angst, genau soviel Angst macht mir dass zwei Securitas das Tanklager bewachen. Keine Armee? Wasseraufbereitung, Bewachung, Rettungsdienst, Kommunikation, Essen, Notspitäler.
    Mir scheint die Macher, waren alle Zivis
  • Walter  Müller aus Rohrbach
    03.01.2017
    Herr Hurni, ich glaube nicht, dass das (grüne) SRF soweit gedacht hat, dass das beste Lobbyarbeit für die Kernenergie war.
    Sie haben unbewusst aufgezeigt, dass es ohne diese Energieform nicht geht.
  • Walter  Müller aus Rohrbach
    03.01.2017
    Das zeigt doch eindeutig und klar, wie wichtig eine eigene gesicherte Stromversorgung ist, welche vor allem UNABHÄNGIG vom Ausland ist.
    Darum: es geht nicht ohne Nuklearstrom.
    Die Forschung MUSS in Richtung Sicherer AKW s gehen. Sonst wird das "Sandkastenspiel" von SRF noch früher und viel einschneider Realität. Da nützen dann auch Wunderkerzen nichts um zu heizen...
    • Daniel  Siegmann , via Facebook 03.01.2017
      Wenn Sie die Sendung geguckt hätten, wüssten Sie jetzt, dass das Netz wegen zu viel Strom zusammengebrochen ist und nicht wegen zu wenig. Der Transport und eventuelle Speicherung sind das Problem. Strom wird schon zig Mal genug produziert.
    • Daniel  Schneiter , via Facebook 03.01.2017
      Unabhängig vom Ausland? So viel ich weiss beziehen unsere AKWs die Brennstäbe aus dem Ausland. Wirklich unabhängig werden wir nur, wenn wir uns autark mit erneuerbaren Energien versorgen können
    • Hans  Müller aus Olinda
      03.01.2017
      Unabhängig heisst für mich die Nutzung von Geo, Wind und Sonnenenergie die vor Ort für Jeden gewonnen wird.
      Öl, Gas und Uran wird aus dem Ausland importiert und macht uns abhängig bevor überhaupt Strom erzeugt wird.