
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Am Sonntag hat er wieder seinen grossen Auftritt: Herr Bögli mit dem Kuvert bestätigt Andrea Jansen, dass alles korrekt ablief.- SF
«Die Arbeit bei MusicStar ist natürlich nicht mein Hauptjob», erklärt der 42-jährige Michel Bögli. Er ist bei der Zurich Versicherungen mit Schwerpunkt Medizinrecht angestellt. «Kunstfehler nach Operationen landen zum Beispiel bei mir.»
Da sind die sonntäglichen Einsätze eine willkommene Abwechslung. Er sei allerdings kein Notar, sondern Jurist, stellt er richtig. Bei «Benissimo» – «die Sendung mit den Kugeli» – ist ein Notar anwesend. Bei allen anderen Sendungen, in denen die Zuschauer mittels Televoting abstimmen können, braucht es einen Juristen. So arbeitet der Familienvater auch am «Grandprix der Volksmusik» mit oder bei den Miss- und Mister-Schweiz-Wahlen, wenn diese vom Schweizer Fernsehen ausgetragen werden.
Seit der zweiten Staffel «MusicStar» ist Herr Bögli mit dabei. Doch wie kam er zu der Ehre, in der Casting-Show mitzuwirken? Bereits vor vier Jahren rief ihn ein Studienkollege, der bei SF tätig ist, an und fragte ihn, ob er nicht für die Sendung arbeiten wolle. Um Transparenz zu schaffen und eine höhere Glaubwürdigkeit zu erreichen, suchte der Sender gezielt einen Juristen von Extern, der «nicht schon 70 ist und Freude hat, einmal hinter die Kulissen zu schauen».
Und wie läuft sein Arbeitseinsatz am Sonntag jeweils ab? «Ich bin ab 18.30 Uhr vor Ort und überprüfe, ob das Voting über den Provider funktioniert. Später gehts noch zur Maske und am Schluss der Sendung habe ich 15 Minuten Zeit, die Kuverts mit den Ergebnissen vorzubereiten und zur Bühne zu bringen», erzählt er weiter und fügt lachend an: «Natürlich muss ich für einen einzigen Satz keine Generalprobe machen!»
Pannenfrei und auf Sponsorensuche
Einen Favoriten unter den «MusicStar»-Finalisten hat er übrigens nicht. «Ich bin musikalisch nicht so begnadet für ein Urteil.» Gab es denn schon mal eine Panne? «Nein, zum Glück nicht! Da muss ich Holz anfassen. Ansonsten gäbe es ein Notfallszenario, das im Reglement steht. Der Durchschnitt der Jury-Noten wäre dann entscheidend.»
Und wie steht es mit der Nervosität vor seinen Auftritten? «Es kribbelt schon noch, aber ich blende einfach die Masse aus, die daheim vor dem Fernseher sitzt», erklärt Bögli sein Rezept. Seine Popularität sei natürlich auch gestiegen und er werde öfters angesprochen. Übrigens wäre ein Sponsor willkommen: Der Rechtshüter erscheint nämlich mit seinen eigenen Kleidern auf der Bühne. Doch, wenn er so viel auftreten muss, dann gehen ihm bald die Anzüge aus. Das wollen wir natürlich keinesfalls!
In welchem Anzug sehen wir ihn denn diesen Sonntag im Berner «Bierhübeli»? Da überlegt der korrekte Herr Bögli nicht lange: «Das entscheide ich dann spontan!»