Porno-Casting und Magersucht-Witze Wie doof darf Service public sein, Herr de Weck?

BERN - SRG-Boss Roger de Weck lobt die Web-Serien seines Medienhauses. Ob er von «Jenny-Wanessa» auch begeistert ist?

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sarah Joelle musste zur bisher ekligsten Prüfung antreten Der Dschungel...
2 Aussie-Anwohner und Besitzer kassieren Millionen Das sind die wahren...
3 Teleshopping-Zeichen statt Explosionen «4+» drückt Terminator seinen...

TV

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Soll SRF Serien wie «Jenny-Wanessa» senden?

Abstimmen

Was soll die SRG leisten? Was den Privaten überlassen? Und wo sind die Grenzen des Service public? Diese Fragen sind Dauerbrenner in der medienpolitischen Diskussion.

So auch im «Medienclub» auf SRF: Kritikerin Natalie Rickli (SVP) und Verleger Peter Wanner standen am Dienstag SRG-Boss Roger de Weck und dem SRG freundlich gesinnten Wissenschaftler Mark Eisenegger gegenüber.

Rickli, Präsidentin der nationalrätlichen Medienkommission, beharrte darauf, dass die SRG sich zurückhalten müsse. De Weck verteidigte seine Sendungen aber beharrlich.

Im Medienclub diskutierten Verleger Peter Wanner (l.), SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, Wissenschaftler Mark Eisenegger (2.v.r.) und Generaldirektor Roger de Weck über den Service public. (Screenshot SRF) play
Im Medienclub diskutierten Verleger Peter Wanner (l.), SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, Wissenschaftler Mark Eisenegger (2.v.r.) und Generaldirektor Roger de Weck über den Service public. (Screenshot SRF)

Auf die Frage des Moderators, ob es auch Sendungen gebe, die nicht mehr zum Service public gehören, meinte der bald abtretende de Weck: «Nein, unsere Sendungen sind in den Grundwerten des Service public verankert.»

De Weck: «Exhibitionismus nicht auszunutzen»

Dazu zählt er die Menschenwürde und der Wille zur Informationsvermittlung. Aber auch «die Persönlichkeit der Teilnehmer zur Geltung zu bringen, ohne ihren Exhibitionismus auszunutzen, wie man es in vielen Talk- und Realityshows im kommerziellen TV sieht».

Seither macht in den sozialen Medien eine Mini-Serie die Runde, die SRF für das Internet produziert. Die Kunstfigur Jenny-Wanessa will gemäss Sendungsporträt «Followers, Likes und Fame». Dabei sei es «egal», ob als Bachelorette oder Pornostar.

  play
Recherchiert an der ETH Zürich: Jenny-Wanessa vom SRF.

In der neusten Folge geht Jenny-Wanessa denn auch auf Partnersuche für einen Pornofilm, den sie drehen möchte. Denn «mis vorbild d Kim Kardashian West hät ja sooo vieli follower überal und ich glaube das isch weg ihrem porno. wäg dem suech ich jetz ade ETH Zürich min pornopartner und dreih au sonen film. Dört sind sowieso alli jung und geil. #hoot #rawr #jennywanessa», schreibt die Figur auf ihrem Facebook-Profil.

Sehr explizite Fragen

In den Gängen der ETH Zürich fragt sie einen Studenten, der mit einer jungen Frau unterwegs ist, ob er «auf ihrem Gesicht kommt». Dann fragt sie Männer, ob sie «fisten» –  oder wegen ihr «eine Latte» bekommen.

Nach einigen sehr expliziten Posen kommt Jenny-Wanessa zum Schluss, dass sie keinen Porno drehen will – schliesslich hätten die ETH-Studenten «kein Sixpack». Sie verspricht aber, dass sie noch weitere Ideen habe, um berühmt zu werden. Der Titel der vorherigen Folge lässt erahnen, was für welche: «Ich schaue zu meiner Pussy.»

Offensichtlich versucht SRF mit satirischen Mitteln ein jüngeres Publikum zu erreichen. Doch Humor ist bekanntlich Geschmacksache. Und die Reaktionen in den sozialen Medien fallen mässig begeistert aus.

«Unverzichtbar für den nationalen Zusammenhalt!», twittert SVP-Frau Rickli sarkastisch. Und SP-Nationalrätin Jacqueline Badran hält trocken fest: «Die Jungen dort abholen, wo sie stehen mit educational content? Sollen sie's probieren.»

SRG SSR, SRG, SSR, SRG SSR, SCHWEIZERISCHE RADIO- UND FERNSEHGESELLSCHAFT, SOCIETE SUISSE DE RADIODIFFUSION ET TELEVISION, play
SRG-Generaldirektor bezeichnete Webserien gerade für Junge als «wichtig». KEY

In diese Richtung argumentierte auch de Weck im «Medienclub». Solche Webserien seien «wichtig» für das junge SRF-Publikum – und im Übrigen sehr erfolgreich. Ausserdem hätten private Medien in der Schweiz bisher keine Web-Serien produziert. (vuc)

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 13.01.2017
teilen
teilen
1 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

9 Kommentare
  • Andreas  Krieger 14.01.2017
    Solche Filmchen, wie das an der ETH sind quasi ohne Budget produzierbar. Eine Person vor der Kamera, eine die filmt, nachher noch etwas nachbearbeiten, fertig. Das Billag-Gemaule ist da reichlich übertrieben finde ich. Service Public heisst auch, für verschiedene Geschmäcker etwas zu bieten. Jass-Sendungen sind teurer und wie ich finde todlangweilig, trotzdem haben sie ihr treues Publikum und sollen weiterbestehen können.
  • Simon  Schenk 13.01.2017
    Wenn ich Freunden im Ausland erzähle, was bei uns im Staatsfernsehen läuft und was ich dafür bezahle, lachen die mich aus. Ja, ich mag 2 mal in der Woche Champions League schauen, aber wenn SRF diese Spiele nicht mehr zeigen würde, wäre es mir auch egal. Deshalb sage ich: Staatsfernsehen wäre auch mit der Hälfte der Beiträge möglich. Klar ist dann das Programm nicht mehr vielfältig, aber wen juckt das schon? Ob 300000 oder 100000 Einschaltquote, SRF kassiert immer die gleiche Gebühr.
  • Jürg  Grunder , via Facebook 13.01.2017
    Hat Jenny-Wanessa nicht etwa das gleiche Niveau wie Privatsender und Presse? Bsp. RTL 1+2, Blick, Bild
  • Eric  Pudles , via Facebook 13.01.2017
    Der einzige und hoffnungsvolle Satz in diesem Bericht ist : "bald abtretende de Weck". Wer weiss vielleicht steigt dann das Niveau von der SRG wieder ein wenig an. Allzu schwer dürfte das ja nicht sein.......
    • Ruedi  Stricker , via Facebook 13.01.2017
      Das ist es, was mir an Berlusconi und Trump gefällt: Die wollen wenigstens nicht der Welt in der Rolle von elitären Cüplitrinkern mit dem Salär eines Bankdirektors die Vorteile des Sozialismus näherbringen.
  • Ruedi  Stricker , via Facebook 13.01.2017
    «Unverzichtbar für den nationalen Zusammenhalt!» Dem Tweet von Nathalie Rickli ist nichts beizufügen.
    • Ruedi  Stricker , via Facebook 13.01.2017
      Daumenrichtungen und Kurt Tucholsky: »Wenn die Zensur merkt, dass es Satire ist, ist es keine.» Asche auf mein Haupt.