Im Kino war der Michael-Steiner-Film «Sennentuntschi» ein Hit. Heute Abend zeigt ihn das Schweizer Fernsehen um 20 Uhr – in einer entschärften Version.
Mit Mord, Saufgelagen und der Schändung eines Mädchens sorgte die blutige Alpensaga «Sennentuntschi» bei der Premiere vor zwei Jahren am Zurich Film Festival wegen seiner expliziten Brutalität für Aufregung. Zu düster, zu dramatisch und zu derb sei der Film.
Jetzt kann sich auch das Fernseh-Publikum ein Bild von «Sennentuntschi» machen: Das Drama von Regisseur Michael Steiner (43) feiert heute Abend (20 Uhr, SF2) TV-Premiere – in einer entschärften Version ab 14 Jahren. Denn der ungeschnittene Film (im Kino frei ab 16 Jahren) ist nichts für das jüngere oder zart besaitete Publikum.
«Spielfilme auf diesem Sendeplatz müssen ab 14 Jahren freigegeben sein», erklärt Urs Fitze (55), Bereichsleiter Fiktion SRF, gegenüber BLICK. «Aus Gründen des Jugendschutzes wurde der Film daher überarbeitet.»
Wie genau? «Die Vergewaltigungsszene wurde entschärft», so Fitze. Ein Eingriff, dem auch die Nahaufnahme des Penis von Hauptdarsteller Carlos Leal (43) zum Opfer fiel, der sich als Hilfsknecht Martin mit Senn Erwin (Andrea Zogg) über das «Sennentuntschi» (Roxane Mesquida) hermacht.
Ganze Szenen seien nicht rausgeschnitten worden, betont Fitze. «Es wurden gewisse Grossaufnahmen durch totalere Einstellungen ersetzt. Dadurch wird die Darstellung von Gewalt weniger extrem.»
Sex und Gewalt dürfen auf diese Weise beim SF gezeigt werden. Aber keine expliziten Darstellungen in Grossaufnahme. Darauf hat Steiner schon bei den Dreharbeiten geachtet – und heikle Szenen aus verschiedenen Winkeln gefilmt.
«Ich hatte bereits im Hinterkopf, dass der Film zur Prime-Time im Fernsehen gezeigt werden sollte», sagt er. Für Steiner ist die TV-Ausstrahlung seines Werks ein Happy End.
«Sennentuntschi» hatte Finanzierungsprobleme, wurde im Jahr 2009 dank einer Geldspritze von drei Millionen Franken gerettet – und lockte im Kino 150 000 Zuschauer an.
Was Steiner besonders freut: «Wer das ‹Schreckmümpfeli› unzensiert sehen will, kann das zwischen 23 und 5 Uhr im SF-Videoportal doch noch tun.»
Die ungeschnittene Kino-Version wird ab heute während 7 Nächten auf dem Videoportal zu sehen sein.
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