Schweizer Star-Regisseur Florian Froschmayer erklärt das Krimi-Phänomen Darum ist «Tatort» Kult

ZÜRICH - Auch nach 1000 Folgen bleibt der «Tatort» aktuell. Der Schweizer Regisseur Florian Froschmayer erklärt, weshalb das so ist und was die Krimireihe für junge Filmemacher bedeutet.

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Hochspannung gestern Abend in der Jubiläumsfolge: In «Taxi nach Leipzig» sassen Maria Furtwängler (50, als Charlotte Lindholm) und Axel Milberg (60, als Klaus Borowski) gefesselt in einem Auto, das von einem Psychopathen gelenkt wurde. Warum ist der «Tatort» auch nach 1000 Folgen noch Kult? Der fünffache «Tatort»-Regisseur Florian Froschmayer (44) erklärt den mörderischen Erfolg.

«Wie ein Hauptgewinn»

«Der ‹Tatort› ist für ambitionierte junge Regisseure ein Türöffner. Ich habe das 2008 mit meiner Episode ‹Borowski und die heile Welt› selber erlebt. Darin spielte übrigens, wie in der Jubiläums-Episode vom Sonntag, Axel Milberg den Kommissar. Einen ‹Tatort› inszenieren zu dürfen, ist wie ein Hauptgewinn. Man gehört dadurch zu einem auserwählten Kreis. Beispiel: Wolfgang Peterson, der 1977 die Episode ‹Das Reifezeugnis› mit Nastassia Kinski drehte, machte anschliessend in Hollywood Karriere.»

«Schon der Vorspann zieht einen in den Bann. Die Musik, das bedrohlich wirkende Augenpaar: Dieses Signet wirkt bis heute modern. Auch mich packt der 30-Sekunden-Vorspann jedes Mal, wenn ich im Schnittraum die Rohfassung einer meiner Folgen sehe. Da wird einem sofort die Verantwortung bewusst.»

«Gesellschaftlich relevante Themen»

«In den ‹Tatort›-Folgen werden immer wieder gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen. In meiner Sniper-Folge ‹Ihr werdet gerichtet› ging es um Selbstjustiz und die überforderte Justiz. Die Folge hatte in Deutschland eine Rekordquote von 8,96 Millionen Zuschauern. Sie löste Kontroversen aus – auch darüber, wie weit Gewaltdarstellungen im Fernsehen gehen dürfen. Das ist gut, denn so bleibt die Krimireihe im Gespräch.»

«Die Kommissare sind Publikumslieblinge – Menschen aus Fleisch und Blut, sie haben Ecken und Kanten. Das fing mit Schimanski an. Heute holen Figuren wie Hauptkommissar Frank Thiel, gespielt von Axel Prahl, und Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers – Höchstquoten.»

«Die ganze Familie diskutiert»

«Die Reihe ist die letzte grosse Familienkiste. Der Sonntag ist ‹Tatort›-Abend. Von den Grosseltern bis zu den Jungen schauen heute noch alle gespannt zu. Und danach diskutiert die ganze Familie angeregt über den Krimi. Ich hoffe, dass diese Tradition trotz der sich durch die Streaming-Dienste verändernden Sehgewohnheiten noch lange anhält.»

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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7 Kommentare
  • Robert  Metzger aus Kaiseraugst
    14.11.2016
    Ich habe diesen Tatort auch angeschaut, er war recht gut gemacht und auch spannend. Aber man hätte wenn schon den schon eine andere Kommissarin anstelle der Lindholm nehmen sollen, das ewige Techtelmechtel, Beziehungskisten schon nach kaum 5 Min. Spielzeit SMS vom Liebhaber, die Arroganz gegenüber Kollegen nerven. Ohne Axel Milberg wäre der Film zum flopp geworden.
  • Anita R.  Nideröst 14.11.2016
    Ich fand grad diesen Tatort besonders gut! Reines Psychologiespiel. Es geht also auch ohne Gekotze und Gebumse, was mir bei den Tatorten der letzten Jahre gewaltig auf den Nerv geht, sodass ich mir eigentlich nur noch die alten anschaue. Hervorragende Schauspieler schaffen auch heikle Szenen. Der Schluss war ein rechter Schock!
  • Marcus  König 14.11.2016
    Also ich habe mir den Tatort auch angeschaut. War ja fast ein MUSS! Die 1000te Folge! Krass!
    Nach gut einer Viertelstunde habe ich aber umgeschaltet. So ein wirres Etwas hat mich überhaupt nicht überzeugt. Da kann es noch lange "Der Tatort" sein. Viel zu kompliziert, zu viele Zeitsprünge.... Nein, dieser Tatort hat mir nicht gefallen, überhaupt nicht! Ob es nun der 1000te war oder nicht!
    Ein Vorteil hatte diese Folge. Die nächsten können nur besser werden! Hoffentlich!!
    • Samuel  Jackson 14.11.2016
      Kann mich Ihren Worten nur anschließen. Verwirrend, so wie die beiden Kommissare......Frau Furtwängler Schauspielerin?
    • Ernie  Hugentobler 14.11.2016
      ich teile diese Meinung. Für den 1000sten Tatort hätte ich was besseres erwartet als 90 min Taxifahrt ! Wäre es ein CH-Tatort gewesen dann wäre er verrissen worden bis zum geht nicht mehr
    • Schmid  Edi 14.11.2016
      Sie nannten mal ein Schweizertatort "Käse". Das war jedoch
      mehr als Käse. Habe mehr erwartet zum 1000endsten Tatort, als über 1 Std. Psycho im Taxi. Schade für die guten Schauspieler, die sicher auch eine andere "Stori" gespielt hätten.
  • Edi  Rey aus Romanshorn
    14.11.2016
    So, so, in nur zwei bis drei Jahren rechnet sich das? Da hat der Herr Wirtschaftsprofessor aber mehr über den Daumen gerechnet, als dieses komplizierte System wirklich analysiert. Und wenn es dann eben fünf oder acht Jahre dauert bis "alle" davon profitieren? Dann können Ja die Bürgerlichen ein oder gar mehrere Sparprogramme aufgleisen und dann haben wieder "alle" etwas davon. Prima.