So feiert Zürich

  • Publiziert: 09.08.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Nicht nur das grandiose Sonnen-Wetter sorgte bei der diesjährigen Street-Parade in Zürich für heisse Stimmung.

Das aus Nah und Fern angereiste Party-Volk vergnügte sich seit dem Morgen unter blauem Himmel und bei 24 Grad, wie der organisierende Verein Street Parade Zürich am Samstagabend mitteilte. Die Organisatoren schätzen, dass etwa 820000 Personen die Parade besuchten, also 20000 mehr als im letzten Jahr.

Auf und neben den 27 Love Mobiles herrschte zwar Gedränge, aber es blieb friedlich – getreu dem diesjährigen Motto «Friendship». Die mobilen Dancefloors nahmen um 14.37 Uhr die 2,4 Kilometer lange Strecke rund ums untere Seebecken in Angriff. Wie in den vergangenen Jahren führt die Route vom Utoquai über Bellevue und Bürkliplatz bis zum Hafendamm Enge.

Über 120 internationale Essstände und 60 Getränkestände sorgen für das leibliche Wohl. Mit dem Kauf der Getränke an den offiziellen Ständen wird die Parade unterstützt. Der Umsatz ist laut den Veranstaltern ein wichtiger Budget-Posten. Dieses belief sich auf rund 1,2 Millionen Franken.

Prävention verstärkt

Dieses Jahr wurden rund 100 000 Franken für Alkoholprävention aufgewendet. Problemfälle wurden neu direkt angesprochen. Dafür waren 80 Personen im Einsatz, die Angetrunkene ansprachen und sie zum Wassertrinken aufforderten. Hinzu kamen 1000 weitere Ordnungshüter, die der Verein engagiert hatte.

Zudem rief man wie schon in früheren Jahren zum Verzicht auf harte Alkoholika auf, bot Mineralwasser günstig und bisweilen gratis an. Auch die Präventionsarbeit im Bereich Drogen wurde nochmals verstärkt.

Die diesjährige Street Parade stand unter besonderer Beobachtung, was die Sicherheit betraf. Denn die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer und der Stadtrat ziehen in Betracht, den Technoanlass nicht mehr zu bewilligen, falls es weiterhin zu Gewalt- und Alkohol-Exzessen kommen sollte.

Letztes Jahr war ein 18-Jähriger nach einer Messerstecherei gestorben. Gegenüber der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen SF nahm Maurer am Samstag die Drohung allerdings etwas zurück: Es müsse eine Trendwende geben, sagte sie. Sie wünsche sich aber, dass die Street Parade überlebe.

Bagatell-Einsätze bei Sanität und Polizei

Bis gegen Abend hatte Schutz & Rettung Zürich vorwiegend mit Bagatellunfällen wie Prellungen, Schürfungen und Schnittverletzungen zu tun. Allerdings musste am frühen Abend ein 28-jähriger Deutscher mit Schnittwunden am Bauch ins Spital gebracht werden. Nach Angaben der Polizei war er bei einer Auseinandersetzungen am Schiffländeplatz verletzt worden.

Am Nachmittag musste auch eine 23-jährige Frau aus Deutschland behandelt werden, die offenbar mit K.O.-Tropfen betäubt worden war. Sie hatte zuvor ein Getränk konsumiert, das ihr ein Unbekannter offeriert hatte.

Insgesamt wurden bis um 21 Uhr in den elf Sanitätsposten 385 Personen behandelt, 91 zeigten Symptome von übermässigem Alkohol- oder Drogenkonsum.

Wie die Polizei am Abend mitteilte, kam es bisher zu keinen grösseren Zwischenfällen. Bis am Abend nahm sie 14 Personen fest, unter anderem wegen Verdachts auf Drogenhandel. Die Nagelprobe steht jedoch in der Nacht bevor. Denn mit dem Ende des Umzugs kehrt in Zürich noch keine Ruhe ein.

Die offizielle Street-Parade-Party findet bis 24 Uhr auf den Bühnen am Start, beim Opernhaus, am Limmatquai sowie auf dem Bürkliplatz und beim Kongresshaus statt. Von andern Veranstaltern werden nach der Parade in und um Zürich gegen 100 Parties durchgeführt.

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