Hier trinkt sich die Jury «MusicStar» schön

  • Publiziert: 03.02.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Gabriel Brönnimann und Peter Padrutt
play Prost! Während Einspielern tranken Gölä ...

Musste sich sogar die «MusicStar»-Jury die erste Sendung schöntrinken? Trotz Verbot tranken Gölä & Co. während der Sendung Alkohol. Das Publikum daheim hat das aber nicht heiterer gemacht.

Sonntag im Gaswerk Winterthur. Minuten vor Show-Beginn besorgen sich Gölä (40) und Roman Kilchsperger (38) an der Bar einen starken Whisky-Cola mit Zitrone. Und Fabienne Heyne (25) wird kurz darauf mit Prosecco versorgt. Die Stimmungsmacher geniessen den Alkohol während der Show aus Bechern. Ahnen die drei, dass noch nicht alles süffig ist, was kommt?

Schon der Start ist dröge. Das Moderationsduo Jansen und Loong betritt den Saal – das Publikum applaudiert zögerlich. Die Bühne wirkt dunkel und winzig. Das grosse «MusicStar» – es ist in der Provinz gelandet.

Resultat: Die Sendung startet mit guten 649 000 Zuschauern, 10 Minuten später sinds nur noch 574 000. Dann zieht die Quote wieder an (Schnitt: 671 700). Trotzdem – die erste «MusicStar»-Show enttäuscht die Zuschauer schwer. Die Gründe:

• Gesang aus der Konserve: «Die MusicStars sollen live auftreten oder gleich abtauchen», schimpft Marcel auf Blick.ch. Tatsächlich: Die Einzelperformances wurden am Dienstag aufgezeichnet – ein Stimmungskiller. Hintergrund: Aufzeichnungen sind fürs TV billiger als Live-Elemente. Sie sind auch sicherer. Die besten Gesangs-Passagen können später besser zusammengeschnipselt werden.

• Kein Glamour: Die Show wirkt glanzlos, erinnert an «Superstar» von 3+. Der dortige Senderchef Dominik Kaiser ist heute klüger: «Wir gingen in die Clubs, weil wir besser sein wollten als ‹MusicStar›. Ein Fehler. Am Ende merkten wir, dass der Glamour fehlt.»

• Singen bis zum Umfallen: Mit fast zweieinhalb Stunden ist die Show viel zu lang. Einzel- und Gruppenauftritte erdrücken die Zuschauer. Dabei lernt man die Kandidaten gar nicht kennen – es fehlen Personenporträts. Zusätzliche Einspieler aus den Castings bringen immer neue Gesichter – die Zuschauer sind überfordert.

• Jury braucht mehr Platz: Die Jury funktioniert – aber sie kommt viel weniger zum Zug als in den letzten Staffeln: Kandidaten werden neu nur von einem Juror beurteilt. Das ist unausgewogen – und fürs TV-Publikum langweilig!

Fabienne Heyne wirkt frisch. Definitives «No-go» aber: Mehrmals macht sie Schleichwerbung für ein Musikfestival in Davos, das sie organisiert. Roman Kilchsperger ist wie immer frech und munter. Oft schneller als er denkt: über Gewicht und Herkunft der Bernerin Noëlla Kabengele (20), die man auf die Bühne schleppen müsse. Der hemdsärmlige Gölä gefällt hingegen, plappert frisch von der Leber weg.

• Moderation: Noch leuchtet nicht ein, warum man Loong wieder aus Asien einfliegen liess. Von seinem ersten «Seid ihr alle da?» an ist sein Auftritt einstudiert – und sein Deutsch mangelhaft. Auch Jansen hat noch Potenzial, kann mehr als zu Eile aufrufen. Vielleicht sollte sie vor der Show auch mal ein Gläschen kippen …

Fünf Verbesserungs-Vorschläge

1. Nur noch Livegesang!
2. Jeder Juror gibt wieder zu allen seinen Senf!
3. Kandidaten vorstellen!
4. Loong & Jansen: Mehr Lockerheit, Leute!
5. Jury: Alk legalisieren oder Verbot durchsetzen!

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