MusicStar: Von Abgesang bis Zukunft

ZÜRICH – Die vierte Staffel MusicStar ist Geschichte, vielleicht geht damit das gesamte Format zu Ende. Ein Rück- und Ausblick.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
Bleibt Katharina die letzte Gewinnerin von MusicStar?- SF

Artemis Kam als Notnagel für Gölä in der Jury zum Handkuss – und hämmerte gleich richtig auf die Kandidaten ein. Michael Lascar kann ein Lied davon singen. Doch die Griechin war definitiv ein Plus für die Sendung, sorgte für Kompetenz und Gesprächsstoff. Sicher nicht das Schlechteste, was der Sendung passieren konnte.

Bohlen Wurde für Gölä ins Gespräch gebracht. SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten zierte sich und kriegte deswegen gleich mal auf die Mütze. Ob der deutsche Dummschwätzer bzw. TV-Titan wirklich gekommen wäre, ist mehr als fraglich.

Casting Hier haben die MusicStar-Macher versagt: Den Kandidaten fehlten grösstenteils Ecken und Kanten. Und eine Show wie MusicStar steht und fällt nun mal mit den Teilnehmern. Die Fehler im Vorfeld konnten während der Sendung nicht mehr wettgemacht werden.

D., Robin Er ist der Vocal-Coach, der die üble Lispel-Attacke gegen Artemis ritt. Wahrscheinlich wollte der Mann im Hintergrund auch mal etwas Aufmerksamkeit.

E-Mails Bekamen die Kandidaten. Und zwar nicht gerade nette. Wieso, wird im folgenden Punkt erklärt.

Friendship-Ticket Erstes Friendship-Ticket, erste Aufregung bei MusicStar. Die Kandidaten holten Leo zurück, Gioia musste gehen. Die hat zwar mittlerweile einen Plattenvertrag, die Entscheidung schlug trotzdem hohe Wellen, weil...

Gölä ...dieser deswegen gleich einen Abgang machte. Der Büezer bewies Sturheit, liess sich auch von der drohenden Strafe wegen Vertragsbruch nicht abschrecken. Zuvor hatte er bereits mit einem schlüpfrigen Spruch an die Adresse der 16-jährigen Gioia für Aufsehen gesorgt: «En schöne Obe, en Stiife unne!». Wie hat Gölä selbst mal gesungen? «Chli Dräck uf de Zunge, chli Staub uf de Lunge» – vor allem Dreck auf der Zunge wars dann.

Heyne, Fabienne Das Einzige bei MusicStar, was noch mehr schmerzte als die Gesangeskünste von Jenny, waren Fabienne Heynes Outfits. Haarfarbe, Schmuck, Hüte und Sackgewänder nervten noch mehr als die penetrante Schleichwerbung für ihr kommendes Festival in einem Bündner Kurort. Ausserdem beeindruckte das jüngste Jury-Mitglied mit fortgeschrittener Altklugheit. Kennt sich aber mit Musik wirklich aus.

Indianer Der Sieger-Song von Katharina, Käthle oder halt Kät. Geschrieben von Gölä, der MusicStar prägte wie kein anderer.

Jansen, Andrea Startete gewohnt souverän. Nach drei Sendungen hatte man von den (zu) auswendig gelernten Moderationen der selbst ernannten Perfektionistin irgendwie die Nase voll. MusicStar ist im Gegensatz zu «Bauer, ledig, sucht...» eine Live-Sendung, etwas Spontaneität ist da einfach Pflicht! Darf dann auch mal daneben gehen.

Kandidaten Polarisierten nicht wirklich. Einzige Ausnahme: Dimitri. Nur mochten den halt dann doch zu wenige. Zweimal Comeback-Couch, dann war Schluss. PS.: Katharina gewann!

Liebe Die schlug zweimal ein: Flo und Michu fanden sich genau wie Leo und Jenny. Leider passierte das Ganze erst ziemlich spät. Aber wir wünschen den Pärchen für die Zukunft natürlich alles Gute.

Max Loong Legte einen fatalen Start hin, steigerte sich dann aber – irgendwie also das Gegenstück zu Andrea Jansen. Gegen Ende moderierte er fast schon mit spitzbübischem Charme. Im Finale dann ein Rückfall in alte Zeiten.

Notar Michel Bögli eigentlich ein Jurist. Er brachte Couverts vor laufenden Kameras auf die Bühne und brauchte für seine Kurzauftritte deswegen neue Anzüge.

On Tour Die grosse Änderung zur vorigen Staffel MusicStar. Funktionierte nur leider nicht. Die Auftritte in Winterthur, Luzern und Bern tönten am Fernsehen schlecht, die Stimmung kam nicht rüber. Trotzdem, ein Versuch wars wert.

Piero Ein Ex-Kandidat erhielt in dieser Zeit paradoxerweise am meisten Medienpräsenz. Weil er ins «Big Brother»-Haus zog. Dann doch lieber MusicStar.

Quote Nicht wirklich gut: Das Final schauten 720000 Zuschauer, insgesamt erreichten nur drei Sendungen über 600000 Personen.

Roman Kilchsperger Ist halt Roman Kilchsperger. Dickenwitze und sein Streit mit Leo bleiben in Erinnerung. Wurde während MusicStar zum zweiten Mal Papa.

Stars Bligg und Take That hatten Auftritte in der Sendung. Was aus Siegerin Katharina und ihren Konkurrenten wird, muss sich noch zeigen. Viel Glück!

Tanzen Rafael Antonio ist die Monica Lewinsky unter den Choreographen. In den ersten paar Sendungen gingen alle mal auf die Knie, danach zeigten sie sich standhafter.

Umzug Nach der Club-Tournee hiess es Bühne frei im Theater 11. Schöne Location, nette Aufmachung. MusicStar erhielt ein bisschen Glamour.

Voting Auch diese Staffel wieder: SMS-Bschiss! Offensichtlich gingen nicht alle Stimmen ein. Die Tücken der Technik.

Wiederholung Wenn im Finale gewisse «Leider nein»-Kandidaten zum zweiten Mal gezeigt werden, ist das einfach ein Armutszeugnis. Vor allem, wenn es solche sind, die offensichtlich eine Wette verloren haben.

Xang Die Stimmen der MusicStars waren nicht immer über alle Zweifel erhaben. Doch es waren klare Fortschritte zu erkennen. Vor allem, als sich die Spreu vom Weizen zu trennen begann.

Y-Chromosom Männer sind bei MusicStar chancenlos, Frauen haben die Sendung fest in der Hand. Daran hat auch die vierte Staffel nichts geändert.

Zoff Gab es heftigen und viel: Roman gegen Leo, Gölä gegen alle, Artemis gegen Michael Lascar und dann Robin D. Passt gar nicht zur sonst so beschaulichen Schweiz, danke dafür!

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Wie geht’s weiter?

ZÜRICH – Die Zukunft von MusicStar ist noch offen, im nächsten Jahr gibt es bestimmt keine neue Staffel. Die Quoten waren zwar so tief wie nie, aber über eine halbe Million Zuschauer lockt man am Sonntagabend auch nicht so ohne weiteres vor den Bildschirm. Mit Schweizer Filmen jedenfalls gelingt das selten – wenn nicht gerade Melanie Winiger oder Stephanie Glaser mitspielen. Und bei aller Kritik: MusicStar würde definitiv vermisst werden! (zeb)
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