Das grosse BLICK-Interview mit Beni Thurnheer «Single-Sein ist keine Krankheit»

  • Publiziert: 24.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Lukas Rüttimann und Kaye Anthon

Beni Thurnheer (60) packt aus. Über Robbie, seine Scheidung und die Altersmafia!

BLICK: Heute ist der Relaunch von «Benissimo» – aber alle sprechen nur von Robbie. Ein Problem?
Bernard Thurnheer:
Nein. Robbie hat uns eine unglaubliche Vorpropaganda beschert. Alle wissen, dass heute «Benissimo» kommt. Das war früher nicht mehr der Fall. Robbie müsste gar nicht auftauchen, die Vorarbeit hat er schon geleistet.

Aber er kommt schon, oder?
(lacht) Ja, auf jeden Fall.

Keine Angst, dass die Neuerungen wegen Robbie untergehen?
Nein. «Benissimo» dauert 110 Minuten, Robbie ist 10 Minuten da. Das Studio wird man sehen; es ist neu gestylt, ich habe da «uhuere de Plausch». Die Leute werden wahrscheinlich entsetzt sein. Es gibt erstmals eine Niete: Jemand ist am Telefon und gewinnt vielleicht gar nichts.

Die Sendung ist ja ein Phänomen. Ein simpleres Spielkonzept gibt es wohl in ganz Europa nicht.
So simpel ist es ja auch nicht. Die Show besteht aus drei Strängen: Das Millionen-Spiel, die Show-Acts und die «Friends». Jetzt kann man sich überlegen: Samstagabend ist Show-Abend. Nur Künstler aneinanderreihen bringt es nicht. «Wetten, dass ..?» hat das Konzept, dass die Show mit Wetten gefüllt wird. Bei uns mit dem Millionenspiel.

Ist das noch zeitgemäss?
Heute ist das Reality-Zeugs modern. Da wird auf der Gefühlsebene mit Gefühlsgedusel gespielt. Ich will so etwas selber aber nicht machen. Ich bin dem öffentlich gemachten Privatleben gegenüber abwehrend. Ich finde es furchtbar. Ich finde auch «Swissdate» schlimm. Was für Menschen gehen dahin, um ihr Liebesleben auszubreiten?

Moderieren ist ja etwas anderes als selber mitmachen ...
Ja, aber wenn ich es moderieren würde, dann müsste ich so tun, als ob ichs super finden würde, dass diese Leute sich so entblössen. Das kann ich nicht. Schummeln kann ich nicht – vielleicht ein Nachteil als Showmaster.

«MusicStar» könnten Sie also auch nicht moderieren?
Ich könnte nicht so tun, als ob die Kandidaten eine Weltkarriere machen würden. Dem Siebtletzten weiszumachen: «Du bist ausgeschieden, aber du wirst trotzdem Karriere machen», das könnte ich nie. Wenn ich das sagen würde, wäre das verlogen, weil ich nicht daran glaube.

Können Sie mit «Benissimo» das junge Publikum noch ereichen?
Die Jungen sind am Samstag im Ausgang. Punkt. Und man darf nicht vergessen: Der durchschnittliche Schweizer ist 50 Jahre alt. In der Werbebranche und der Medienwelt wird ständig suggeriert, dass der durchschnittliche Schweizer 25 ist. Aber das stimmt nicht. Das hat man jetzt auch wieder bei den «Schweizer Hits» gesehen, als Stefan Roos gewann. Das mag schockierend sein, ist aber eine Tatsache.

Deswegen steckte das Schweizer Fernsehen auch Kritik ein: Das SF sei das Fernsehen für die Alten.
Aber ist es nicht seltsam, dass es eine Abstimmung gibt – und die Volksmusik gewinnt? Man will nicht wahrhaben, dass es eine Bevölkerungsgruppe gibt, die Ländler mag. Wir haben 80 Lokalradios, alle spielen Hitparade. Offensichtlich produzieren die am Publikum vorbei. Dann sagt man: Die Marktwirtschaft richtet es. Aber das stimmt gar nicht. Es gibt da eine Art Mafia, ein Insider-Kreis, der sich konstant selbst bestätigt.

Wie lange wollen Sie sich denn noch dagegen stemmen?
«Benissimo» wird es so lange geben, wie sie mich lassen.

Die nächsten 20 Jahre dürfen wir demnach mit Ihnen rechnen?
Zum Machen ist «Benissimo» sehr lässig. Man ist am Puls der Zeit. Wenn man älter wird, so ab 50, neigt man dazu, Dinge abzulehnen, die man nicht versteht.

Sind Sie inzwischen geschieden?
Ja, das sollte über die Bühne sein. Aber man kommt gar nicht so richtig draus: Es gibt so viele Fristen, bis alles endgültig ist. Aber momoll, wir sind jetzt geschieden.

Wie ging die Scheidung durch?
Einvernehmlich. Wir hatten sogar den gleichen Anwalt.

Bald ist wieder «Salto Natale»-Premiere. Welche hübsche Blondine nehmen Sie dieses Mal mit?
Ich werde mich hüten, wieder eine 22-jährige Blondine mitzunehmen. Das regt die Fantasie der Medien zu sehr an – so, dass es ungesund ist.

Lesen Sie das vollständige Interview im heutigen BLICK

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Soll Beni noch bis 70 «Benissimo» machen?»

  • 50,9% Ja, er macht das so toll
  • 42,4% Nein, er muss mal aufhören können
  • 6,7% Weiss nicht