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So würde der neue TV-Tempel aus der Vogelperspektive aussehen.- zvg
Transparenz ist nicht gerade die grosse Stärke des Schweizer Fernsehens SF. Wer wissen will, wie viel Geld der Monopolsender in sein neues Videoportal gesteckt hat, erhält keine Auskunft. Dasselbe bei der Frage, wie viele Millionen die Übertragung der Fussball-WM in Südafrika kostet. Auch wenn es um den geplanten grossspurigen Studiokomplex am Leutschenbach geht, werden die SF-Chefs schmallippig.
Fragen nach den Kosten des Prestigebaus beantworten weder SRG-Direktor Armin Walpen (61) noch TV-Direktor Ueli Haldimann (56).
Aus gutem Grund. Denn der neue Hauptsitz des Schweizer Fernsehens wird teuer, sehr teuer sogar. Die Muttergesellschaft SRG rechnet mit Investitionen von rund 100 Millionen Franken. Das erklärte Medienminister Moritz Leuenberger (63) diese Woche in seiner schriftlichen Antwort auf eine Anfrage von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli (33, ZH). «Die Gebührenzahler haben ein Recht zu wissen, wohin ihr Geld fliesst. Diese Geheimniskrämerei ist mir suspekt», sagt die Vizepräsidentin der Aktion Medienfreiheit. 100 Millionen sind selbst für den Staatssender, der jährlich 1,1 Milliarden an Gebühren kassiert, kein Pappenstiel.
Das Vorhaben habe die SRG «bisherige Investitionen von rund einer Million Franken» gekostet, so der SP-Bundesrat in seiner Stellungnahme. Laut Leuenberger ist das Projekt, an dem das holländische Architekturbüro MVRDV seit 2007 werkelt, allerdings seit Dezember 2008 sistiert. Über die Gründe äussert er sich nicht. Das Geld sei aber nicht verloren, weil das Projekt nach dem Abschluss der Fusion von Radio und TV «wieder aufgenommen werden kann», wie Leuenberger betont. Der Zusammenschluss wird 2011 über die Bühne gehen.
Am Leutschenbach widerspricht man dem Medienminister. Ueli Haldimann, der für den Job des Superdirektors von Radio und TV gehandelt wird: «Das Projekt des holländischen Architekturbüros wurde Anfang 2009 gestoppt und wird nicht realisiert.» Die Million Gebührengelder für die Projektierung ist damit futsch und verpulvert. Auch den Bau des TV-Tempels hält er jetzt für unnötig: «Es laufen Gespräche zur langfristigen Miete eines Bürogebäudes in unmittelbarer Nähe des Areals Leutschenbach.» Sie seien aber noch nicht abgeschlossen, so der TV-Direktor.