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Das auf 920 Metern gelegene Schwarzenegg im Berner Oberland ist von einem Zuckerguss überzogen. Es ist klirrend kalt.
Drinnen im Haus kocht es. Die Jodelkönigin und ihre Familie jammen bei einem Hauskonzert. Zuerst der «Schi-Twist» von Vico Torriani. Plötzlich röhrt Melanie «One Life – One Soul» von Gotthard – und ihre Brüder Mike (19) am Bass und Kevin (18) fetzen mit.
Ja, diese Familie lebt. Da ist Seele drin. Ohne Schunkel-Idylle oder Kitsch-Romantik. Abends wird oft «töggelet» oder Poker gespielt.
Schon um 7 Uhr verteilte Vater Hansueli (50) heute Morgen die Fanpost. Die eigene. Er ist nämlich Pöstler hier oben. Und Mami Annemarie (45) ging wie immer in die Reha-Klinik am Thunersee arbeiten. Dort hat die Pflegefachfrau die Co-Leitung inne. Und Melanie, die Allrounderin, kümmerte sich um die nächsten Konzerte, sortierte Fanartikel. Kugelschreiber, T-Shirts und Mützen.
Das Bauernhaus der Oeschs ist Wohnort, Schaltzentrale und Übungsort in einem. Melanie wohnt im oberen Stock, zusammen mit Grossmutter Käthi (79). «Eine eigene Wohnung wäre doch Luxus», sagt sie lachend. «Wir sind ja so oft für Konzerte auf Achse.»
Das Müeti sah sich die «Schweizer Hits» am TV an. «Am Schluss hockte ich zuoberst auf der Sitzlehne, damit ich alles besser sehen konnte», sagt sie. «Zur Feier gabs dann einen Kaffee.»
Nachtessen bei den Oeschs. Es gibt Käse, Joghurt und Cornflakes. Fieberhaft wird nochmals über den Sieg in der Hit-Show gesprochen. «80 Prozent daran sind dein Verdienst, Melanie», sagt Papa Hansueli. Doch diese fällt ihm ins Wort: «Stimmt gar nicht. Die ganze Familie machts.»
Plötzlich klingelt es – ein Fan ist an der Tür. Er will die Gold-Auszeichnung fürs Album «Jodelzauber» mit eigenen Händen anfassen. «Manchmal kreuzen Fans einfach bei uns auf. Es werden immer mehr. Das wird mit der Zeit etwas lästig», klagt Mutter Annemarie.
Ja, im Leben von Melanie und ihrer Familie geht die Post ab. Deutsche Medien hängen Melanie immer neue Affären mit Volksmusikstars an. «Wir scherzen oft in der Familie, mit wem ich noch alles was haben könnte», erzählt Melanie.
Klar ist: Jetzt starten die Oeschs erst richtig durch. Aufritte im «Silvester-Stadl» und vielen anderen TV-Shows folgen. Auch Tourneen durch die Schweiz und halb Europa sind geplant.
Warum mögen denn alle «Oesch’s die Dritten»? Papa Hansueli sagt es so: «Wir sind eine Brücke zwischen den Stilen. Wir mögen Ländler ebenso wie Polo Hofer. Das Publikum spürt das. Bei uns ist eben nichts gespielt.»
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Melanie auf dem warmen Kachelofen im Wohnzimmer. (Philippe Rossier)