«Sennentuntschi» zu brutal fürs Fernsehen? SF zensiert Schnäbi von Carlos Leal

Im Kino war der Michael-Steiner-Film «Sennentuntschi» ein Hit. Heute Abend zeigt ihn das Schweizer Fernsehen um 20 Uhr – in einer entschärften Version.

  • Publiziert: 16.10.2012, Aktualisiert: 17.10.2012
  • Von Kaye Anthon

Mit Mord, Saufgelagen und der Schändung eines Mädchens sorgte die blutige Alpensaga «Sennen­tuntschi» bei der Premiere vor zwei Jahren am Zurich Film Festival wegen seiner expliziten Brutalität für Aufregung. Zu düster, zu dramatisch und zu derb sei der Film.

Jetzt kann sich auch das Fernseh-Publikum ein Bild von «Sennentuntschi» machen: Das Drama von Regisseur Michael Steiner (43) feiert heute Abend (20 Uhr, SF2) TV-Premiere – in einer entschärften Version ab 14 Jahren. Denn der ungeschnittene Film (im Kino frei ab 16 Jahren) ist nichts für das jüngere oder zart besaitete Publikum.

Es geht um Jugendschutz

«Spielfilme auf diesem Sendeplatz müssen ab 14 Jahren freigegeben sein», erklärt Urs Fitze (55), Bereichsleiter Fiktion SRF, gegenüber BLICK. «Aus Gründen des Jugendschutzes wurde der Film daher überarbeitet.»

Wie genau? «Die Vergewaltigungsszene wurde entschärft», so Fitze. Ein Eingriff, dem auch die Nahaufnahme des Penis von Hauptdarsteller Carlos Leal (43) zum Opfer fiel, der sich als Hilfsknecht Martin mit Senn Erwin (Andrea Zogg) über das «Sennentuntschi» (Roxane Mesquida) hermacht.

Ganze Szenen seien nicht rausgeschnitten worden, betont Fitze. «Es wurden gewisse Grossaufnahmen durch totalere Einstellungen ersetzt. Dadurch wird die Darstellung von Gewalt weniger extrem.»

Sex und Gewalt dürfen auf diese Weise beim SF gezeigt werden. Aber keine expliziten Darstellungen in Grossaufnahme. Darauf hat Steiner schon bei den Dreharbeiten geachtet – und heikle Szenen aus verschiedenen Winkeln gefilmt.

«Ich hatte bereits im Hinterkopf, dass der Film zur Prime-Time im Fernsehen gezeigt werden sollte», sagt er. Für Steiner ist die TV-Ausstrahlung seines Werks ein Happy End.

150 000 Kinozuschauer

«Sennentuntschi» hatte Finanzierungsprobleme, wurde im Jahr 2009 dank einer Geldspritze von drei Millionen Franken gerettet – und lockte im Kino 150 000 Zuschauer an.

Was Steiner besonders freut: «Wer das ‹Schreckmümpfeli› unzensiert sehen will, kann das zwischen 23 und 5 Uhr im SF-Videoportal doch noch tun.»

Die ungeschnittene Kino-Version wird ab heute während 7 Nächten auf dem Videoportal zu sehen sein.

Ist das SF zu wenig mutig bei «Sennentuntschi»?»

Beliebteste Kommentare

  • Steve  Palmer
    Ich weiss dass die Szenen "nur" entschärft wurden, aber: Im Fernseher keinen Schwanz zeigen wollen aber in der Online Zeitung Bilder von barbusigen Frauen und jetzt sogar einem Schniedel, die 24/7 online sind abgesehen von den vielen Gratis-Pornoseiten schon... spielt es überhaupt noch eine Rolle?
  • Michael  Herrmann

    und die Kriegsbilder die jeden Tag vor 20 Uhr im TV kommen, machen dann wohl nix? Typisches Doppelmoralistentum à la Amerika.

Alle Kommentare (22)

  • stefan  tschopp , bubendorf
    Hahaha. So geil und trozdem naiv.
    Die eltern sitzen vor dem tv und schauen die zensierte version während die kinder im computer einen gangbang anschauen.
    Der jugendschutz ist doch denen scheiss egal denen gehts um ihr ruf
    Eben geil aber naiv!!
    • 17.10.2012
    • 15
    • 3
  • Andreas  Jäggi , Solothurn
    Typisch SF. Sie entscheiden wieder einmal was der Schweizer sehen darf. Eine richtige Bevormundung. Wenn wir es nicht sehen möchten, können wir immer noch selber um-oder abschalten. Das ist schon gegenüber dem Filmenmacher eine bodenlose Frechheit.
    • 17.10.2012
    • 8
    • 4
  • jahn  berger
    Wer will schon ein zensierten film sehen zur besten sende zeit.
    • 17.10.2012
    • 19
    • 2
  • Philipp  Rittermann
    ich stört der riemen von leal einiges weniger als das pseudo-akademische, interkulturelle talkgesabbel irgendwelcher deutschen psychologen auf sf1. aber das ist ein steckenpferd von de weck.
    • 17.10.2012
    • 26
    • 2
  • jürg  frey , teufen
    Jö solch ein Drama, wegen einem Schnäbi. Man sieht ja keinen Porno. Prüde Schweiz.
    • 17.10.2012
    • 29
    • 5
    • Lina  Häusler
      Es geht aber hier nicht ums "Schnäbi", sondern um haufenweise wüste Vergewaltigungsszenen und sonst noch allerlei Gewalt!!! Nicht unbedingt etwas, das abends um 20.00 gezeigt werden muss. Gottseidank GIBT es noch sowas wie Jugendschutz!
      • 17.10.2012
      • als Kommentar auf jürg  frey , teufen
      • 12
      • 4
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